… die Welt !
Nennt mich Kolumbus. Oder Kolumbine. Ganz wie ihr wollt.
Heute habe ich herausgefunden, dass es gar nicht so einfach ist, ein brasilianischer Faststaatsbürger zu werden. Fast wäre meine Integration an den falschen Passbildabmessungen gescheitert.
Die „Policia Federal“ (das Federal wird „Federau“ gesprochen) hat meine wunderschönen, biometrischen Passbilder abgelehnt. Einfach so abgelehnt, obwohl der brasilianische Arbeitsminister sie schon akzeptiert hatte. Der Policia Federau sind sie schlicht und ergreifend zu gross und ich darf sie nicht auf die gewünschte Grösse von 3 x 4 cm zuschneiden. Nein, denn tu ich das, werde ich sofort wieder nach Hause geschickt.
Nennt mich Kolumbus. Oder Kolumbine. Ganz wie ihr wollt.
Heute habe ich herausgefunden, dass es gar nicht so einfach ist, ein brasilianischer Faststaatsbürger zu werden. Fast wäre meine Integration an den falschen Passbildabmessungen gescheitert.
Die „Policia Federal“ (das Federal wird „Federau“ gesprochen) hat meine wunderschönen, biometrischen Passbilder abgelehnt. Einfach so abgelehnt, obwohl der brasilianische Arbeitsminister sie schon akzeptiert hatte. Der Policia Federau sind sie schlicht und ergreifend zu gross und ich darf sie nicht auf die gewünschte Grösse von 3 x 4 cm zuschneiden. Nein, denn tu ich das, werde ich sofort wieder nach Hause geschickt.
Desweiteren steht in der Einladung ausdrücklich geschrieben, dass ich nicht zu spät kommen darf, da sich ansonsten die Policia Federau das Recht heraus nimmt, mich abzuweisen. Ob ich dann nochmal einen Termin bekomme, ist fraglich.
Tja, so ist das …
Ein klein wenig beschnitten fühle ich mich schon in meiner Freiheit. So lass ich mir, da ich des Portugiesischen noch immer nicht mächtig bin, von einer Kollegin folgenden Satz aufschreiben: „Ich benötige 2 Passfotos, mit weissem Hintergrund in der Grösse 3x4 cm für die Policia Federau.“
2 Stunden übe ich die perfekte Aussprache des folgenden Satzes: „Preciso de duas fotos, tamanho 3x4 (por) com fundo branco.“
Zugegeben, ein wenig blümerant ist's mir schon, da ich ja so gar keine Ahnung habe, ob das das bedeutet, was es für mich bedeuten soll. Wenige Stunden später im Shoppingcenter „Vila Olimpia“ versuche ich mein Glück in allen Geschäften, die auch nur ansatzweise nach Fotodingens aussehen.
Tja, so ist das …
Ein klein wenig beschnitten fühle ich mich schon in meiner Freiheit. So lass ich mir, da ich des Portugiesischen noch immer nicht mächtig bin, von einer Kollegin folgenden Satz aufschreiben: „Ich benötige 2 Passfotos, mit weissem Hintergrund in der Grösse 3x4 cm für die Policia Federau.“
2 Stunden übe ich die perfekte Aussprache des folgenden Satzes: „Preciso de duas fotos, tamanho 3x4 (por) com fundo branco.“
Zugegeben, ein wenig blümerant ist's mir schon, da ich ja so gar keine Ahnung habe, ob das das bedeutet, was es für mich bedeuten soll. Wenige Stunden später im Shoppingcenter „Vila Olimpia“ versuche ich mein Glück in allen Geschäften, die auch nur ansatzweise nach Fotodingens aussehen.
Die Ausbeute heute: Keine Fotos! Zum Glück hab ich noch ein paar Tage, um das auf die Reihe zu kriegen.
Hier entdecke ich allerdings auch, dass es immer jemanden gibt, der für jemand anderen etwas ganz anderes tut. Ich weiss, es klingt kompliziert, ist aber so. Nehmen wir die Gesellschaft, die mir eine Wohnung gesucht bzw. vermittelt hat. Da gibt es ja die Karin (Nummer 3). Diese Karin hatte dann Karin Nummer 2 beauftragt, mich zu Hause abzuholen. Karin ist, und das habe ich jetzt erst erfahren, meine Patin. Mit ihr sollte ich solche Dinge erledigen, wie z.B. Passbilder machen. Doch da Karin wohl noch immer kein Navi hat und bevor wir uns auf 1,5 km in Sao Paulo verfahren, ziehe ich es vor, das allein zu machen. Doch was ich sagen wollte: Karin 3 hat noch eine Bruna im Sortiment. Bruna ist für meinen Telefon-TV- und Internetanschluss zuständig und hat mir heute eine Liste mit diversen „Paketen“, sog. Pacotes zukommen lassen, mit der Bitte, mir das Passende auszusuchen.
Hier entdecke ich allerdings auch, dass es immer jemanden gibt, der für jemand anderen etwas ganz anderes tut. Ich weiss, es klingt kompliziert, ist aber so. Nehmen wir die Gesellschaft, die mir eine Wohnung gesucht bzw. vermittelt hat. Da gibt es ja die Karin (Nummer 3). Diese Karin hatte dann Karin Nummer 2 beauftragt, mich zu Hause abzuholen. Karin ist, und das habe ich jetzt erst erfahren, meine Patin. Mit ihr sollte ich solche Dinge erledigen, wie z.B. Passbilder machen. Doch da Karin wohl noch immer kein Navi hat und bevor wir uns auf 1,5 km in Sao Paulo verfahren, ziehe ich es vor, das allein zu machen. Doch was ich sagen wollte: Karin 3 hat noch eine Bruna im Sortiment. Bruna ist für meinen Telefon-TV- und Internetanschluss zuständig und hat mir heute eine Liste mit diversen „Paketen“, sog. Pacotes zukommen lassen, mit der Bitte, mir das Passende auszusuchen.
So ungefähr lauteten die Paket-Namen:
10 MB = 800 Kbps Upload
Name of Packages:
Total HD = R$ 145,00 140 Channels
Totla Tele Cine HD = R$ 287,80 + 5 Channels
oder
5 MB = 600 kbps Upload
Name of Packages:
Atualidade: R$ 129,90 for 6 months apart the 7th month and cost you a R$ 187,89 (U.S. S 37,90 for Links), 18 Channels and the rest of open / closed
etc.
In diesem Stil setzt sich die Paket-Namen Mail fort.
Ich rufe Karin 3 an. Ein Mann meldet sich, der sich vermutlich total erschreckt, als ich auf englisch nach Karin 3 frage. „Momentschi“ höre ich ihn sagen. Geraschel. Bruna meldet sich. Sie kichert. Ich gebe zu verstehen, dass mir die Paket-Namen reichlich wenig sagen und sie möge mir doch bitte eine ausführlichere Beschreibung zukommen lassen. „Karin not in office now.“ Danke Bruna. Ob ich das denn im „Internetschi“ (so sprechen die Brasilianer das aus) nachsehen kann. Bruna: „Karin 2-3 clock will back.“ Ich „back“ so langsam pardon und verabschiede mich höflich, lass sie aber wissen, ich würde mich wieder melden. Wie gut, dass ich nicht weiss, was sie verstanden hat …
Paket-Namen-Beschreibung habe ich bis jetzt noch keine, dafür aber am kommenden Freitag Interkulturelles Training und dann kann ich das alles vermutlich viel besser verstehen.
Zurück ins Shoppingcenter „Vila Olimpia“. Ich habe genug von meiner Entdeckungsreise. Es ist bereits der zweite Abend in Folge, an dem ich mich ganz allein und ohne Aufsicht eines Erziehungsberechtigten auf Erkundungstour begebe. Bereits gestern wage ich mich allein in die unergründbaren Weiten der Strassen von St. Pauli. Es regnet in Strömen, als ich ins Taxi steige. Der Kerl hinter dem Lenkrad ist im Sitzen schon riesengross. Allerdings sitzt er ziemlich verzwirbelt hinterm Steuer, da die Belüftungsanlage des Wagens wohl nicht so recht funktioniert und durch den Regen, die Schwüle etc. sind die Scheiben von innen total angelaufen. Wie der Riese überhaupt was sehen kann, ist mir bis heute noch ein Rätsel. Wir reden. Irgendeine undefinierbare Sprache, doch er erfährt, dass auch aus Alemanha bin, aber in Croatia geboren bin und im Gegenzug erzählt er mir, dass sein Grossvater Deutscher ist und er selbst Schuler mit Nachnamen heisst. Auch das ist mir immer wieder ein Rätsel, wie Verständigung einfach so funktionieren kann …
So, wo war ich? Ach ja, shoppen. Gestern war's das Shoppingcenter „Eldorado“ … Dieses erinnert allerdings an vieles, aber nicht an „Eldorado“. Ich möchte nach Hause. Eine gefühlte Ewigkeit später sitze ich im Taxi und fahre nach Hause.
So auch heute. Ich möchte nicht laufen. Es ist schon dunkel und irgendwie hab ich die Orientierung verloren. Links? Rechts? Ich weiss es nicht mehr. Schnurstraks geh ich dorthin, wo auf dem Boden gross „TAXI“ geschrieben steht. Plötzlich tippt mir jemand von hinten auf die Schulter. Der Security-Mann sagt was, ich versteh's nicht und dann packt er Hände und Füsse aus und zeigt auf die kilometerlange Schlange, die für's Taxi ansteht. Ich solle mich gefälligst hinten anstellen.
Fuchs, der ich bin, gehe ich schnell zur „SAIDA B“. Da gibt’s bestimmt auch Taxi auf dem Boden. Mist, das ist ne Seitenstrasse. Also geh ich wieder zur „SAIDA A“. Ich meine mich zu erinnern, ich sei von links gekommen. Also lauf ich da die Strasse lang und beschliesse, mir ein Taxi von der Strasse herzuwinken. Geht bestimmt schneller. Es fahren bestimmt 5 an mir vorbei, als ich ein zartes Stimmlein vernehme. Mit einem jungen Mädel komm ich ins Gespräch. Sie will wissen, woher ich komm. Wir reden kurz und ich bitte sie, ob sie mir nicht behilflich sein könnte, mir ein Taxi per Telefon zu rufen. Ich pack mein „Telefoni“ aus, doch sie benutzt schon ihres. Sie organisiert alles, ich erfahre, dass auch sie Mariana heisst und dann ist auch schon mein Taxi da. Ihr Vater, Onkel oder wer auch immer und sie verfrachten mich ins Taxi, aber nicht ohne, dass sich Mariana mit einem „Beijo“ von mir verabschiedet und mir alles Gute wünscht …
Der Mann ruft noch durch's offene Fenster, ob ich denn wisse, wohin ich muss oder ob er dem Taxifahrer die Adresse geben solle … Ich bin mal wieder restlos begeistert und spreche in fliessendem Portugiesisch meine Adresse aus.
Sao Paulo ist verstopft. Wagen an Wagen. Nur Bremslichter vor mir. Alles rot, weit und breit. Und dann die nächste Entdeckung: Bono ist in Town! Heute das dritte U2 Konzert … Seit Wochen schon herrscht hier Ausnahmezustand. Helikopter an Helikopter erheben sich von den Dächern, der Verkehr auf der Strasse kommt zum erliegen. 1 km = 45 Minuten. Aber, ich kenn mich wieder aus. Höflich frage ich den Fahrer, ob ich denn hier aussteigen könne, ich würde dann doch besser laufen. Er nickt, nimmt statt der 12 R$ nur 10 R$ und ich steige aus. 5 Minuten später komm ich im Hotel an und lass den auf der Strasse stehenden Verkehr hinter mir.
Morgen starte ich einen neuen 3 x 4 cm Versuch … und die Dusche war heute mal offen … ;-)
Gehabt euch wohl,
Eure Jana
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