…
„Geduld“ – ein Wort, welches in meinem Vokabular nicht existiert.
11.
24
– davon 16 in Buenos Aires und der Rest in Sao Paulo.
Ja,
ich zähle Tage. Tage, die es noch braucht, bis ich wieder nach Hause komme. 455
Tage in der Ferne, die super schnell vergangen sind …
Surreal
ist das alles.
Irgendwie
ist der 01.04.2011 noch immer so present. Meine Freunde empfangen mich am
Flughafen, sie verabschieden mich … Nicht nur mit guten Ratschlägen im Gepäck,
nein, ein bisschen Schoki her, ein Dufwässerchen da, ein Armkettchen noch oder
einfach nur eine Nachricht: Wir denken an Dich!
Freunde
haben mich besucht, Freunde habe ich besucht. Alle haben mich begleitet – jeder
auf seine Art und Weise – und haben mir den Aufenthalt in der Fremde
erträglicher gestaltet … Das war fein. Das ist fein.
Viel
habe ich erlebt. Viele Menschen habe ich getroffen. Viel habe ich gelernt. Viel
gearbeitet habe ich auch. Viel gereist allerdings auch. Viel geweint. Viel
gelacht. Viele Dinge gegessen, die ich nicht kannte. Viel Bier getrunken.
Es
war von allem viel. Wie das Land, der Kontinent, auf dem ich zuweilen noch zu
Hause bin.
So
viel war es, dass ich wohl noch eine ganze Weile brauchen werde, um das auf die
Reihe zu bekommen, zu verstehen, zu verinnerlichen, was da so passiert ist in
455 Tagen …
Dies
ist allerdings nur eine Seite der Medaille … So viele Dinge ich erlebt habe, so
viele Dinge habe ich aber auch nicht erlebt. All das, was zu Hause – also rund
um die Casa passierte – habe ich nicht erlebt. Zumindest nicht live und nicht
in Farbe. Ich konnte nicht die Freundin sein, die ich gewesen wäre, wäre ich zu
Hause gewesen. Nur am Rande habe ich die kleinen und grossen Probleme des
heimatlichen Alltags miterleben können.
Und
gerade stimmt es mich wieder traurig, dass ich gerade jetzt nicht da sein kann
für Menschen, für die ich gerne da wäre.
Tja,
und jetzt „drückt“ jeder Tag … Die Vorfreude steigert sich ins Unermessliche …
Jeden Tag ist’s ein Tag weniger … Jeden Tag rückt die Heimat wieder ein Stück
näher.
Und
einmal mehr befinde ich mich im Spagat. Die Vorfreude soll trotz allem die
Zeit, die mir hier noch bleibt, nicht überschatten. Ich geniesse up tot he max,
was sich mir hier noch bietet. Und genau damit setze ich alles, aber auch
wirklich alles daran, dass mir der Abschied, trotz aller vorhandenen Vorfreude,
mächtig schwerfallen wird.
Kurz
aber heftig war’s in Buenos Aires … Und auch hier haben sich innerhalb dieser
kurzen Zeit einige Menschen in mein Leben geschlichen, die ich vermissen werde,
wenn ich erst mal wieder zu Hause bin …
Ach,
es ist ein Kreuz … Immer ist irgendwas …
Gehabt
euch wohl.
Eure
Jana
PS:
Jetzt entspann ich aber mal noch ein bisschen und geniesse die Tage mit der
Freundin in Buenos Aires … So ein bisschen Heimat in der Ferne scheint ein
guter Kompromiss zu sein :)
