Dienstag, 15. Mai 2012

Hopital Aleman.





Servicio de Oftalmologia.

Ein leichter Anflug von Panik überkam mich am heutigen Morgen, als ich feststellte, dass ich auf dem linken Auge nur noch verschwommen sehe. Was ist, wenn es was anderes ist und wenn ich mir hier seit Tagen die falschen Tropfen in die Augen träufele? Nix, ich beschliese, am heutigen Tage, nach meinen Terminen, das hiesige Krankenhaus aufzusuchen. Ein Kollege ist so nett anzurufen und sich zu erkundigen, wie so der Prozess der Aufnahme zwecks Besuches eine Ophtalmologen ist … Bald ist klar, was zu tun ist, ein Taxi ist bald bestellt und ich lass mich dorthin fahren.

Ich folge den Anweisungen des Krankenhauspersonals, werde am Schalter vorstellig, reiche meinen Pass durch den Schlitz, meine Personalien werden aufgenommen und ich bekomm einen Zettel, ähnlich einem Boardingpass, gereicht. C37 (der Raum), Nummer 166. Und so sitze und warte ich vor der Tür.

Zugegeben, ein bisschen mulmig ist mir schon. Ich seh nicht gut auf dem linken Auge. Reicht mein Spanisch aus, um zu erklären, was ich hab? Was ist, wenn es was Ernstes ist? Wird mir der Arzt diese komischen Tropfen in die Augen träufeln, nach denen man für 6 Stunden blind wie ein Fisch ist? Wie komm ich nach Hause? Wen soll ich anrufen? Wer wird mir helfen? Werde ich ich Baires vor die Hunde gehen?
Oh Gott, ich phantasiere.

Tief durchatmen und mich darauf konzentrieren, herauszufinden, warum manchmal die Nummer zu blinken beginnt und dann einer ins Behandlungszimmer eintritt und warum machmal Leute einfach nur aufgerufen werden. Und wenn dann eine neue Nummer aufleuchtet, warum ist die dann nicht eins höher, als die vorhergehende. Und so sehe ich Menschen ein- und austreten. Verschiede Ärzte stecken ihre Köpfe kurz ins Wartezimmer. Berührungsängste hat hier definitiv keiner, denn die Patienten werden mit Küsschen begrüsst und mit Küsschen verabschiedet.

Ein junger Arzt kommt durch die Tür, ein Zettel in der Hand, ein suchender Blick über die wartenden Köpfe, dann schliesst er die Tür wieder. Von innen. Kurz darauf blinkt die 166 auf.
Aha, erwischt. Er wollte mich aufrufen, wusste aber weder, wie er Marijana richtig aussprechen soll, noch wie man Zezelj am ehesten ausspricht, dass es einigermassen verständlich ist. 166 ist eindeutig.

Ich nehme, wie geheissen Platz, kurzer Smalltalk: Woher? Wie lange hier? Was machen? Warum? Wieso? Weshalb? Wo drückt der Schuh?
Brav gebe ich alles wieder, erzähle, wie das so war in den vergangenen Tagen und als ich fertig bin mit meiner Krankengeschichte, lässt er mich wissen, dass er auch der deutschen Sprache mächtig ist (mit einem zuckersüssen Akzent) … (Wer von euch kann sich noch an den patagonischen Guide Nestor mit den tollen Locken erinnern, den ich mir auf die Couch setzen wollte? Ja, direkt daneben würde ich den Augendoc setzen wollen).

Er schaut durch sein Gerät und ich ein bisschen „arriba“, „abajo“ und dann wieder geradeaus.
Und so lautete die Diagnose:

Blepharokonjunktivitis

Vereinfacht und meiner Sprache ausgedrückt heisst das: Ich bin allergisch gegen mich selbst. Ich selbst mach mein Auge krank. Wie das? Ganz einfach. Ich leide an einer Übersekretion der Liddrüsen. Diese sondern ein öliges Sekret ab, welches mir zum Teil ins Auge läuft und zum Teil in der Nacht meine Augen verklebt. Trockene Flugzeugluft, Staub und andere Partikel tun ihr Übriges dazu. Und da ich diese Sache die ganze Zeit falsch behandelt habe (also nicht die richtigen Tropfen hatte), hat sich nun noch eine beginnende Bindehautentzündung dazugesellt.

Eine weitere Nebenwirkung dieser doofen Geschichte ist, dass mir nun noch von den wenigen Wimpern, die ich hatte, bestimmt die Hälfte noch ausgefallen ist …

Ach, was soll’s … Ich werd nun meine Augen drei mal täglich baden müssen, 2 verschiedene Augentropfen über die nächsten Wochen nehmen und hoffen, dass der Mist wieder verschwindet. Auf’s Schminken muss ich verzichten … Ist aber auch nicht weiter tragisch, denn schliesslich hab ich ja nix mehr um die Augen rum, was angepinselt werden könnte …

Gehabt euch wohl !

Eure Jana

1 Kommentar:

  1. oh das lese ich ja eben erst ...gute besserung und ich hoffe es wird bald gut !

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