Servicio de Oftalmologia.
Ein
leichter Anflug von Panik überkam mich am heutigen Morgen, als ich feststellte,
dass ich auf dem linken Auge nur noch verschwommen sehe. Was ist, wenn es was
anderes ist und wenn ich mir hier seit Tagen die falschen Tropfen in die Augen
träufele? Nix, ich beschliese, am heutigen Tage, nach meinen Terminen, das
hiesige Krankenhaus aufzusuchen. Ein Kollege ist so nett anzurufen und sich zu
erkundigen, wie so der Prozess der Aufnahme zwecks Besuches eine Ophtalmologen ist
… Bald ist klar, was zu tun ist, ein Taxi ist bald bestellt und ich lass mich
dorthin fahren.
Ich
folge den Anweisungen des Krankenhauspersonals, werde am Schalter vorstellig,
reiche meinen Pass durch den Schlitz, meine Personalien werden aufgenommen und
ich bekomm einen Zettel, ähnlich einem Boardingpass, gereicht. C37 (der Raum),
Nummer 166. Und so sitze und warte ich vor der Tür.
Zugegeben,
ein bisschen mulmig ist mir schon. Ich seh nicht gut auf dem linken Auge.
Reicht mein Spanisch aus, um zu erklären, was ich hab? Was ist, wenn es was
Ernstes ist? Wird mir der Arzt diese komischen Tropfen in die Augen träufeln,
nach denen man für 6 Stunden blind wie ein Fisch ist? Wie komm ich nach Hause?
Wen soll ich anrufen? Wer wird mir helfen? Werde ich ich Baires vor die Hunde
gehen?
Oh
Gott, ich phantasiere.
Tief
durchatmen und mich darauf konzentrieren, herauszufinden, warum manchmal die
Nummer zu blinken beginnt und dann einer ins Behandlungszimmer eintritt und
warum machmal Leute einfach nur aufgerufen werden. Und wenn dann eine neue
Nummer aufleuchtet, warum ist die dann nicht eins höher, als die vorhergehende.
Und so sehe ich Menschen ein- und austreten. Verschiede Ärzte stecken ihre
Köpfe kurz ins Wartezimmer. Berührungsängste hat hier definitiv keiner, denn
die Patienten werden mit Küsschen begrüsst und mit Küsschen verabschiedet.
Ein
junger Arzt kommt durch die Tür, ein Zettel in der Hand, ein suchender Blick
über die wartenden Köpfe, dann schliesst er die Tür wieder. Von innen. Kurz
darauf blinkt die 166 auf.
Aha,
erwischt. Er wollte mich aufrufen, wusste aber weder, wie er Marijana richtig
aussprechen soll, noch wie man Zezelj am ehesten ausspricht, dass es
einigermassen verständlich ist. 166 ist eindeutig.
Ich
nehme, wie geheissen Platz, kurzer Smalltalk: Woher? Wie lange hier? Was
machen? Warum? Wieso? Weshalb? Wo drückt der Schuh?
Brav
gebe ich alles wieder, erzähle, wie das so war in den vergangenen Tagen und als
ich fertig bin mit meiner Krankengeschichte, lässt er mich wissen, dass er auch
der deutschen Sprache mächtig ist (mit einem zuckersüssen Akzent) … (Wer von
euch kann sich noch an den patagonischen Guide Nestor mit den tollen Locken
erinnern, den ich mir auf die Couch setzen wollte? Ja, direkt daneben würde ich
den Augendoc setzen wollen).
Er
schaut durch sein Gerät und ich ein bisschen „arriba“, „abajo“ und dann wieder
geradeaus.
Und
so lautete die Diagnose:
Blepharokonjunktivitis
Vereinfacht
und meiner Sprache ausgedrückt heisst das: Ich bin allergisch gegen mich
selbst. Ich selbst mach mein Auge krank. Wie das? Ganz einfach. Ich leide an
einer Übersekretion der Liddrüsen. Diese sondern ein öliges Sekret ab, welches
mir zum Teil ins Auge läuft und zum Teil in der Nacht meine Augen verklebt.
Trockene Flugzeugluft, Staub und andere Partikel tun ihr Übriges dazu. Und da
ich diese Sache die ganze Zeit falsch behandelt habe (also nicht die richtigen
Tropfen hatte), hat sich nun noch eine beginnende Bindehautentzündung
dazugesellt.
Eine
weitere Nebenwirkung dieser doofen Geschichte ist, dass mir nun noch von den
wenigen Wimpern, die ich hatte, bestimmt die Hälfte noch ausgefallen ist …
Ach,
was soll’s … Ich werd nun meine Augen drei mal täglich baden müssen, 2
verschiedene Augentropfen über die nächsten Wochen nehmen und hoffen, dass der
Mist wieder verschwindet. Auf’s Schminken muss ich verzichten … Ist aber auch
nicht weiter tragisch, denn schliesslich hab ich ja nix mehr um die Augen rum,
was angepinselt werden könnte …
Gehabt
euch wohl !
Eure
Jana

oh das lese ich ja eben erst ...gute besserung und ich hoffe es wird bald gut !
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