Montag, 28. Mai 2012

Die Luft ist raus ...


… „Geduld“ – ein Wort, welches in meinem Vokabular nicht existiert.



11.
24 – davon 16 in Buenos Aires und der Rest in Sao Paulo.

Ja, ich zähle Tage. Tage, die es noch braucht, bis ich wieder nach Hause komme. 455 Tage in der Ferne, die super schnell vergangen sind …
Surreal ist das alles.
Irgendwie ist der 01.04.2011 noch immer so present. Meine Freunde empfangen mich am Flughafen, sie verabschieden mich … Nicht nur mit guten Ratschlägen im Gepäck, nein, ein bisschen Schoki her, ein Dufwässerchen da, ein Armkettchen noch oder einfach nur eine Nachricht: Wir denken an Dich!

Freunde haben mich besucht, Freunde habe ich besucht. Alle haben mich begleitet – jeder auf seine Art und Weise – und haben mir den Aufenthalt in der Fremde erträglicher gestaltet … Das war fein. Das ist fein.

Viel habe ich erlebt. Viele Menschen habe ich getroffen. Viel habe ich gelernt. Viel gearbeitet habe ich auch. Viel gereist allerdings auch. Viel geweint. Viel gelacht. Viele Dinge gegessen, die ich nicht kannte. Viel Bier getrunken.
Es war von allem viel. Wie das Land, der Kontinent, auf dem ich zuweilen noch zu Hause bin.
So viel war es, dass ich wohl noch eine ganze Weile brauchen werde, um das auf die Reihe zu bekommen, zu verstehen, zu verinnerlichen, was da so passiert ist in 455 Tagen …

Dies ist allerdings nur eine Seite der Medaille … So viele Dinge ich erlebt habe, so viele Dinge habe ich aber auch nicht erlebt. All das, was zu Hause – also rund um die Casa passierte – habe ich nicht erlebt. Zumindest nicht live und nicht in Farbe. Ich konnte nicht die Freundin sein, die ich gewesen wäre, wäre ich zu Hause gewesen. Nur am Rande habe ich die kleinen und grossen Probleme des heimatlichen Alltags miterleben können.
Und gerade stimmt es mich wieder traurig, dass ich gerade jetzt nicht da sein kann für Menschen, für die ich gerne da wäre.

Tja, und jetzt „drückt“ jeder Tag … Die Vorfreude steigert sich ins Unermessliche … Jeden Tag ist’s ein Tag weniger … Jeden Tag rückt die Heimat wieder ein Stück näher.
Und einmal mehr befinde ich mich im Spagat. Die Vorfreude soll trotz allem die Zeit, die mir hier noch bleibt, nicht überschatten. Ich geniesse up tot he max, was sich mir hier noch bietet. Und genau damit setze ich alles, aber auch wirklich alles daran, dass mir der Abschied, trotz aller vorhandenen Vorfreude, mächtig schwerfallen wird.

Kurz aber heftig war’s in Buenos Aires … Und auch hier haben sich innerhalb dieser kurzen Zeit einige Menschen in mein Leben geschlichen, die ich vermissen werde, wenn ich erst mal wieder zu Hause bin …

Ach, es ist ein Kreuz … Immer ist irgendwas …

Gehabt euch wohl.
Eure Jana

PS: Jetzt entspann ich aber mal noch ein bisschen und geniesse die Tage mit der Freundin in Buenos Aires … So ein bisschen Heimat in der Ferne scheint ein guter Kompromiss zu sein :)

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