Montag, 11. April 2011

Beobachtungen ...



… Teil 2.




Der Brasilianer und seine Zähne.
Diese scheinen des Brasilianers grösstes Gut zu sein. Jeder, aber auch wirklich JEDER, hat entweder einen kleinen oder einen grösseren Kultubeutel in seiner Schreibtisschublade. Sobald der Brasilianer aus der Pause kommt, schnappt er sein Täschlein und verschwindet im „Sanitario“. Jetzt kann ich nur für die Brasilianerinnen sprechen, denn diese konnte ich beobachten: Sie breitet 2-3 Tücher direkt neben dem Waschbecken aus und legt ihren Kulturbeutel darauf ab. Die Zahnbürste samt Zahnpasta wird ausgepackt und die Zahnreihen werden ganz ordentlich in kreisenden Bewegungen und immer schön von oben nach unten geputzt. Den krönenden Abschluss bildet das Bearbeiten der Zahnwischenräume mit Zahnseide. Ein prüfender, wohlgemerkt sehr kritischer, Blick in den Spiegel, erteilt die finale Abnahme. Das Make-Up der Damen wird nachgebessert, die T-Zone wird mit Tüchlein bearbeitet und das Haar wird gebürstet.
Bevor die Brasilianerin das Bad verlässt, dreht sie sich noch ein bis zwei mal um ihre eigene Achse, um sich ein Komplettbild zu machen und dann verschwindet sie wieder an ihren Schreibtisch.

Allein das Beobachten dieses Rituals veranlasst mich am Wochenende dazu, mir selbst ein kleines Kulturbeutelchen samt neuer Zahnbürste und Zahnpasta zu besorgen. Schliesslich möchte ich hier nicht Gespött der Menschen werden, dass sich der Deutsche nicht die Zähne nach dem Essen putzen würde.

Der Brasilianer und seine Beobachtungen.
Neulich beim Mittagessen berichtet ein Brasilianer über seine Beobachtungen der Deutschen. Auch das war sehr lustig. So konnte sich der Brasilianer köstlich darüber amüsieren, dass der Deutsche an sich, seine Mahlzeiten selektiert. Will heissen, der Deutsche hat nur eine warme Mahlzeit am Tag. Entweder nimmt er diese zu Mittag zu sich und weicht am Abend auf ein Belegtes aus oder aber er isst des Mittag einen Salat, da er abends noch eine warme Mahlzeit verspeisen muss.

Der Brasilianer ist sehr geduldig.
Vor allem ist er dies, wenn es darum geht, in seinem Lieblingsrestaurant einen Tisch zu ergattern. Selbst wenn er von aussen sieht, dass sich weitere Brasilianer um die Bar versammelt haben, da sie selbst auf einen Tisch warten, so steigt er aus seinem Wagen und lässt sich selbst auf die Warteliste setzen. Während er wartet, bestellt er sich entweder einen Caipi oder einen Chopp, etwas kleines zum Picken und wartet. Während er wartet, hat er jede Menge zu erzählen und auch als Nichtbrasilianer ist man oftmals im Stande zu verstehen, um was es geht.
Meist wird ihm nach etwas mehr als einer Stunde dann ein Tisch zugewiesen und wenn der Garcon ihm dann nach weiteren Minuten des Wartens sein Steak serviert, quittiert er dies mit einem lauten „OOOOOOOOOooooooohhhhhhhhh“ und bringt damit unmissverständlich zum Ausdruck, wie sehr er sich über dieses Stück totes Tier auf seinem Teller freut.
Nicht selten vernimmt man keinen Laut von ihm, während er sein Steak verspeist.

Fortsetzung folgt.

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