... und in den Taschen gar kein Geld.
Die Betreffzeile der gestrigen Mail lässt mich inne halten und erst mal schlucken. Weniger als 15 % meines Kreditrahmens seien noch übrig. Dabei hat der Monat erst angefangen und die nächste Abrechnung ist er Ende Mai fällig. Der Kreditrahmen der zweiten Karte ist eigentlich gar kein richtiger, denn dieser ist hier quasi mein Girokonto, auf welches ich zu jeder Tages- und Nachtzeit zugreifen kann.
So sitze ich gestern abend im Hotel und schreibe die Kollegen in good old Germany an, mit der Bitte, mir zu helfen und den Kreditrahmen entsprechend höher setzen zu lassen, damit ich hier nicht elend vor die Hunde gehen muss.
Es kommt halt doch einiges zusammen, wenn man in manch teurer Angelegenheit in Vorlage treten muss.
Gefahr erkannt – Gefahr gebannt und in den nächsten 48 Stunden sollte das Problem wohl gelöst sein und ich muss nicht mehr um meine Existenz bangen.
Womöglich muss ich um meine Gesundheit viel mehr bangen. Zur Erklärung. Meine Dusche – innen Marmor, aussen Glas – wird täglich gereinigt. Und zwar so gut gereinigt, dass ich mit zunehmender Regelmässigkeit nur Marmor sehe, aber kein Glas mehr. Will heissen, zum x-ten Mal in Folge, versuche ich meine Dusche zu betreten, ohne vorher das Glas beiseite geschoben zu haben. Inzwischen variiert nur noch die Intensität des Aufpralls meines Kopfes gegen die geschlossene Glastür. Schwinge ich meinen Astralkörper mit ordentlich Schmackes um die Kurve, kann ich von Glück reden, dass das Glas noch nicht in tausend Scherben zerbrochen ist. Immer wieder drehe ich mich in Richtung Spiegel, um eine Platzwunde über der rechten Augebraue ausschliessen zu können. Manchmal ist der Aufprall sanfter und was folgt ist ein Ditsch mit der rechten Hand gegen die Stirn, nur um mich selbst wieder zu ermahnen, ich solle beim nächsten Mal doch einfach mal daran denken, die Tür vorher zu öffnen … Ein blaues Auge habe ich noch nicht davon getragen und jetzt hoffe ich nur, dass die Dusche das noch die nächsten 2,5 Wochen überleben wird, denn dann werde ich womöglich in meine neue Bleibe umziehen …
Dann allerdings auch mit Glasdusche !!!
Sagt man nicht, dass gelegentliche kleinere Schläge auf den Hinterkopf das Denkvermögen erhöhen? Bei mir trifft das offensichtlich nicht zu. Vielmehr trifft zu: Andere Länder, andere Sitten, andere Fahrstühle. Unserer hier hat beispielsweise innen einen wunderschönen grossen Spiegel aufzuweisen, einen Flachbild-TV, auf welchem 24 Stunden lang Nachrichten in portugiesisch laufen, einen Handlauf und ganz genau 3 Knöpfe. Einer davon ist ein Notrufknopf. Die anderen beiden dienen nur dazu, entweder die Tür offen zu halten oder aber sie ganz schnell zu schliessen. Immer wieder stehe ich im Fahrstuhl und frage mich, warum sich nichts bewegt und immer wieder bin ich überrascht, dass ich keine Stockwerksknöpfe finden kann. So muss ich wieder aussteigen, mich zum nächsten „Touchpad“ begeben, mein gewünschtes Stockwerk, vorzugsweise das 12., auswählen und im Display ablesen, zu welchem Fahrstuhl ich mich begeben soll. Die Nummer kann ich noch eintippen, doch dann dreh ich mich auch schon um und sehe somit nicht, welcher Fahrstuhl zur 12 fährt. Also wiederhole ich den Vorgang.
Solange ich alleine fahre, ist alles wunderbar. Befinden sich jedoch noch weitere Personen im Fahrstuhl, kann es jedoch problematisch werden. Nicht selten steige ich, dem Herdentrieb folgend, im falschen Stockwerk aus. Wenn ich in 12 will und jemand nach mir drückt und in die 7 will, dann fahren wir im gleichen Fahrstuhl. Ich allerdings hab nur meine 12 im Kopf und sobald der Fahrstuhl hält, steig ich mit aus – logisch, im falschen Stockwerk. Und dann beginnt das gleiche Spiel von vorne …
Vor einiger Zeit, als ich mal zu Besuch hier war, dachte ich, ich könnte die Treppe für 2 Stockwerke nehmen. Was ich allerdings nicht wusste ist, dass ich die Treppe eigentlich nicht hätte nehmen dürfen. Die Türen liessen sich nämlich nur ZUM Treppenhaus öffnen, jedoch nicht aus dem Treppenhaus. Und so stand ich da im Treppenhaus für ca. 1 Stunde, bis man mich endlich gefunden hat …
Offensichtlich stimmte mit meinem Kopf damals schon was nicht, denn da hatte ich keine Glasdusche, gegen die ich dauerhaft gerannt bin …
Lustig ist allerdings auch, dass ich fast jeden Tag ein Handtuch „vermisse“. Manchmal hab ich 4 Duschhandtücher, aber keine kleinen am Waschbecken. Manchmal hat’s nur kleine, aber keinen grossen. Am besten war’s jedoch, als ich nur ein kleines hatte, dafür aber insgesamt 4 Badvorleger. Ja nu, bei den kleinen und grossen Handtüchern ist es mir egal, da ich aber nicht weiss, ob die Vorleger wirklich frisch gewaschen sind, organisiere ich mir in solchen Fällen dann doch lieber ein frisches Handtuch.
Um der Dame, die sich um mein Zimmer kümmert, ein wenig unter die Arme zu greifen, beschliesse ich, Trinkgeld hinzulegen. Ein paar Real lege ich bereit und schreibe auf einen Zettel „Obrigada“, was soviel wie DANKE heisst. Am abend war das Geld weg, der Zettel auch. Stattdessen finde ich einen Berg von Schokodrops vor, 1 Duschhandtuch, 2 Badvorleger und 2 neue Handseifen. Auch nicht schlecht ….
Inzwischen gehe ich regelmässig auf’s Laufband unter’s Dach und nehme mir dann dort ein frisches Handtuch mit, so ich eines brauche …
So, und beim nächsten Gong ist es dann heute abend und ich hab die Tür zur Dusche wieder nicht aufgemacht.
Gehabt euch wohl,
Eure Jana
Die Betreffzeile der gestrigen Mail lässt mich inne halten und erst mal schlucken. Weniger als 15 % meines Kreditrahmens seien noch übrig. Dabei hat der Monat erst angefangen und die nächste Abrechnung ist er Ende Mai fällig. Der Kreditrahmen der zweiten Karte ist eigentlich gar kein richtiger, denn dieser ist hier quasi mein Girokonto, auf welches ich zu jeder Tages- und Nachtzeit zugreifen kann.
So sitze ich gestern abend im Hotel und schreibe die Kollegen in good old Germany an, mit der Bitte, mir zu helfen und den Kreditrahmen entsprechend höher setzen zu lassen, damit ich hier nicht elend vor die Hunde gehen muss.
Es kommt halt doch einiges zusammen, wenn man in manch teurer Angelegenheit in Vorlage treten muss.
Gefahr erkannt – Gefahr gebannt und in den nächsten 48 Stunden sollte das Problem wohl gelöst sein und ich muss nicht mehr um meine Existenz bangen.
Womöglich muss ich um meine Gesundheit viel mehr bangen. Zur Erklärung. Meine Dusche – innen Marmor, aussen Glas – wird täglich gereinigt. Und zwar so gut gereinigt, dass ich mit zunehmender Regelmässigkeit nur Marmor sehe, aber kein Glas mehr. Will heissen, zum x-ten Mal in Folge, versuche ich meine Dusche zu betreten, ohne vorher das Glas beiseite geschoben zu haben. Inzwischen variiert nur noch die Intensität des Aufpralls meines Kopfes gegen die geschlossene Glastür. Schwinge ich meinen Astralkörper mit ordentlich Schmackes um die Kurve, kann ich von Glück reden, dass das Glas noch nicht in tausend Scherben zerbrochen ist. Immer wieder drehe ich mich in Richtung Spiegel, um eine Platzwunde über der rechten Augebraue ausschliessen zu können. Manchmal ist der Aufprall sanfter und was folgt ist ein Ditsch mit der rechten Hand gegen die Stirn, nur um mich selbst wieder zu ermahnen, ich solle beim nächsten Mal doch einfach mal daran denken, die Tür vorher zu öffnen … Ein blaues Auge habe ich noch nicht davon getragen und jetzt hoffe ich nur, dass die Dusche das noch die nächsten 2,5 Wochen überleben wird, denn dann werde ich womöglich in meine neue Bleibe umziehen …
Dann allerdings auch mit Glasdusche !!!
Sagt man nicht, dass gelegentliche kleinere Schläge auf den Hinterkopf das Denkvermögen erhöhen? Bei mir trifft das offensichtlich nicht zu. Vielmehr trifft zu: Andere Länder, andere Sitten, andere Fahrstühle. Unserer hier hat beispielsweise innen einen wunderschönen grossen Spiegel aufzuweisen, einen Flachbild-TV, auf welchem 24 Stunden lang Nachrichten in portugiesisch laufen, einen Handlauf und ganz genau 3 Knöpfe. Einer davon ist ein Notrufknopf. Die anderen beiden dienen nur dazu, entweder die Tür offen zu halten oder aber sie ganz schnell zu schliessen. Immer wieder stehe ich im Fahrstuhl und frage mich, warum sich nichts bewegt und immer wieder bin ich überrascht, dass ich keine Stockwerksknöpfe finden kann. So muss ich wieder aussteigen, mich zum nächsten „Touchpad“ begeben, mein gewünschtes Stockwerk, vorzugsweise das 12., auswählen und im Display ablesen, zu welchem Fahrstuhl ich mich begeben soll. Die Nummer kann ich noch eintippen, doch dann dreh ich mich auch schon um und sehe somit nicht, welcher Fahrstuhl zur 12 fährt. Also wiederhole ich den Vorgang.
Solange ich alleine fahre, ist alles wunderbar. Befinden sich jedoch noch weitere Personen im Fahrstuhl, kann es jedoch problematisch werden. Nicht selten steige ich, dem Herdentrieb folgend, im falschen Stockwerk aus. Wenn ich in 12 will und jemand nach mir drückt und in die 7 will, dann fahren wir im gleichen Fahrstuhl. Ich allerdings hab nur meine 12 im Kopf und sobald der Fahrstuhl hält, steig ich mit aus – logisch, im falschen Stockwerk. Und dann beginnt das gleiche Spiel von vorne …
Vor einiger Zeit, als ich mal zu Besuch hier war, dachte ich, ich könnte die Treppe für 2 Stockwerke nehmen. Was ich allerdings nicht wusste ist, dass ich die Treppe eigentlich nicht hätte nehmen dürfen. Die Türen liessen sich nämlich nur ZUM Treppenhaus öffnen, jedoch nicht aus dem Treppenhaus. Und so stand ich da im Treppenhaus für ca. 1 Stunde, bis man mich endlich gefunden hat …
Offensichtlich stimmte mit meinem Kopf damals schon was nicht, denn da hatte ich keine Glasdusche, gegen die ich dauerhaft gerannt bin …
Lustig ist allerdings auch, dass ich fast jeden Tag ein Handtuch „vermisse“. Manchmal hab ich 4 Duschhandtücher, aber keine kleinen am Waschbecken. Manchmal hat’s nur kleine, aber keinen grossen. Am besten war’s jedoch, als ich nur ein kleines hatte, dafür aber insgesamt 4 Badvorleger. Ja nu, bei den kleinen und grossen Handtüchern ist es mir egal, da ich aber nicht weiss, ob die Vorleger wirklich frisch gewaschen sind, organisiere ich mir in solchen Fällen dann doch lieber ein frisches Handtuch.
Um der Dame, die sich um mein Zimmer kümmert, ein wenig unter die Arme zu greifen, beschliesse ich, Trinkgeld hinzulegen. Ein paar Real lege ich bereit und schreibe auf einen Zettel „Obrigada“, was soviel wie DANKE heisst. Am abend war das Geld weg, der Zettel auch. Stattdessen finde ich einen Berg von Schokodrops vor, 1 Duschhandtuch, 2 Badvorleger und 2 neue Handseifen. Auch nicht schlecht ….
Inzwischen gehe ich regelmässig auf’s Laufband unter’s Dach und nehme mir dann dort ein frisches Handtuch mit, so ich eines brauche …
So, und beim nächsten Gong ist es dann heute abend und ich hab die Tür zur Dusche wieder nicht aufgemacht.
Gehabt euch wohl,
Eure Jana
also wenn Du nicht rückwärts in die Dusche rein gehst, kann das mit dem Hinterkopf-Dingenskirchen nicht funktionieren! Und noch was - Obrigada - für diesen Blog! *m&ms-rüberschieb* einfach erfrischend.
AntwortenLöschenDanke für den ersten Lacher am Morgen! :D
AntwortenLöschenIch müsste dann wohl obrigado für diesen Brüllerblog sagen, oder? Ich wünsch Dir, dass wenn schon Aufprall, es der mit dem sanften Ditsch wird. Ditsche sind cool...
AntwortenLöschenIch seh's ja jetzt erst !!!! SusAsanne !!!! Wie schööööön :-)
AntwortenLöschen