Teil 4.
Der Brasilianer und die Strasse.
Beobachtet habe ich in der Stadt bereits, dass sich selbst in SP die Strasse gern zu Eigen macht. In der „Countryside“ scheint die Strasse des Brasilianer’s zweites Wohnzimmer zu sein. Die Strasse, von der ich spreche, kommt einer uns bekannten deutschen Überlandstrasse gleich, die links und rechts genug Platz zum Ausweichen, Panne beheben, Joggen, Radeln, Spazierengehen bietet. Hier sitzt der Brasilianer im Kreise seiner Lieben, raucht, trinkt, redet und gestikuliert wild. Die Blechlawine, die da an ihm vorbeirollt, scheint ihn keineswegs zu stören. Ein anderer Brasilianer dauerläuft der Strasse entlang, während ein anderer mit dem Rad von A nach B kommt.
Der Brasilianer mag’s leger.
Zumindest Freitags, denn da herrscht im Büro „Casual Friday“. Dieser wird live und Farbe gelebt. Jeder erscheint so casual, wie er es eben gerne mag. Keiner der Herren trägt Schlips, während nur wenige Frauen dabei sind, die ihre High Heels gegen flaches Schuhwerk und bequeme Klamotten tauschen. Dies scheint auch nicht nur in unserer Firma Usus zu sein, denn beim Mittagessen begegnet man gleichgesinnten Spezies.
Der Brasilianer und Mallorca.
Auf den ersten Blick gibt es da keine Gemeinsamkeit. Aber eben nur auf den Ersten. Auf den Zweiten schaut’s nämlich so aus, dass der Ballermann in Brasilien „Praia Grande“ heisst, der Sangria-Eimer nur gegen Kühlboxen im Bierdosen-Design auszutauschen ist und anstelle von Jürgen Drews, „utz-utzt“ es aus mächtig aufgemotzen Auto-Dolby-Surround-Systemen, die dicht an dicht am Strassenrand aufgereiht sind. Zur Strand-„Rush-Hour“ tönt es aus jedem dritten Auto anders, eine ganze Traube von Menschen steht dort versammelt und schwingt den Körper im Takt der … naja, Musik. Utz-Utz.
Am Strand selbst stehen die Bierdosen-Kühler im Sand und die Chopps werden nur so weggehauen … Hin und wieder mischt sich eine Kokosnuss unter, doch das ist eher selten. Man trinkt das Bier hier auch nicht mit Strohhalm.
Der Brasilianer und soziale Grunzlaute.
Ein „aha“, „hm“ oder „jaja“ vernimmt man hier selten. Ich versuche im Folgenden mal ein brasilianisches kurzes Telefonat non-verbal darzustellen. Und das geht so:
Aloha (wahlweise auch: Aloha Mariana (so die bra Version meines Names). Also noch mal:
Aloha.
Ta bom. … Ta. … Ta … Ta …
Otimo (= super).
Ta.
Ta bom.
Ta.
Ta.
Ta.
Brigada. Beijo-beijo. Brigada-brigada. Beijo.
Ciao-ciao. Beijo.
Ab und an, wird der Beijo gegen ein Abraco (= Umarmung) getauscht, der Rest kann 1:1 übernommen werden.
Der Brasilianer und die Aussprache.
Das brasilianische Portugiesisch besteht aus unglaublich vielen „tsch“ „ou“ „u“ Endungen. Das „tsch“ taucht jedoch auch sehr oft inmitten eines Wortes auf. Im Folgenden ein paar Worte, die mir inzwischen geläufig sind, ich sie aber noch immer sehr lustig finde. Achtung: Ich schreibe sie so, wie sie hier gesprochen werden und eine Übersetzung gibt es nicht dazu ;-):
- Hotschileini
- Internetschi
- na verdadschi
- Passaportschi
- Hotschidogi
- Feicibuki
- Brasiu
- Hoteu
Fortsetzung folgt.
Dank Dir hab ich morgens schon ein Lächeln auf den Lippen! Einfach nur wunderbar so in den Tag zu starten! :) lg dat petra
AntwortenLöschenDann kommt "Gudschi gudschi gudschi" bestimmt aus Brasilia. Und Heintje hat sein Heidschibumbeitschie auch nur geklaut. ;)
AntwortenLöschen