Sonntag, 3. April 2011

Bom dia ...

… oder so ähnlich !



Tag 2 in der Fremde.
Heute fühlt es sich allerdings nicht mehr ganz so fremd an, wie gestern noch. Nach insgesamt 11 Stunden erholsamem Schlaf, fühle ich mich, als könne ich Bäume ausreissen. Ich ganz allein und ganz ohne Hilfe. Doch vorerst muss ich mich aus dem Bett schieben, um die Hotelzimmertür vor unbefugtem Zutritt zu schützen. Schliesslich möchte ich nicht geweckt werden.

Wo ich doch schon mal wach bin und gerade in der Küche stehe, die sich zufälligerweise direkt neben meiner Eingangstür befindet, mache ich mich an die Zubereitung meines ersten Mikrowellenkaffees. Ein grosses Gefäss zum Erhitzen des Wassers findet sich nicht und so müssen die beiden einzigen auffindbaren kleinen Tassen zum Wasserkochen dienen. 3 einhalb Minuten reichen aus, um das flüssige Nass in den Tassen zum Kochen zu bringen. In einem Glas mische ich dann den Instantkaffe samt Zuckerersatzstoff zusammen und fülle mit dem gekochten Wasser auf. Glücklicherweise konnte ich bereits gestern laktosefreie Milch und auch Joghurt auftreiben, so dass auch hier nichts schief gehen kann. Mit dem Kaffee bewaffnet begebe ich mich wieder zurück ins Bett und schalte mir mein Webradio ein, damit irgendwer mir spricht.

Eine Mail ins Studio ist schnell abgesetzt und während ich mit anderen Dingen beschäftigt bin, krieg ich mit, wie meine Nachricht auch noch vorgelesen wird … Kurz darauf dann auch eine Mail von Heidrun, die es auch noch gehört hat und mich aufmuntert, dass alles gut wird … Aber klar doch – alles wird gut ;-)

Die Zeit vergeht wie im Fluge und fast schon muss ich mich beeilen, um pünktlich um 1300 geschniegelt und gestriegelt vor der Tür zu stehen. Während ich so im Badezimmer stehe und mir unmittelbare Umgebung genau ansehe, stelle ich fest: Andere Länder, andere Sitten … Im Bad findet sich alles, was ein europäisches Bad auch zu bieten hat. Was ich jedoch vermisse, ist die Bürste für's Örtchen … Ich suche und finde nichts … Stattdessen hängt da, direkt neben dem Wasserkasten ein Schlauch in einer Halterung. Unweigerlich muss ich lachen, denn während man in Europa bürstet, „kärchert“ man in Brasilenien wohl … Der Mini-Kärcher für's Klo … Ich beschliesse, mich für den Ernstfall zu wappnen und mach ne „Trockenübung“ … Also, ganz ohne ist das nicht, denn da sind jede Menge Bar drauf … wenn nicht sogar noch mehr …
Dies sei jedoch nur am Rande erwähnt und für jene als Information gedacht, die sich mal auf den Weg nach Brasilenien machen wollen …

1300 sharp stehe ich vor dem Hoteleingang und schon sehe ich Javier um die Ecke kommen. Irgendwie erkennt man die Leute immer, auch wenn man sie noch nie gesehen hat. Kaum dass wir uns begrüsst haben, fangen wir zu reden an … Es geht in einer Tour und wir hoppen von einem Thema zum nächsten und wieder zurück. Im nahegelegenen Shopping Center grätschen wir beim Kolumbianer zum Essen ein und beschliessen danach das Taxi zum Park Iberapuera zu nehmen. Leider regnet es Bindfäden und daher fällt der Spaziergang nicht ganz so ausgiebig aus.
Ein erster Willkommens-Caipi muss allerdings sein und wir beschliessen, diesen in der Sky Bar zu uns zu nehmen. Da die Sky Bar über eine tolle Terrasse verfügt, schlage ich vor, den Caipi zu verschieben und auf schöneres Wetter zu warten und stattdessen in eine andere Kneipe (und davon gibt es hier reichlich) einzukehren.

Einmal mehr kommen wir mit unseren Themen vom Hunderstel ins Tausendstel und schon sind wir bei der Glaubensfrage. Die Kirche liegt auf dem Weg nach Hause und da die Messe wohl gerade angefangen hat, beschliessen wir kurzerhand diese auch zu besuchen. Davon ganz abgesehen, ich hatte sowieso vor, mich nach der nächsten katholischen Kirche zu erkundigen und nun weiss ich zumindest wo eine ist. Naja, zumindest wusste ich wo eine ist, denn ob ich sie allein wieder finden würde, weiss ich nicht.
Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich mich hier selbst durch die Gassen navigieren kann … Es ist ja erst mein zweiter Tag …

Alles in allem, ein perfekter verregneter Tag in Sao Paulo …
Morgen starte ich mit einem Frühstück mit den neuen Arbeitskollegen dann werde ich wohl ziemlich beschäftigt mit Wohnung suchen sein …
Ich glaub, auch das wird ziemlich lustig und spannend werden …

Für heute gehab ich mich erst mal wohl, ihr euch allerdings auch :-)

Eure Jana

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