Donnerstag, 28. April 2011

Girls night out ...

… und dann war mir doch noch ganz blümerant !




Ich schlage gerade mal kurz die Brücke zum Ostermontag.
An diesem Tag habe ich die kabellose Verbindung zum Internetschi verloren. Völlig überfordert, am Ende auch total frustriert, sitze ich am Morgen da. Das verabredete Telefonat mit Vonne fällt ins Wasser und ich hoffe nur, dass es nicht an meinem Rechner liegt. Das würde mir ja jetzt noch fehlen. Ein Problem mit dem Rechner und keiner von der privaten „Hotschileini“ da, den ich fragen könnte. Volker und Michael sind schlichtweg zuuuu weit weg.
Es bleibt nur die heimliche Hoffnung, dass bis zum Abend das Problem wieder behoben ist.

Der Abend bringt jedoch etwas ganz anderes. Zunächst einmal bringt er Fernanda, die ich sofort ins rechte Licht rücke hinsichtlich meines Verbindungsproblems, da ich denke, dass sie die einzige ist, die mir an diesem Abend noch helfen kann, falls es zu Verständigungsschwierigkeiten kommen sollte. WLAN geht nicht und ich organisiere mir ein Kabel. Es ist gefühlte 10 cm lang und ich häng mit dem Rechner fast an der Wand neben der Steckdose. Doch nachdem ich ein zweites mal die Flatrate für das Dingens bezahle, habe ich endlich Zugang zur Aussenwelt und der Sprachkurs kann beginnen.
Als Fernanda weg ist, informiere ich die Jungs an der Rezeption, sie mögen doch bitte die zweite Zahlung für’s Internet von meiner Hotelrechnung streichen.
Ja, ja – so die Antwort.

Gestern nun.
Ich bin so zeitig zu Hause, dass ich noch Zeit habe, das Internet zu checken, das Laufband auf Herz und Nieren zu prüfen, mit dem Kopf durch die Dusch-Glastür und mich für die Ladies-Night fertig zu machen. Debora hat mir noch ne Nachricht über Facebook zukommen lassen, dass die Location kurzfristig geändert wurde, da a) das Wetter nicht mehr so schön war und b) es in der ersten Bar nur Plätze draussen, aber keine überdachten zu bieten hat.
Ich solle doch kurz bescheid geben, ob mich diese Information erreicht hat. Und so gebe ich per SMS bescheid und verschaffe mir noch einen kurzen virtuellen Überblick, wo die Bar zu finden ist.

Fehlerfrei kann ich dem Taxifahrer die Adresse nennen und schon fahren wir los. Wir kommen in der Rua Fernando de Albuquerque, 52 an. Er will mich aussteigen lassen, doch weit und breit keine Bar zu sehen. Das kann doch nicht sein … Verdammt! Ich rufe Debs an und berichte ganz aufgeregt, dass ich in der Fernando-Strasse stehe, aber in der 52 keine Bar ist. Inzwischen fahren der Taximann und ich in Richtung um den Block. Debs bittet mich auszusteigen, ich sei sehr nah. So zahle ich, steige aus und laufe zurück zur 52.

Wir telefonieren wieder und wenige Sekunden später lachen wir, was das Zeug hält, denn sie hat mir die falsche Hausnummer genannt. Die Bar ist in der 57, direkt auf der anderen Strassenseite und so stehen wir uns gegenüber und telefonieren. Und so sehen Debs und ich uns zum ersten Mal. Debs ist ne Freundin, einer Freundin, die die Freundin einer anderen Freundin ist, die ich aus Deutschland kenne, weil die nach LU delegiert ist. So oder so ähnlich halt.
Wir schnattern drauf los und verstehen uns auf Anhieb. Die anderen Mädels kommen auch bald und so lerne ich noch Sara, Silvia und Erika kennen und wir haben einen verdammt schönen Abend. Der Caipi hat mächtig viele Umdrehungen, doch das Taxi weiss ja, wo mein Haus wohnt.

Mein Blick auf die Uhr lässt mich erschrecken, denn so lange wollte ich eigentlich gar nicht bleiben. Silvia ist schon müde und ziemlich traurig, weil sie tags drauf ihren Rückweg nach London antreten muss (eigentlich ist sie Schwedin) und der Rest zeigt sich solidarisch und bricht mit auf.
Am nahegelegenen Taxistand organisiere ich mir ein Fahrzeug samt Fahrer und schon geht’s los. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste – und diesmal habe ich das Gefühl sehr sehr viel vorsichtiger sein zu müssen. Ich beobachte scharf und höre noch schärfer zu, als mich der Fahrer diverse Dinge fragt. Es ist die Art und Weise, wie er fragt und die Tatsache, dass er sich den Rückspiegel so zurecht dreht, dass er mich dauerbeobachten kann. Ich checke die Tür und sehe, dass ich den Knopf selbst nach oben ziehen kann, wenn es denn sein müsste. Als er mich nach dem Familienstand etc. fragt, lasse ich ihn selbstverständlich wissen, dass ich mit Mann und Kindern hier sei und dann ist auch das Hotel schon in greifbarer Nähe – also zumindest weiss ich dann auch wieder, in welchem Teil der Stadt ich mich befinde und fühle mich ein klein wenig sicherer.
Vor dem Hotel wartet dann auch schon ein mir bekanntes Gesicht, öffnet mir die Tür und dann ist’s fein …

Eine ganze Weile liege ich noch wach und denke nach. Ich fühle mich so hilflos, da ich die Sprache nicht spreche. Die Stadt ist zu gross, als dass ich mich orientieren könnte. Wie denn auch, ich kann mich ja im Umkreis von 3-4 Blocks kaum ordentlich orientieren. Das Fremde macht mir ein klein wenig angst, aber auch die Menschen, die eben so ganz anders sind, als zu Hause. Doch all das ist wohl normal und gehört mit dazu. Ich werde mit der Zeit lernen, all das zu verstehen, einordnen und auch damit umgehen zu können.

Gehabt Euch wohl,
Eure Jana.

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