Sonntag, 13. November 2011

Es ist mal wieder soweit ...

… arm wie ne Kirchenmaus!


„Über Geld spricht man nicht, man hat es!“
Und da ich nun mal keines habe, kann ich nun auch völlig und ungeniert darüber sprechen. Oder auch schreiben.

Meine Bank und ich – und gerade überlege ich, ob ich nicht den Blogtitel umbenennen soll. Nun gut. Ich geb mal einen kurzen Abriss darüber, wie ich hier meine Bankgeschichten zu erledigen pflege.

Nach der letzten „Fehlüberweisung“ - es wurden statt der transferierten Real, Euronen gutgeschrieben – war mein brasilenien-Konto ziemlich satt gefüllt. Ne ganze Weile konnte ich so richtig aus den Vollen schöpfen, hier das Kärtchen zücken, dort mal bar bezahlen und hier und dort mal ne Überweisung tätigen. Fairerweise muss ich gestehen, dass ich mir eben von mir selbst nur etwas Geld geliehen hatte und dieses natürlich wieder irgendwie von meinem deutschen Konto auf das brasilianische schaffen musste.

Und das geht in der Regel so.
Über e-Banking überweise ich mir Geld von einem dt. Konto auf ein anderes dt. Konto. Von diesem anderen dt. Konto kann ich überall auf der Welt – also auch hier in Brasilien – Real am Automaten ziehen, ohne dafür Gebühren zu zahlen. Und der Umrechnungskurs ist auch noch ziemlich gut.
Da ich allerdings mit jedem Zug am Automaten nur 800 Real bekomme, wiederhole ich den Vorgang entsprechend oft und stapfe dann mit 2,5 kg Real in der Hand zur Geldeinzahlundaufskontogutschreibstelle. Selbstverständlich tu ich das nicht an jedem x-beliebigen Geldautomaten, sondern direkt in der Bank, da man sich ja hier nicht mit viel Geld auf der Strasse bewegen sollte.
So habe ich nun wieder nach und meine Schulden bei mir selbst bezahlt und konnte die laufenden Zahlungen hier in Sampa auch wieder per Online-Banking erledigen.

Leider produziert mein Konto kein Geld automatisch nach, wenn der Sicherheitsbestand angebrochen wird und so musste ich wieder Antrag auf Nachschub stellen. Diesmal wollten wir einen neuen Versuch wagen, Real aus D nach BR zu bringen. Und die Gebühren sollte dann allerdings auch zu Lasten des Geldübersenders gehen, damit ich den sauberen Betrag bekomme, den ich hier brauche. Der Prozess läuft an und ich warte.

In der Zwischenzeit werden allerdings noch weitere Zahlungen fällig. Es sind Arztrechnungen. Und das ist hier irgendwie alles andere als billig. Und so bezahle ich die Zahnärztin, die mir den provisorischen Zahn mit einem weiteren Provisorium füllte. Der Allgemeinmediziner, bei dem ich vorstellig wurde, nachdem nach 10 Tagen Antibiotikum der Husten noch immer nicht besser wurde, musste auch bezahlt werden. Hinzu kommt, dass wir noch ein grosses Blutbild haben machen lassen und somit habe ich direkt am Tag der Blutentnahme unzählige Real im Labor liegen lassen.
Jetzt bin ich nur noch gespannt, ob mein Doc in Deutschland nun auch noch Geld für die telefonische Konsultation verlangt …

Lange Rede kurz. Ich hab für die Vorlagenausgaben mein Konto geplündert … Letzte Woche dann die Info, die Real seien auf dem Weg, wäre auch schon bei der Bank angekommen, doch es gäbe Probleme bei der Gutschrift, ich solle mich mal wieder mit der Bank in Verbindung setzen.
Gesagt, getan. Ich schreibe Pamela eine Mail. In Portugiesisch (!!!) Ich bin soooo stolz auf mich. Pamela allerdings antwortet nicht, sondern steht 1 Tag später bei uns im Büro. Sie hatte was zu erledigen und informiert bei dieser Gelegenheit, dass bei der Überweisung ein Vermerk dabei sei, den sie selbst nicht kenne und sie sich jetzt erst mal erkundigen muss und sie mir dann bescheid geben wird.
So ist es und wir können es nicht ändern. Vorsichtig frage ich an, ob wir das bis zum 21.11. gelöst kriegen, denn am 22.11. fliege ich nach D. Bis dahin sollte die Kohle auf dem Konto sein, denn am 01.12. muss ich die Miete bezahlen (wenn ich sie später bezahlen, muss ich Strafe zahlen) und da ich nach dem 21.11. keine Gelegenheit mehr habe, die Autorisierung zu unterschreiben, müssten wir das vorher machen, denn wenn wir das nicht tun, dann ist kein Geld da, ich kann keine Miete zahlen und stehe vermutlich dann schon mit einem Bein im Gefängnis.

Calma. Alles wird gut. Sie klingt zuversichtlich.
Ich lehne mich entspannt zurück und arbeite weiter.

Vergangenen Donnerstag ruft Priscilla an. Jetzt redet sie in Lichtgeschwindigkeit mit mir, was mich wieder ganz nervös macht. Die Bruchteile, die ich meine zu verstehen, gefallen mir gar nicht.
Nach einer Weile pendeln wir uns auf ein Sprachtempo ein, mit welchem wir beide können und ich bin endlich soweit, die Lücken zu schliessen, die sich beim ersten Informationsaustausch ergeben haben.
Priscilla erklärt mir, dass ein neues „Cadastro“ eröffnet werden muss, da ich eine Überweisung in einer Währung erhalten hätte, die ich bislang noch nicht erhalten hätte. Und damit die Gutschrift erfolgen kann, soll ich zunächst per Mail folgende Dokumente liefern:

  • CPF (meine brasilianische Steuernummer)
  • RNE (meine brasilianische Ausländernummer)
  • einen Gehaltsnachweis meiner Firma
  • Mietvertrag
  • Rechnung Strom/Wasser/Gas

Erst dann könne das „Cadastro“ eröffnet werden und die Real gutgeschrieben werden.
Und dann erfahre ich, dass es gar nicht möglich ist, Real zu überweisen bzw. Real direkt zu empfangen.
Und das geht wiederum so:
Real werden zunächst in Dollares konvertiert (selbstverständlich nicht, ohne Gebühren vom überwiesenen Betrag abzuziehen). Danach werden die Dollares in Reales umgerechnet und wieder fallen Gebühren an.

Das hätte uns mal jemand sagen können. Dann hätte ich mir den ganzen Real Überweisungs-Quatsch sparen können …
Jetzt ist die Sache noch immer nicht durch. Ich warte, bis ich endlich autorisieren darf und dann sehe ich weiter …

Bis dahin hoffe ich, dass man mir nicht wieder ne Kreditkarte oder so sperrt, damit ich wenigstens das Plastikgeld weiter nutzen kann …

Ein paar Monate bleiben mir ja hier noch … Mal sehen, was sich die Bank noch so einfallen lassen wird …

Gehabt euch wohl,
Eure Jana

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