… Robinson in Sao Paulo !
Die Woche war hart.
Neben all den Wurzelbehandlungen, Schmerzen, schlaflosen Nächten, uneinsichtigen Pamelas und gesperrten Kreditkarten gibt es doch auch Schönes aus dem Flip-Flop Land zu berichten.
Total erledigt und mit schiefem Mund komme ich zu Hause an. Die Betäubung ist noch voll funktionsfähig, als ich mich darin versuche, mein Guarana – welches sich zu meinem absoluten Lieblingsgetränk gemausert hat – irgendwie zu trinken, ohne dass 90 % der guten Flüssigkeit aus den Mundwinkeln wieder rauslaufen. Mehr schlecht als recht gelingt es mir, als dann auch noch das Telefon klingelt. Stimmt ja, ich hab ja ein Festnetztelefon und die Nummer hab ich ja schliesslich auch weiter gegeben … Ich melde mich und Aalen ist dran … Alles ist sehr leise, kein Wunder, ist ja auch weit weg, und so beschliessen wir, uns bei einem Skyponat auch noch in die Augen zu sehen …
Bevor ich allerdings mit Gundula am Telefonieren war, habe ich mit Alex mal geklärt, ob er denn jemanden hat für die FestivAlma 2011 im Parque do Ibirapuera hat mobilisieren können … Er verneint und ich berichte von meinem Tretamento beim Doc … Wir lassen alles offen und ich mach die Planung des weiteren Abends vom Nachlassen der Spritze und den ggf. folgenden Schmerzen abhängig.
Während ich mit Gundula telefoniere und ihr von meinen Sorgen und Nöten, aber auch von den schönen Seiten des Lebens berichte, überlege ich heimlich still und leise, ob ich denn mit zu diesem Konzert gehen soll. Direkt nach dem Telefonat ist die Entscheidung gefallen.
Ein Taxi ist schnell herbeigewunken, die Richtung ist klar, nur wir haben keine Eintrittskarten. Abendkasse ist nicht und keiner von uns beiden hatte Zeit, sich um die Karten vorher zu kümmern.
Wollen doch mal sehen, was der Schwarzmarkt hergibt …
Mit fliessend gebrochenem Portugiesisch fragen wir uns durch die Reihen und kurz vor knapp finden sich dann auch 2 Herren, die je eine Karte an den Mann resp. die Frau zu bringen haben. Glück haben wir allerdings auch, denn wir zahlen nur 10 R$ mehr, als wir im Vorverkauf hätten zahlen müssen …
Innen drinnen ist es ganz schön voll. Sörfer, die nun als Skater unterwegs sind oder umgekehrt oder doch beides, wo immer man auch hinriecht, es riecht wie in einem Amsterdammer Coffee-Shop und die glasigen Augen um uns herum sind trotz gemunkelter Dunkelheit zu erkennen ;-) Ja nu, jedem das Seine …
Donavon allerdings trällert schon mächtig und die Stimmung ist gut …
Nach ganz arg wenigen Minuten ist es jedoch so heiß, dass uns der Schweiss ohne übriges Zutun von ganz allein von der Stirn rinnt … Wir drohen zu dehydrieren und machen uns auf die Suche nach dem nächsten Bierstand …
Jetzt könnte man so ne grosse Sörferwelle gebrauchen. Nur ein Schwapp und schon ist man dort. Stattdessen schlängeln wir uns durch die Menschenmassen und finden nun endlich auch den Stand der das heissersehnte kalte Bier beherbert. Doch leider ist dem nicht so, denn erst mal müssen wir Bons kaufen, damit wir 4,5 km weiter dann endlich das Bier bekommen.
Ein harter Kampf beginnt, denn rund um die Kühlboxen stehen sie schon Schlange und die Herrschaften, die das kühle Blonde weiterreichen sollen, haben alle Hände voll zu tun. Doch ich schaff das ! Tschakka …
10 min. später stossen Alex und ich an und reden über dies das und jenes und wippen im Takt mit.
Donavon singt vermutlich gerade das letzte Stück und wir begeben uns schon mal auf den Weg zum Ausgang … Wieder ist das Taxi schnell herbeigerufen und wir fahren nach Hause.
Mann, das war gut. Das war richtig, richtig gut …
Heute war allerdings auch so ein toller Tag …
Ruck Zuck war der Tag mit Dani festgemacht. Wir gehen Shoe-Shopping … Irgendwo, wo es viele, viele Schuhe an einem Ort gibt. Ich sage, ich fahre, damit ich das übe und so starten wir heute früh, mit pünktlicher 40minütiger Verspätung zum Shoe-Shopping … Um 13 h sind wir wieder zurück in der Stadt – im Gepäck insgesamt 9 Paar Schuhe … Keine schlechte Ausbeute, wenn man bedenkt, dass mir allein 5 Paar gehören.
Unsere Tour setzen wir – allerdings unter dem Vorwand im Shopping Morumbi zu Mittag zu essen – fort. Ich stelle recht schnell fest, ich sollte es unterlassen, mit mit Einheimischen auf solche Touren zu begeben. Die kennen sich einfach aus und wissen, wo man die Wirtschaft richtig gut ankurbeln kann …
Beruhigt bin ich nur, da Dani immer kräftig mitmacht … Sie steht mir in nichts nach und so probieren wir hier und dort und überhaupt sind die Tüten mit denen wir die Läden verlassen so richtig edel …
Hier ist es üblich, dass man das Eingekaufte dann auch noch an den Ausgang getragen bekommt.
Gegen 1530 haben wir endlich genug Hunger und auch Zeit, um uns dem Lunch zu widmen. All das ist ziemlich anstrengend.
Wieder zurück im Revier, lädt sie mich zu sich nach Hause ein und wir reden noch über dies das und jenes und schon mach ich mich auf den Weg nach Hause …
Im neuen Heim angekommen, packe ich selbstverständlich die Tüten aus und begutachte all das, was ich so habe erstehen können … Meine Herren, das sieht aber auch alles fein aus … ;-)
Und jetzt warte ich darauf, dass ich abgeholt werde, denn heute abend wollen wir ins Kino … Welchen Film wir uns allerdings ansehen werden, weiss ich noch nicht, doch auch das werden wir noch sehen …
In diesem Sinne, gehabt Euch wohl,
Eure Jana
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