Freitag, 13. Mai 2011

Irgendwann ...

… in grauer Vorzeit !



Ja, irgendwann, in grauer Vorzeit, fand ich es total spannend in Hotels zu übernachten. Das war, als ich anfing auf Dienstreisen zu gehen und die Hotels eben andere waren, als jene, die man privat so buchen würde.
Ich glaube, damals war meine erste Dienstreise nach Budapest und das Hotel war tippi-toppi. Sogar Bilder hab ich damals gemacht, weil ich das total spannend fand.

Und heute? Heute finde ich das – vor allem nach 5 (!!!) Wochen – gar nicht mehr so spannend. Das Hotel befindet sich nun auch nicht mehr in Budapest, sondern am anderen Ende der Welt, dennoch ändert es nichts an der Tatsache, dass es ein Hotel ist … Ein Hotel, welches ich so langsam nicht mehr sehen kann und auch dem Roomservice nichts mehr abgewinnen kann, der nach 5 Wochen noch immer nicht ganz verstanden hat, dass ich nicht zwingend 4 Duschvorleger brauche. Andere Länder, andere Sitten und heute eine andere Reservierung … Nämlich eine für noch ne Woche länger … Immer schön auf die geraden Zahlen achten …

Was war los?
Am vergangenen Samstag das erste Treffen mit dem Vermieter. „Meu Deus“, was ein schwieriger Typ und fast wäre der Mietvertrag geplatzt, weil sich Karin (Nummer 1) verplappert hat und dem Vermieter das ganz und gar nicht gefallen hat …
Ich lerne brasilianisch zu werden und bediene mich einer handelsüblichen brasilianischen Sache: Dem „Jeitinho Brasileiro“. Nein, kaufen kann man das nicht, doch der Brasilenier findet IMMER einen Weg … Irgendwie geht’s doch … Und so hab auch ich meinen Weg gefunden, den Vermieter ruhig gestellt, die Bestandsaufnahme beendet und bin am Ende mit drei unterschriebenen Versionen des Mietvertrages von Dannen geschritten …

Doch jetzt sind wieder andere am Zug. Die Rechtsabteilung schreibt was auf brasilienisch, was ich im Ansatz zu verstehen glaube und völlig entsetzt und aufgelöst bei der Personalabteilung anrufe, weil ich meinte verstanden zu haben, ich müsse mehr Miete zahlen. Mehr geht schon fast gar nicht mehr, doch so las sich das und so verstand ich das. Die Frau HR schafft es, mich zu beruhigen und alles ist wieder gut und die Rechtsabteilung übernimmt auch die Bürgschaft. Diese muss nun, wie alles andere auch, noch vom Notar beglaubigt werden und dann bekommt der Vermieter das wieder in dreifacher Ausfertigung.

Wenn all das erledigt ist, dann werde ich hoffentlich informiert, dass ich im Condo vorstellig werden kann, denn auch dort muss ich (evtl. auch dreifach) in Stein gemeisselt werden, damit ich auch ohne Probleme in meine Wohnung kommen kann. Wann das jedoch stattfinden wird, weiss ich nicht … Darum auch die Verlängerung des Hotelzimmers, denn selbst wenn alles soweit tippi-toppi ist, dann müssen da noch die Schlösser getauscht werden, das Internetschi muss noch angeschlossen und die „Deutsche Welle“ aktiviert und die Wohnung geputzt werden … Und dann kann ich mal loslegen und einkaufen gehen …

Puh, das ist ganz schön anstrengend … Und in der Zwischenzeit gibt’s immer mehr Wollmäuse zwischen den Koffern auf dem Boden, denn da kommt die Putzi mit ihrem Badvorleger nicht nicht …
So schaut’s aus – und nicht anders …
Und das ist auch der Grund, warum ich neben meinem King Size Bed noch andere Aufenthaltsorte gesucht und auch gefunden habe … So ist Sao Paulo ein mir lieb gewonnenes Wohnzimmer geworden. Ein Wohnzimmer mit einem geteilten Flatscreen-Bild. Hier ein Krimi, dort eine Komödie, hin und wieder ein bisschen Drama links unten in der Ecke, Sport in der Mitte, rechts aussen Musik und dazwischen ganz viel „1000 places to be before you die“.

Wenige Wochen ist es her, als mich mein Chef, mit leicht ironischem Unterton, fragte, wie es sich denn anfühle, einen so leeren privaten Terminkalender zu haben. So kenne man mich ja gar nicht … Wie schnell sich Dinge in wenigen Wochen doch auch ändern können, denn inzwischen ist Montags und Donnerstags Sprachkurs angesagt, die Wochenenden füllen sich ganz spontan, da macht man am besten gar nichts aus und seit gestern weiss ich, dass ich den Sprachkurs vom Donnerstag auf einen anderen Tag verschieben muss, denn Dienstags und Donnerstags werde ich zum Flamenco gehen und dann ist die Woche auch schon wieder fast um …

Ja, ich lerne Flamenco tanzen … Doch wenn ich ganz ehrlich bin, ist es ja von da aus nicht mehr weit zum Samba :D
Und dann kommt ja in drei Wochen die Tuti schon !!! Möööönsch, was freu ich mich darauf !!! Und die Gundula hat auch schon gebucht und ich hab meinen Urlaub eingereicht … Nur Vonne und Volker überlegen noch … :) Im Juli schau ich dann mal 2 Wochen lang nach dem Rechten und kann mich dann vom ordnungsgemässen Grillzustand bei Vonne und Volker überzeugen, Tuti zum Älterwerden gratulieren und mich von Heidrun bekochen und –trinken lassen ;-) Dazwischen gibt’s Luft für viele, viele andere Aktivitäten, die zu gegebener Zeit fix ausgemacht werden ;-)

Soviel vom anderen Ende der Welt …
Der Winter schmeckt bei 28 °C richtig gut ;-) nur an manchen Tagen wird’s ein bisschen frisch … da wird’s dann schon auch richtig kalt …

Gehabt Euch wohl,
Euer „Brasilienschatzi“ :D

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