Montag, 2. Mai 2011

Freizeitstress ...



… gepaart mit Umzugsstress !



Als ich noch nicht hier war, sondern eben noch zu Hause, konnte ich mir ganz und gar nicht vorstellen, wie das so ablaufen wird, mit Leute kennenlernen, soziales Netzwerk aufbauen, Freizeitaktivitäten planen etc. Alles schien so unerreicht, so weit weg und vor allem – ich hatte so gar keine Idee …

Inzwischen habe ich mich eines besseren belehren lassen.
So schaut's nämlich diese Woche aus:

Montag:
Sprachkurs
Dienstag:
Ruhetag
Mittwoch:
Happy Hour mit der Kollegin vom Interkulturellen Training
Donnerstag:
Entweder Salsa-Tanzen mit ein paar Leuten vom Wochenende oder aber mit Daniel, dem Peruaner was trinken gehen
Freitag:
Happy Hour mit Kollegen, noch später am Abend Einladung zu einer Geburtstagsfeier.
Samstag:
Besichtigung eines Marktes am Vormittag, Mittagessen und um 1500 Kindergeburtstag
Sonntag:
Mittagessen

Dazwischen sollte irgendwann dann auch mal mein Mietvertrag unterschriftsbereit sein und ich sollte dann mal noch zwischendrin umgezogen sein. Doch nicht nur das, ich muss dann auch noch meinen Hausstand kaufen gehen … Mir fehlt nämlich so ziemlich alles … Von der Tupper bis zur Ware …
Alles einfach.
Zum Glück lebe ich hier und hier kennt man weder Sonn- noch Feiertag, weder Tages- noch Nachtzeit. Hier ist immer offen. 24/7 !
Ja nu, bis zum kommenden Montag bin ich ja hier im Hotel noch sicher …

Zu all dem genannten Stress gesellt sich dann auch noch mein Stress mit dem Essen. Damit habe ich hier noch so meine Probleme. Jetzt weniger mit dem Akt des Essens, vielmehr mit der Auswahl des selbigen.
Fleisch kann eben nicht immer mein Gemüse sein und es wird Zeit, dass ich mal die grundlegenden Dinge in der Fremdsprache erlerne.

Im folgenden – mal wieder zur Erheiterung – die Geschichte vom Wochenende und wie es sich zugetragen hat.
Am Samstag verabredet sich Javier spontan mit mir zum Kaffee, was darin endet, dass wir dann doch wieder ein spätes Mittagessen zu uns nehmen. Er stellt mir die obligatorische Frage, worauf ich denn Hunger hätte und da Fleisch, wie gesagt, das einzige mir bekannte Gemüse ist, äussere ich den Wunsch nach einem guten Stück totem Tier.
Da wir uns gerade im kulinarischen Zentrum von SP befinden, steuern wir den Foodcourt an. Vor lauter Auswahl kann ich mich schon wieder nicht entscheiden …
Und dann fallen da so Äusserungen, lass uns Mexikanisch essen, irgendwann dann doch lieber Asiatisch und am Ende reiht sich mein Begleiter bei der brasilianischen Vapiano Version ein.
Hm, wie war das noch mit Fleisch? Mexikaner? Asiate?
Na gut, nehmen wir den Italiener. Nichts desto weniger wage ich noch einen Blick auf die Speisekarte des Burger-Manns und reihe mich, in Ermangelung entsprechender Auswahlmöglichkeiten, auch beim Italiener ein. Vor mir eine Dame, die ihre Pasta bestellt und munter auswählt, welche Zutaten sie in ihre Pastasosse haben will. Hier ein paar Champignons, da ein bisschen Schinken, ein bisschen was Grünes usw.
Die Karte habe ich noch längst nicht verinnerlicht, als ich auch schon dran bin.
Ich stehe unter Stress. Irgendwie unter Druck. Wie um Himmels Willen, soll ich erklären, was ich will, wenn die Gemüsedöschen nicht so stehen, als dass ich hätte zeigen können, was ich will.
Das einzig sichere, das ich in dieser Situation zu bestellen vermag ist:
„Penne Arrabiata, por favor!“
Die Fragezeichen auf der Stirn des Pastakoches kann ich erkennen.
Ich wiederhole: „Penne Arrabiata, por favor!“
Er: „Aaaah, Penni?“
Ich: „Sim, Penni.“ (ich bin aber auch ein Penni, dass ich das noch nicht weiss)
Jetzt nur noch das mit der Arrabiata klären.
Ich wiederhole: „Arrabiata! (und dann fällt mir ganz spontan doch das Wort für Sosse ein) Molho Arrabiata!“
Der Mann hinter der Glasscheibe scheint mich nicht zu verstehen und so sage ich nur: „Molho Tomate.“ Diesmal scheint er zu verstehen und schmettert mir durch die Glasscheibe wohl die Frage entgegen: „Und was soll da bitte rein?“
Am liebsten wäre ich durch die Glasscheibe durch (der geneigte Leser weiss allerdings, dass ich damit so meine Schwierigkeiten habe) und so winke ich nur ab und gebe ihm zu verstehen, dass ich da nichts rein haben will von dem ach so lekkeren Gemüsezeug, von dem Schinken und Bacon und von den lekkeren Peperoni, die aus meiner Molho Tomate dann ansatzweise sowas wie ne Arrabiata gemacht hätten.

Mein Gesicht spricht Bände und gibt zu verstehen, dass ich mit meiner Wahl des Essens ganz und gar nicht glücklich bin. Bin ich auch nicht … Da sitz ich nun mit meiner Penni mit Tomatensosse und krieg mit nichts auch nur im Ansatz Pepp in den Dipp.
Javier hat sich seine Sosse allerdings mit den Chiliflocken ziemlich verschärft. Dass er nicht Feuer speit, ist grad alles … Er hat schon fertig, während ich noch immer lustlos in meiner Penni stocher. Ich geb dem ganzen noch einen letzten Versuch und vermische den Rest seiner feurig-scharfen Sosse mit meiner geschmacksneutralen Plörre und heraus kommt etwas, das im Ansatz nach etwas schmeckt, was gewürzt ist …

Mir scheint, als müsse ich am Essen noch arbeiten …
Fehlerfrei und ziemlich sicher kann ich „Sorvetschi Tschokolatschi“ bestellen …
Und das ist die Hauptsache …

Schlaft gut und gehabt Euch wohl,
Eure Jana

Sonntag, 1. Mai 2011

So ...

… der Anfang ist gemacht!



Der Freitag kommt immer wieder so plötzlich und vor allem so schnell. Kaum beginnt das Wochenende, ist die Woche auch schon wieder um … Die Zeit rinnt mir hier durch die Finger und wenn dies in diesem Tempo weitergeht, brauche ich 2 Jahre, um mit der mir aufgetragenen Aufgabe durchzukommen …
Doch reden wir nicht über Arbeit … Jetzt ist Wochenende und tja, was soll ich sagen … Ich taue auf …

Den Arbeitstag am Freitag beende ich bereits kurz nach 1500 und begebe mich zu „Rossana Hair“, um einen neuen Termin zur Maniküre etc. zu vereinbaren. Mit Bruchstücken an portugiesischen Vokabeln gebe ich zu verstehen, dass ich: „Morgen (amanha), zeige auf die Finger und simuliere Nagelanmalen, forme mit Daumen und Zeigefinger eine Pinzette und zupfe mir virtuell die Augenbrauen, laufe mit Zeige- und Mittelfinger über den Tresen und deute damit an, dass ich gerne vorbei kommen würde.“ Priscilla versteht mich sofort, fragt nach der Uhrzeit, ich sage „Ölf“ und alles ist unter Dach und Fach.

Im Hotel angekommen, tausche ich Büroklamotten gegen Laufsachen, begebe mich auf's Laufband. Dies wollte ich noch getan haben, bevor Fernanda mich wieder in portugiesisch über's Glatteis jagt. Während ich so jogge, überlege ich, dass es eigentlich ganz nett wäre, am Freitag abend nicht zu Hause zu sitzen und so beschliesse ich, auf der „InterNations“ Plattform zu posten: „Hallo ! Ist da irgendjemand da draussen, der Lust und Laune auf ein Treffen in der Kneipe um die Ecke hätte.“ So oder so ähnlich lautet das (das machen die anderen auch so und es finden immer wieder irgendwelche Treffen statt). Nach dem Sprachkurs dann die Mitteilung von Martin aus Düsseldorf, er wolle auch nicht zu Hause sitzen und ich solle doch den Ort nennen, er käme hin. Schnell ist auch das erledigt und kurze Zeit später, treffen wir uns in der „alten Kuh“. Und schon reden wir los … Wie Wasserfälle … Martin arbeitet für Nestlé, hat einige Zeit in Lausanne gelebt, war zu Studienzeiten auch in Mannheim und wir lachen, weil wir die gleichen Lokalitäten kennen … Die Welt ist ein Dorf …
So vergeht der Abend.

Der Samstag steht im Zeichen der Verschönerung … Ich komme im Salon an und schon werde ich mit Umarmung und einem herzlichen „Tudo bem“ begrüsst. Irgendwie fühle ich mich, als ob es nie anders war … und schon darf ich mit ins Behandlungszimmer, die Frage nach dem Kaffee folgt auf dem Weg dorthin und schon sitze ich auf dem Stühlchen und die Dame, deren Namen ich vergesssen habe, redet mit mir, ich nicke, soweit das die Behandlung zulässt und erwidere, soweit mir das möglich ist in mehr oder minder schlechtem Portugnol. Wir haben Spass und nach etwas mehr als einer Stunde bin ich dann auch fertig.

Ein idealer Shopping-Samstag liegt vor mir und so laufe ich die Einkaufsstrasse auf und ab, schaue hier, schaue dort, wage mich in die Höhlen der Löwen und trau mich sogar, selbst nach Grössen, etc. zu fragen … Es funktioniert erstaunlich gut und am Ende verlasse ich einen Laden mit einer kleinen Tasche, die das Notwendigste beherbergen kann und einen anderen Laden verlasse ich mit einem Shirt und passendem Gürtel. Somit war das Abendoutfit auch gesichert.
Mein „Kümmerer“ Javier meldet sich. Er möchte Kaffee trinken gehen und will wissen, ob ich in der Nähe bin …
So bummeln wir gemeinsam durch die Strassen, beschliessen um 1500 dann doch noch zu Mittag zu essen … Das haben wir ja beide noch nicht getan …

Während wir so sitzen und Pasta essen, meldet sich Lydia, mein erster InterNations Kontakt, ob ich nicht Lust hätte, mich mit ihr und ein paar anderen Mitgliedern vor der offiziellen Veranstaltung, zu der ich mich angemeldet habe, zum Pizza-Essen treffen möchte. Die Adresse steht im „Torpedo“ (SMS) mit drin, ich überlege kurz und sage zu … So ist zumindest mal gesichert, dass ich nicht allein im „Café Journal“ auftauchen muss.
An dieser Stelle möchte ich erklären, wie das mit diesen Treffen funktioniert. Einmal im Monat finden von InterNations organisierte Treffen für die Mitglieder statt. Man kann sich, so man möchte, auf die Gästeliste setzen lassen und geht dann dort hin und trifft Gleichgesinnte. Ausländer für Ausländer … Auch Brasilianer mischen sich unter …

Um 1900 treffe ich in der „Casa Pizza“ ein und die meisten sitzen schon draussen auf der Terrasse. So treffe ich auf Lydia und ihren Lebensgefährten Markus, beide aus Österreich, schon seit 2 Jahren in SP, Jan – der Schwede, gerade mal wieder auf Dienstreise in SP, lebt in Verbier, Daniel – der Peruaner, arbeitet seit 1 Jahr bei einer Bank in SP, es kommt noch Louise – die Dänin, die hier Reisende betreut, Fulvio – der Italiener kommt wenige Minuten später und so ist die Truppe fast komplett. Wir reden, jeder mit jedem, alle zusammen und vor allem durcheinander, doch es ist lustig, interessant und vor allem bin ich total überrascht, da ich überhaupt nicht wusste, was so auf mich zukommen sollte.
Nach dem Essen begeben wir uns gemeinsam auf den Weg zum „Café Journal“ und schon treffe ich wieder auf Martin, den ich ja bereits am Vorabend kennengelernt habe.
Während ich mein Getränk bestellen möchte, bekomme ich ein Gespräch zweier Jungs mit, deren Sprache ich verstehe. Schwabenland meets Sao Paulo … Markus aus Stuttgart schwäbelt munter drauf los und erzählt, er sei erst vor 3 Wochen angekommen, Kai reiht sich ein, er sei, wie ich, seit 4 Wochen hier.
Und dann tippt mir jemand auf die Schulter … Hinter mir steht Claudia, meine Arbeitskollegin, die am Samstag vom Oster-Deutschland-Urlaub wieder zurück gekommen ist.

Immer wieder lerne ich neue Menschen kennen. Man redet, tauscht sich aus und so vergehen die Stunden. Cristiane, eine Brasilianerin, die 10 Jahre in Deutschland lebte, fragt in die illustre Runde, wer denn noch mit in einen Club möchte, denn da wäre heute abend ja was ganz was Besonderes angesagt. Ein Stadtbekannter Architekt würde auflegen und man sollte sich das unbedingt mal ansehen …
und anhören.
Die Pizza-Truppe hat sich schon fast aufgelöst, nur Fulvio, der Italianer ist dabei und auch sofort dabei, als die Frage nach dem Club gestellt wurde. Die Schwaben haben andere Pläne, wollen aber ggf. dazu kommen … Am Ende sind wir zu viert, Victor ist noch dabei, ein zukünftiger Mitarbeiter des ach so bekannten Architekten.
Nach einer kleinen mitternächtlichen Stadtrundfahrt erreichen wir den Club. Fulvio meint, es schaue aus, wie eine halbfertige Garage, doch die Schlange davor ist beeindruckend lang. Doch auch hier funktioniert das über: jemand kennt jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt und so hat Cristiane schnell einen Weg gefunden, die lange Schlange hinter uns zu lassen und wir werden ratz-fatz an allen vorbei gewunken und dürfen eintreten …

Es ist schrecklich laut, doch der Architekten-DJ ist gerade fertig geworden und wir kommen nicht mehr in den Genuss, seine Künste am Plattenteller zu verfolgen … Und schon wieder sind wir umzingelt von neuen Menschen, die Cristiane und Viktor zu kennen scheinen … Es nimmt kein Ende und mein Kopf ist voll von neuen Namen, Gesichtern, die Tasche beherbergt einige Visitenkarten und das Telefon blinkt, weil die Nummern ausgetauscht wurden und jeder dann mal kurz angerufen hat, dass man selbst die Nummer des anderen dann auch hat …
So.

Um 0400 heute früh bin ich dann endlich zu Hause, die Ohren brummen und ich sehne mich nach Ruhe … Den Schlaf der Gerechten hab ich gegen 0945 ausgeschlafen.
Heute geht’s langsam los … Frühstück / Mittagessen gegen 1500 und das Einkaufszentrum Morumbi wird heute mal observiert …

Und nun muss ich los …

Gehabt Euch wohl,
Eure Jana

Freitag, 29. April 2011

Rio ...

… ganz ohne Untertitel!



Es gibt immer ein erstes Mal.
So auch für mich. Hier in Brasilenien.
Ich war zum ersten Mal im Kino. 3D funktioniert auch am anderen Ende der Welt. Genauso, wie in Deutschland auch … Mit Brille und so.
Es war lustig, denn obwohl ich nichts verstanden hab, hab ich doch alles verstanden. Und Rio war genau das Richtige für den heutigen Tag.
Während der Tag grau und grau und mit Regen war, war Rio bunt, mit viel Samba und Musik und gute Laune …

Dabei versprach der Abend ganz und gar nicht mein Freund zu werden, denn die rücksichtslosen Brasilioten (!) machen auf der Strasse einfach was sie wollen. Sobald es regnet, verwandelt sich Sao Paulo in ein einziges Rinnsal. Wasser kniehoch in auf den Strassen und eben nicht nur dort …

Der Plan geht so:
Direkt nach der Arbeit ins Kino. Um 1820 h fängt die Vorstellung an – es lohnt sich nicht, vorher zu Hause einzugrätschen. Und so gehe ich im strömenden (!) Regen die Strasse entlang. Und dann finde ich mich plötzlich zur falschen Zeit am falschen Ort. Der Gehweg wird schmaler, die Strasse breiter und Wasserpfütze grösser. Der Brasiliot beschleunigt, da er die Grünphase noch schaffen wird und rauscht mitten durch den auf der Strasse befindlichen See …
Das Wasser schwappt, spritzt und macht mich nass. Aber sowas von nass, dass da nix mehr zu retten war und ich meinen Plan, direkt ins Kino zu gehen, just in diesem Moment verwerfe.

Meine Herren, was hab ich mich geärgert …
Doch es bringt halt alles nix … Es ist zu spät und ich mach mich pudelnass auf den Weg ins Hotel …

Im Kino gönne ich mir erst mal eine Portion Ruhe und schon als die ersten Sequenzen des Filmes zu sehen sind, steigt meine Laune … Samba !!!! ich will Samba, viele bunte Fraben und ein ganz toller Film … Absolut zu empfehlen … :-)))
Und das nächste 3D Spektakel: Die Schlümpfe …
(@Heidrun: An Dich denken wir und wissen, dass Dir das bestimmt Spass machen wird)


Gehabt Euch wohl,

Eure Jana.

Donnerstag, 28. April 2011

Girls night out ...

… und dann war mir doch noch ganz blümerant !




Ich schlage gerade mal kurz die Brücke zum Ostermontag.
An diesem Tag habe ich die kabellose Verbindung zum Internetschi verloren. Völlig überfordert, am Ende auch total frustriert, sitze ich am Morgen da. Das verabredete Telefonat mit Vonne fällt ins Wasser und ich hoffe nur, dass es nicht an meinem Rechner liegt. Das würde mir ja jetzt noch fehlen. Ein Problem mit dem Rechner und keiner von der privaten „Hotschileini“ da, den ich fragen könnte. Volker und Michael sind schlichtweg zuuuu weit weg.
Es bleibt nur die heimliche Hoffnung, dass bis zum Abend das Problem wieder behoben ist.

Der Abend bringt jedoch etwas ganz anderes. Zunächst einmal bringt er Fernanda, die ich sofort ins rechte Licht rücke hinsichtlich meines Verbindungsproblems, da ich denke, dass sie die einzige ist, die mir an diesem Abend noch helfen kann, falls es zu Verständigungsschwierigkeiten kommen sollte. WLAN geht nicht und ich organisiere mir ein Kabel. Es ist gefühlte 10 cm lang und ich häng mit dem Rechner fast an der Wand neben der Steckdose. Doch nachdem ich ein zweites mal die Flatrate für das Dingens bezahle, habe ich endlich Zugang zur Aussenwelt und der Sprachkurs kann beginnen.
Als Fernanda weg ist, informiere ich die Jungs an der Rezeption, sie mögen doch bitte die zweite Zahlung für’s Internet von meiner Hotelrechnung streichen.
Ja, ja – so die Antwort.

Gestern nun.
Ich bin so zeitig zu Hause, dass ich noch Zeit habe, das Internet zu checken, das Laufband auf Herz und Nieren zu prüfen, mit dem Kopf durch die Dusch-Glastür und mich für die Ladies-Night fertig zu machen. Debora hat mir noch ne Nachricht über Facebook zukommen lassen, dass die Location kurzfristig geändert wurde, da a) das Wetter nicht mehr so schön war und b) es in der ersten Bar nur Plätze draussen, aber keine überdachten zu bieten hat.
Ich solle doch kurz bescheid geben, ob mich diese Information erreicht hat. Und so gebe ich per SMS bescheid und verschaffe mir noch einen kurzen virtuellen Überblick, wo die Bar zu finden ist.

Fehlerfrei kann ich dem Taxifahrer die Adresse nennen und schon fahren wir los. Wir kommen in der Rua Fernando de Albuquerque, 52 an. Er will mich aussteigen lassen, doch weit und breit keine Bar zu sehen. Das kann doch nicht sein … Verdammt! Ich rufe Debs an und berichte ganz aufgeregt, dass ich in der Fernando-Strasse stehe, aber in der 52 keine Bar ist. Inzwischen fahren der Taximann und ich in Richtung um den Block. Debs bittet mich auszusteigen, ich sei sehr nah. So zahle ich, steige aus und laufe zurück zur 52.

Wir telefonieren wieder und wenige Sekunden später lachen wir, was das Zeug hält, denn sie hat mir die falsche Hausnummer genannt. Die Bar ist in der 57, direkt auf der anderen Strassenseite und so stehen wir uns gegenüber und telefonieren. Und so sehen Debs und ich uns zum ersten Mal. Debs ist ne Freundin, einer Freundin, die die Freundin einer anderen Freundin ist, die ich aus Deutschland kenne, weil die nach LU delegiert ist. So oder so ähnlich halt.
Wir schnattern drauf los und verstehen uns auf Anhieb. Die anderen Mädels kommen auch bald und so lerne ich noch Sara, Silvia und Erika kennen und wir haben einen verdammt schönen Abend. Der Caipi hat mächtig viele Umdrehungen, doch das Taxi weiss ja, wo mein Haus wohnt.

Mein Blick auf die Uhr lässt mich erschrecken, denn so lange wollte ich eigentlich gar nicht bleiben. Silvia ist schon müde und ziemlich traurig, weil sie tags drauf ihren Rückweg nach London antreten muss (eigentlich ist sie Schwedin) und der Rest zeigt sich solidarisch und bricht mit auf.
Am nahegelegenen Taxistand organisiere ich mir ein Fahrzeug samt Fahrer und schon geht’s los. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste – und diesmal habe ich das Gefühl sehr sehr viel vorsichtiger sein zu müssen. Ich beobachte scharf und höre noch schärfer zu, als mich der Fahrer diverse Dinge fragt. Es ist die Art und Weise, wie er fragt und die Tatsache, dass er sich den Rückspiegel so zurecht dreht, dass er mich dauerbeobachten kann. Ich checke die Tür und sehe, dass ich den Knopf selbst nach oben ziehen kann, wenn es denn sein müsste. Als er mich nach dem Familienstand etc. fragt, lasse ich ihn selbstverständlich wissen, dass ich mit Mann und Kindern hier sei und dann ist auch das Hotel schon in greifbarer Nähe – also zumindest weiss ich dann auch wieder, in welchem Teil der Stadt ich mich befinde und fühle mich ein klein wenig sicherer.
Vor dem Hotel wartet dann auch schon ein mir bekanntes Gesicht, öffnet mir die Tür und dann ist’s fein …

Eine ganze Weile liege ich noch wach und denke nach. Ich fühle mich so hilflos, da ich die Sprache nicht spreche. Die Stadt ist zu gross, als dass ich mich orientieren könnte. Wie denn auch, ich kann mich ja im Umkreis von 3-4 Blocks kaum ordentlich orientieren. Das Fremde macht mir ein klein wenig angst, aber auch die Menschen, die eben so ganz anders sind, als zu Hause. Doch all das ist wohl normal und gehört mit dazu. Ich werde mit der Zeit lernen, all das zu verstehen, einordnen und auch damit umgehen zu können.

Gehabt Euch wohl,
Eure Jana.

Dienstag, 26. April 2011

Beobachtungen ...

Teil 4.



Der Brasilianer und die Strasse.
Beobachtet habe ich in der Stadt bereits, dass sich selbst in SP die Strasse gern zu Eigen macht. In der „Countryside“ scheint die Strasse des Brasilianer’s zweites Wohnzimmer zu sein. Die Strasse, von der ich spreche, kommt einer uns bekannten deutschen Überlandstrasse gleich, die links und rechts genug Platz zum Ausweichen, Panne beheben, Joggen, Radeln, Spazierengehen bietet. Hier sitzt der Brasilianer im Kreise seiner Lieben, raucht, trinkt, redet und gestikuliert wild. Die Blechlawine, die da an ihm vorbeirollt, scheint ihn keineswegs zu stören. Ein anderer Brasilianer dauerläuft der Strasse entlang, während ein anderer mit dem Rad von A nach B kommt.

Der Brasilianer mag’s leger.
Zumindest Freitags, denn da herrscht im Büro „Casual Friday“. Dieser wird live und Farbe gelebt. Jeder erscheint so casual, wie er es eben gerne mag. Keiner der Herren trägt Schlips, während nur wenige Frauen dabei sind, die ihre High Heels gegen flaches Schuhwerk und bequeme Klamotten tauschen. Dies scheint auch nicht nur in unserer Firma Usus zu sein, denn beim Mittagessen begegnet man gleichgesinnten Spezies.

Der Brasilianer und Mallorca.
Auf den ersten Blick gibt es da keine Gemeinsamkeit. Aber eben nur auf den Ersten. Auf den Zweiten schaut’s nämlich so aus, dass der Ballermann in Brasilien „Praia Grande“ heisst, der Sangria-Eimer nur gegen Kühlboxen im Bierdosen-Design auszutauschen ist und anstelle von Jürgen Drews, „utz-utzt“ es aus mächtig aufgemotzen Auto-Dolby-Surround-Systemen, die dicht an dicht am Strassenrand aufgereiht sind. Zur Strand-„Rush-Hour“ tönt es aus jedem dritten Auto anders, eine ganze Traube von Menschen steht dort versammelt und schwingt den Körper im Takt der … naja, Musik. Utz-Utz.
Am Strand selbst stehen die Bierdosen-Kühler im Sand und die Chopps werden nur so weggehauen … Hin und wieder mischt sich eine Kokosnuss unter, doch das ist eher selten. Man trinkt das Bier hier auch nicht mit Strohhalm.

Der Brasilianer und soziale Grunzlaute.
Ein „aha“, „hm“ oder „jaja“ vernimmt man hier selten. Ich versuche im Folgenden mal ein brasilianisches kurzes Telefonat non-verbal darzustellen. Und das geht so:
Aloha (wahlweise auch: Aloha Mariana (so die bra Version meines Names). Also noch mal:
Aloha.
Ta bom. … Ta. … Ta … Ta …
Otimo (= super).
Ta.
Ta bom.
Ta.
Ta.
Ta.
Brigada. Beijo-beijo. Brigada-brigada. Beijo.
Ciao-ciao. Beijo.
Ab und an, wird der Beijo gegen ein Abraco (= Umarmung) getauscht, der Rest kann 1:1 übernommen werden.

Der Brasilianer und die Aussprache.
Das brasilianische Portugiesisch besteht aus unglaublich vielen „tsch“ „ou“ „u“ Endungen. Das „tsch“ taucht jedoch auch sehr oft inmitten eines Wortes auf. Im Folgenden ein paar Worte, die mir inzwischen geläufig sind, ich sie aber noch immer sehr lustig finde. Achtung: Ich schreibe sie so, wie sie hier gesprochen werden und eine Übersetzung gibt es nicht dazu ;-):
- Hotschileini
- Internetschi
- na verdadschi
- Passaportschi
- Hotschidogi
- Feicibuki
- Brasiu
- Hoteu

Fortsetzung folgt.

Montag, 25. April 2011

Dies. Das. Jenes.


Ein bisschen von allem.



Ob ich hier gedenke Auto zu fahren, werde ich beim Gespräch mit meiner ChefChefCheffin gefragt. Ja, auch darüber habe ich mir so meine Gedanken gemacht. Theoretisch habe ich mal beschlossen, mich an einem der kommenden Wochenende darin zu versuchen. Doch immer erst mal eins nach dem anderen und vor allem, alles zu seiner Zeit … Zuerst sollte ich mal lernen „fehlerfrei“ Taxi zu fahren und nicht dem Fahrer, der es wohl besser weiss als ich, ständig falsche Anweisungen zu geben, weil ich meine, die Strasse zu erkennen, in der ich wohne und er mich dann, weil ich darauf bestehe aussteigen lässt und ich feststelle, dass ich noch 2 Blocks zu laufen hab, bis ich endlich da bin, wo ich hin will …

Seit gut und gerne 3 Wochen bin ich nicht mehr selbst gefahren. Zuhause wäre das gar nicht denkbar. Ohne Auto? Einen Tag lang (selbst wenn ich's nicht wirklich brauche)? Nein, das geht gar nicht ! Doch hier geht das ganz gut ohne Auto … Die meisten Locations kann ich gut zu Fuss erreichen und das, was nicht geht, geht dann eben mit dem Taxi.
Kann man Autofahren eigentlich verlernen?
Heute dann auch die 2. Sprachkursstunde. Ich glaub, es wird. Inzwischen kann ich schon einige fehlerfreie Sätze bilden. Ich weiss zwar noch nicht, wie man das schreibt, denn derzeit rede ich nach Gehör, doch auch das lernen wir noch … Am Freitag geht’s weiter und spätestens nächste Woche werde ich meinen Blog dann nur noch in Portugiesisch veröffentlichen …
Nach dem Kurs begebe ich mich direkt nach draussen, weil ich a) noch im Supermarkt zum Obstkaufen eingrätschen muss und b) zur Drogerie muss. Seit dem Wochenende schau ich nämlich aus, wie ein Streuselkuchen. Eine Sonnenallergie vom Allerfeinsten. Um den Mund, sprich das Kinn, alles rot, es tut weh und es juckt … So ein Mist aber auch … Da geb ich alles, um dem Sonnenbrand nicht zum Opfer zu fallen und dann krallt mich so ne doofe Allergie.
Um mir das Rumgefummel im Gesicht zu ersparen, frage ich Fernanda, wie ich am Besten nach einer Salbe oder so fragen kann. Sie sagt was von „preciso“ und „boa pomada“ „para“ irgendwas …

Mit diesem Wissen, ein paar Geldscheinen und ganz viel Vertrauen in mich selbst, begebe ich mich in die nahegelegene Drogerie. Erst schau ich mich um, ob da nicht irgendwo was rumsteht, wo man schon am Bild erkennen kann, für was es gut ist und wofür es gar nicht geeignet ist. Doch bevor ich mir ein Komplettbild verschaffen kann, steht schon die Dame neben mir und fragt mich (inzwischen kann ich am Tonfall erkennen, was gefragt wird), ob sie mir denn helfen kann. Und da hab dann meinen Blackout. Ich weiss nicht mehr wie mein Satz geht … Das einzige, woran ich mich erinnern kann ist, POMADE. Und das auch nur deshalb, weil ich mir, wie so oft, wenn ich mir was merken muss, ne Eselsbrücke gebaut habe. Und diesmal ist es John Travolta. Ich hab Pickel im Gesicht und das einzige, was mir einfällt, ist Pomaden-John-Travolta.
Und jetzt bin ich gespannt, ob der geneigte Leser auch weiss, warum das so ist.

Und so stammel ich vor mich hin, bringe an einer vermutlich ganz falschen Stelle den John Travolta ins Spiel und die Dame schüttelt den Kopf, schaut sich skeptisch die Auswucherungen auf meinem Kinn an und gibt mir zu verstehen, dass es für mich keine geeignete Pomade gibt. Ja nu, ein Versuch war's wert …
Stattdessen kauf ich mir Kekse (mit Schokolade) und hoffe, dass Plus und Plus minus gibt, denn Pickel kriegt man ja auch von Schokolade, da ich aber schon welche habe, gehen diese ja dann von der Schokolade weg, weil kein Platz mehr für neue ist …
Mal sehen …

Ein Teufelskreis ist das … Schokolade geht allerdings auch nicht so ganz spurlos an mir vorbei und im 16. OG kann mir allerdings das Laufband helfen, einen Teil der zu mir genommen Kalorien wieder loszuwerden. Und so laufe ich, was das Zeug hält (diesmal mit Steigung) auf dem Laufband einige Kilometer, vergesse dabei fast mein Pickelgesicht, wundere mich stattdessen auf's Neue, wie schnell ich in diesen Breitengraden ins Schwitzen gerate. Es ist halt doch was anderes, als zu Hause … Nass bis auf die Haut so stand sie da … also ich stehe da so nass am Fahrstuhl und warte darauf, dass ich nach 45 Minuten intensivem Training in mein Zimmer und damit in und unter die Dusche komme. Ich denke an nichts böses, als auf einmal hinter meinem Rücken ein „Hola“ ertönt. Mit hochrotem Kopf (und Kinn) drehe ich mich um und treffe den Mexikaner, mit dem ich mir vor dem Osterurlaub ein kleines Laufbandrennen lieferte …
Wir teilen uns den Fahrstuhl und reden über 7 Stockwerke über dies und das und jenes. Und als ich aussteige und mich in mein Zimmer begeben will, fragt er mich einfach so und ganz ohne Vorwarnung, ob wir denn diese Woche noch gemeinsam essen gehen wollen …

So, das hab ich nun davon … Am Mittwoch geh ich mit dem Mexikaner zum Essen, weil ich morgen keine Zeit dazu habe, da ich bereits zu einem Mädelsabend eingeladen bin, und nicht ein einziges Mädel persönlich kenne … Auch das wird spannend und bestimmt auch sehr lustig …
Bleibt zu hoffen, dass bis morgen ein paar meiner Pickel weg sind …

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass ich ein klein wenig nervös werde, da ich noch nicht weiss, wann ich endlich in meine Wohnung umziehen werde … Und bis nächsten Montag ist das Hotelzimmer gebucht …
Aber alles wird gut …

Gehabt Euch wohl,
Eure Jana.

PS: Ach - und das war der Osterhase ... ;-) @Vonne: Das Internet geht nun wieder ... Vielleicht klappt's ja dann auch mal mit Skype :-)


Sonntag, 24. April 2011

Itamambuca ...


… und andere Schönheiten !



In Anbetracht der Tatsache, dass ich an der Pousada nichts ändern konnte, musste ich mich mit dem Zustand arrangieren, dass es ist, wie es ist und so schiebe ich alles Unangenehme beiseite und versuche, gar nicht erst weiter darüber nachzudenken. Was ich allerdings nicht wegschieben kann ist die Temperatur, die sowohl draussen, aber auch drinnen vorherrscht. Draussen hat es zumindest den Vorteil, dass man sich mal im Meer abkühlen kann oder dass eben hin und wieder auch mal ein Lüftchen geht. Im Zimmer aber geht gar nichts. Und so schwitze ich mich am ersten Abend in den Schlafe, komme allerdings nicht umhin, irgendwann dann doch noch den Ventilator anzumachen.

Um 0730 h ist die Nacht zu Ende, denn wir wollen nach Paraty (RJ). Paraty liegt ca. 90 km von Ubatuba entfernt und gehört auch schon zum Bundesstaat Rio de Janeiro. Wir planen viel Zeit ein, da wir auf dem Weg dorthin oder auf dem Weg zurück noch ein paar Strände erkunden wollen. Die Fahrt nach P ist kurzweilig, vor allem gibt es wieder viel zu Sehen. Das nie enden wollende Grün wird immer satter und voller, an den Strassrändern tummeln sich Geschäftsleute, die ihr Handwerk an den Mann, respektive die Frau, bringen wollen, andere sitzen oder stehen beisammen und erzählen. Die Strasse bietet genug Platz für alle und offensichtlich wird dies auch gern genutzt. So begegnen wir neben den bereits genannten, auch noch unzähligen Joggern, Radfahrer und Gehenden.

Nach etwas mehr als einer Stunde kommen wir in P an, parken den Wagen und laufen in die Altstadt. Zuvor habe ich mich informiert und dabei erfahren, dass die historische Altstadt von P 1958 unter Denkmalschutz gestellt wurde und zum Bundesstaat Rio de Janeiro gehört. Das Besondere an der Innenstadt sind die kleinen weissen Häuschen, die durch bunte Tür- und Fensterrahmen auffallen. Auch sind im gesamten Innenstadtraum keine geteerten, sondern nur gepflasterte Strassen zu finden. Gelesen habe ich, dass das unebene Kopfsteinpflaster seinerzeit von Sklaven verlegt wurde.
Auch soll Thomas Mann's Mutter, Julia Mann in einem der Häuschen geboren sein.
Jedenfalls sind die Gassen voll von kleinen Geschäften, die neben Kunsthandwerk, Bücher anbieten, Kleider, Patchwork, Spielzeug etc. Teilweise findet man kleine Museen in den Häuschen oder auch Ateliers, in welchen die Künstler an ihren Bildern, Skulpturen, Tonwaren arbeiten und dabei kann man ihnen dann auch noch zusehen.

Und so reihen sich noch Restaurants und Cafés ein. Kulinarische Wünsche bleiben hier bestimmt nicht offen.

Wir erkunden die Stadt, machen Bilder, beobachten die Leute und im Hafen beschliessen wir, am nächsten Tag wieder zu kommen, um eine Bootstour mitzumachen. Für den Freitag allerdings reicht es dann nach einigen Stunden und wir machen uns wieder zurück in Richtung Ubatuba (liegt im Bundesstaat Sao Paulo). Am Strand Itamambuca legen wir eine Badepause ein. Uneingeschränkt kann ich den Kollegen recht geben, denn es ist in der Tat ein wunderschöner Strand, umgeben vom Regenwald. Der Sand weiss, weich, fein, das Wasser türkis und dann mündet da noch ein Fluss heimlich still und leise in den Ozean.
Ich mag diesen Strand lieber, als den, den wir vor der Haustür haben.

Der Samstag morgen beginnt noch etwas früher, da wir bereits um 1030 h zur Insel- bzw. Strandrundfahrt ablegen wollen. Und so finden wir uns, wie geheissen, ca. 20 Minuten eher an der „Soberano da Costa“ ein, nicht jedoch ohne mir vorher einen Hut und frisches Wasser gekauft zu haben. Ein nettes Plätzchen ergattern wir noch und dann geht’s auch schon los, wobei uns El Capetano noch eine Einweisung in den Gebrauch der Schwimmwesten gibt. Verstehen tu ich nicht ein einziges Wort, kann mir jedoch den Bewegungsablauf merken und hoffe, dass wir in keine Sturm oder so kommen, denn die Orientierung hab ich schon vor dem Ablegen verloren. Die Tour hat 4 Destinationen: Saco da Velha, Praia de Conceicao, Lagoa Azul und Praia de Lula. Einer Schiffsbesetzer erzählt immer mal wieder etwas über die Inseln / Strände, doch da ich nichts verstehe, gebe ich mich voll und ganz der Schönheit der Natur hin. Wir gehen 4 mal vor Anker und können nach Herzenslust schwimmen, springen, mit dem „Spagetschi“ im Wasser rumhängen oder am Strand spazieren gehen.
Die Umgebung ist wunderschön und ganz gleich wo man hinsieht, es ist einfach sensationell.

Auf dem Boot komme ich mit Jody und Rod ins Gespräch. Ein autralisches Paar, welches insgesamt 7 Monate auf Süd- und Noramerika-Tour ist. Sie sind bereits 3 Monate unterwegs und kommen gerade aus Argentinien, wo sie die Iguacu Wasserfälle besucht haben. Die beiden arbeiten als Berater in London und konnten sich somit eine solch lange Auszeit erlauben. Wir tauschen uns aus, wer schon wo war und was er so getan hat und beschliessen auf dem letzten Drittel der Bootstour zum gemeinsamen Abendessen aufzubrechen.
Ein Restaurant ist bald gefunden, denn wir sind uns bereits im Vorfeld einig, dass Pasta das Objekt der Begierde ist …
Eine Live-Band spielt, während wir essen und so geht ein perfekter Tag zu Ende.
Gegen 2030 verabschieden wir uns, haben wir doch noch etwas mehr als eine Stunde Autofahrt vor uns. Ausserdem wollen wir im Supermarkt noch kurz ein „afrikanisches Frühstück“ kaufen, da wir bereits um 0500 am Sonntag morgen den Heimweg antreten wollen.

Und jetzt? Jetzt bin ich müde und geh mal schlafen.
Die neue Woche hat bestimmt wieder viele Überraschungen parat und ich bin jetzt schon darauf gespannt …

Gehabt Euch wohl,
Eure Jana.