Dienstag, 7. Februar 2012

Wer rastet ...

… der rostet !


Und mein kleines beschissenes Leben wäre nicht meines, wenn die Dinge mal normal und ohne Zwischenfälle laufen würden.
Zumindest komm ich in der Zwischenzeit endlich mal wieder an meine Melonen auf der Bank ran und brauch mir über Klimmzüge an der Brotschublade keine Gedanken machen. Angeblich aber sollte ich mir, da ich ja jetzt wieder an Geld komme, über Geschenke, die ich mitzubringen habe, Gedanken machen.
Pah, das werden wir noch sehen …

… und nicht nur das, sondern da flattert dann auch noch die Grossbestellung an „Doce de Leite“ ins Haus, die, so dies mein Gepäckzustand überhaupt zulässt, auszuführen ist.

Doch zurück zum Thema. Mein Leben und ich. Uns wird irgendwie nicht langweilig. Ich versuch das ja immer wieder, doch es will mir einfach nicht gelingen.

Heute früh beispielsweise musste ich mein Büro mal kurzzeitig ins Wohnzimmer auf’s Brasiliotensofa verlagern. Asien bat zur Telefonkonferenz und meist ist es so, dass wir diese im Schlafanzug abhalten können. Ich, weil ich gerade aufgestanden bin und die Asiaten, weil sie fast schon wieder ins Bett gehen. Nur die Europäer haben den Schlips an.
Doch wie gesagt, ich hab den Schlafi, bzw. den Hauch von nichts an, während ich mich im Liegen sitzend mit einer Tasse Kaffee auf die Telco vorbereite. Es kam, wie es kommen musste. Kaffeeflecken sind mindestens genauso lästig, wie Rotweinflecken, aber sie sind definitiv heisser …
Mein Rechner geht noch, mein rechter Oberschenkel hat nen Brandfleck und ich bin völlig durch den Wind.

Völlig aus dem Konzept und total ausserhalb meines üblichen Zeitplanes schiebe ich mich nach der Konferenz in die Dusche. Viel, viel später als üblich mache ich mich auf den Weg zur Arbeit. In meiner Linken halte ich einen Stapel Dinge geformt aus Portemonnaie, Mobiltelefonen, Crackern und Autoschlüssel, die Rechte bleibt frei und über der Schulter baumelt der Rucksack. Ich verlasse die Brasiliotencasa und rufe mir den Fahrstuhl. Unterwegs forme ich schon mal die Sätze des Besprechungsprotokolls, die ich, sobald ich den Schreibtisch erreiche, niederschreiben und verteilen möchte. Auf Niveau -2 steht mein Wagen. Ich verstaue alles ordentlich und bevor ich mich in Versuchung führe, meinen Hausschlüssel zu verlieren, beschliesse ich, diesen gleich im Rucksack am Karabinerhaken zu befestigen. Bei dieser Gelegenheit fällt mir auf, dass ich den Rechner in der Wohnung vergessen habe und so bleibt mir nichts anderes übrig, als den Weg nach oben wieder anzutreten.

19 Stockwerke später stehe ich vor meiner Wohnungstür, komme aber nicht rein, da ich in der Hand nur den Autoschlüssel halte. Ist auch klar, denn der Wohnungsschlüssel hängt am Karabiner im Rucksack unten im Auto. In der Zwischenzeit sind auch andere Mi(e)tbewohner auf dem Weg zur Arbeit und somit dauert es doppelt so lange, bis der Fahrstuhl wieder da ist. Während ich so warte, versuche ich zu rekonstruieren, was ich mir für mein Protokoll zurechtgelegt habe, doch die tollen Sätze wollen mir nun nicht mehr einfallen und so überlege ich von vorne, wie ich das schreiben will, damit der Chef auch versteht, um was es geht.

Völlig verloren in Raum und Zeit erreiche ich den Wagen wieder, steige ein, starte und fahre los. Der nette Mann von der Security winkt freundlich, lächelt mich an und schiebe mich mit dem Celta in den Verkehr. Doch war da nicht noch was? Warum bin ich nochmal mit dem Fahrstuhl gefahren? Sack und Asche … Das Notebook !!!
Und so schiebe ich mich weiter durch den Verkehr bis zur Ampel um die Ecke ums Quadrat zurück auf meinen Parkplatz. Zur Abwechslung mal denke ich an den Wohnungsschlüssel BEVOR ich hoch fahre. Schnell isses geschnappt das Notebook, der Fahrstuhl wartet sogar noch auf meinem Stockwerk und ganz fix bin ich wieder am Wagen. Den Rechner verstaue ich im Rucksack und befestige den Schlüssel wieder am Karabiner.

Als der Schlüssel plötzlich nicht mehr ins Schloss passt und folglich das Auto auch nicht mehr starten möchte, wundert mich nichts mehr. Im ersten Moment bin ich total von der Rolle, denn wo kann ich auf diesem kurzen Weg denn jetzt noch den Autoschlüssel verloren haben, zumal ich ihn kurz vorher noch gehabt haben muss, denn ansonsten hätte ich das Gefährt ja gar nicht erst aufschliessen können. Geradeaus denken kann ich schon gar nicht mehr und so dauert es eine Ewigkeit, bis mir der Karabinerhaken im Rucksack einfällt.

Irgendwann bin ich dann endlich auf dem Weg. Der Verkehr ist wieder dichter, denn es geht auf 1000 zu und so langsam dürfen jene Nummernschilder, die auf 3 und 4 enden auch wieder fahren. Ich erreiche die Kreuzung, an welcher ich nach links abbiegen muss. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass die Brasilioten von der Linksabbiegerspur dann erst mal noch komplett nach rechts abbiegen oder umgekehrt oder sie wollen einfach nur geradeaus fahren und dann bleibt mir, als ordentlichem Linksabbieger erst mal nichts anderes übrig, als die Lage sorgfältig zu sondieren.
Das Auto links macht den Anschein, als wolle es geradeausfahren wollen, während sich der Hintermann auf die nicht vorhandene Zwischenspur zum Linksabbiegen drängt. Das Motorrad hinten kommt mit einem Affenzahn zwischen den stehenden Autos durchgeschossen. Noch erschliesst es sich mir nicht ganz, wohin es will. Während ich das herauszufinden versuche, bewege ich mich ganz langsam, mit leichtem Linksdrall auf die Kreuzung zu. Ich schaffe es, ohne mit irgendeinem Fahrzeug zu kollidieren, mich mehr schlecht als recht einzuordnen und nun stehe ich in einem Zwischenstück der Kreuzung.  Ich hab das mal aufgemalt, damit ihr euch das auch vorstellen könnt.









Also, da steh ich nun in oder auf diesem Zwischenstück. Der Wagen links neben mir will auch geradeaus. Doch die Ampelphase ist inzwischen wieder rot, bei den anderen grün und ich kann mich nicht von der Stelle bewegen. Bin eingekesselt von falschfahrenden Brasilienautos und schwitze Blut und Wasser, ob ich hier jemals wieder lebend rauskomme. Zugegeben, etwas bedroht fühle ich mich schon …
Jeder will raus aus der Kreuzung, denn die Rot-Grün-Phase hat grad wieder gewechselt. Mit wildem Rumgefuchtel gebe ich den anderen um mich herum zu verstehen, dass ich „nur“ geradeaus fahren will. Kurzzeitig bin ich aber auch geneigt, mir einfach nur die Augen zuzuhalten und ganz laut zu singen anzufangen …

Lange Rede kurz: Ich liebe Tage wie diese …

Doch das war für heute mal noch nicht alles … Es geht um meinen Aufenthalt in Südamerika …
Doch bevor ich hier nun das zum Besten gebe, wie der Stand der Dinge ist, warte ich mal besser noch, denn das, was ich heute schreibe, mag morgen vermutlich nicht mehr gültig sein … Daher warte ich mal noch ein wenig, bevor ich mich dazu äussere …

Nichts ist so beständig wie der Wechsel …
… oder war’s der Wandel?

Ach mir doch egal, ich leg mich hin und lass die Welt sich allein weiterdrehen … ;)

Gehabt euch wohl,
Ich.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Finanzkrise ...

… deluxe !


Brasilenien hatte bislang wirklich viel zu bieten, doch dass Bankangelegenheiten so unerschöpflich sind, hätte ich nun wirklich nicht zu glauben vermocht. Doch es sei wie es ist und da ich euch bisher immer über meine Bankgeschäfte im Bilde gehalten habe, möchte ich euch nun die neuesten Entwicklungen an dieser Front nicht vorenthalten.

Das wirklich kleinere Übel diesmal war die Firmenkreditkarte. Diese musste nämlich gegen die eines anderen Anbieters gewechselt werden. Da ich den Antrag rechtzeitig beim letzten Besuch in Deutschland stellte, wurde diese auch pünktlich zugestellt. Samt Geheimnummer, versteht sich.
Erfolgreich konnte ich die Karte aktivieren und auch schon erfolgreich einsetzen. Die einzige Einbusse: ich habe einen kleineren Kreditrahmen, als mit der alten noch, doch das ist nicht mehr ganz so tragisch, da ja auch die Ausgaben ein klein wenig geschrumpft sind.
Also davon geh ich jetzt ganz einfach mal aus, dass das der Fall ist … bzw. sein wird.

Ach, und benutzt habe ich die neue Karte inzwischen auch.

Anders jedoch gestaltete es sich mit meiner EC Karte in Deutschland. Bargeldloser Mensch, der ich nun mal bin, ist mein Plastikgeld dauerhaft im Einsatz. Im Dezember habe ich noch die letzte Onlineüberweisung von meinem Gehaltskonto auf das Schwarzgeldkonto vorgenommen und gut war. Aus den Vollen hab ich dann von dem anderen Konto geschöpft und mich nicht weiter um den Rest gekümmert. Begeistert bin ich noch immer, dass ich selbst nicht den Überblick über all meine Konten, nicht Konten, Schwarzkonten, Tagesgeldkonten, Girokonten, Gehaltskonten und was weiss ich nicht noch alles, verloren habe.

Kurz nach meiner Ankunft in Good Old begebe ich mich zum Supermarkt, denn der Kühlschrank will zumindest ein klein wenig gefüllt werden. Auch hatte ich mir im Vorfeld schon mal Gedanken darüber gemacht, was ich alles für meinen Nichtgeburtstag einzukaufen habe und somit blieb es nicht aus, dass ich den Einkaufswagen schon mal mit jenen Dingen vollud, die mir so in den Sinn kamen. Ich weiss auch nicht wie, doch es wanderten immer mehr Dinge in den Einkaufswagen und als es eine halbe Ewigkeit dauerte, bis ich alles auf’s Band gelegt habe, war mir auch schlagartig klar, dass es sicher nicht billig werden würde …

An der Kasse, nach erfolgreichem Scannen der Waren, dann die Frage, ob ich bar oder mit Karte würde zahlen wollen. Mit Karte selbstverständlich.
Was folgt, ist ein Automatismus, über den ich gar nicht mehr nachdenke. Portemonnaie auf, Karte raus, in die richtige Richtung drehen (Magnetstreifen hinten links), einrasten lassen, kurz warten, Geheimzahl eintippen, grüne Bestätigungstaste drücken, Zahlung erfolgt, Bitte Karte entnehmen.
Mein erster Fehler unterläuft mir, als ich nicht die Geheimnummer der EC Karte, sondern die Geheimnummer des Brasiliotenkontos eingebe. Mööööp. Verloren. Ein neuer Versuch. Ich halte kurz inne, versuche mich an die richtige Nummer zu erinnern. Mein Finger tippt und tippt richtig. Doch nix war’s mit Zahlung erfolgt und so. Karte abgelaufen.

Wie jetzt? Seit wann das denn? Ich hab doch erst vor ein paar Tagen ne Überweisung gemacht … „Vor ein paar Tagen“ war noch Anfang Dezember und ein Blick auf die EC Karte gibt bekannt, dass die Karte auch nur bis Dezember gültig war. Hier war’s also, des Rätsels Lösung. Mit der anderen EC Karte kann ich mir behelfen, rutsche aber ins Minus, weil auf dem Konto mal so gar kein Guthaben drauf ist. Wie schlecht ist das eigentlich? Da hat man Geld und macht bei der Bank Schulden, nur weil man da, wo Geld ist, nicht rankommt.

Böse, böse Bank. Haben die mir einfach keine neue Karte rechtzeitig zugeschickt. In der Post war bei den letzten elfundachtzig Besuchen nichts und ich war ja bestimmt 2 mal in Deutschland seit Oktober!
Am nächsten Morgen rufe ich bei meiner Bankfrau an, wild entschlossen, bitter-bitterböse zu klingen und mich zu beschweren, dass …
Und dann small-talken wir zuerst und ich beschliesse, dass Wut nicht gut ist und so bestelle ich einfach eine neue Karte und hoffe, dass diese noch in der Woche, in der ich zu Hause bin, auch ankommt. Und schlau war ich noch dazu, denn ich habe direkt Tuti’s Adresse angegeben, so dass der Nachsendeantrag nicht greifen muss. 8-10 Tage sagte mir die Frau am Telefon, meist geht’s aber schneller.

Schnell ist anders und in der Zwischenzeit bin ich wieder in Brasilenien gelandet – natürlich ohne Karte. Neues Geld kam inzwischen auf das Konto, auf das ich nicht zugreifen kann, beim anderen kann ich nur aus dem Leeren schöpfen. Doch irgendwann muss ich die Löcher auf dem Plastikgeldkärtchen auch stopfen und so wäre es gar nicht ungeschickt, wenn ich zumindest in absehbarer Bälde wieder im Besitz der Karte wäre und somit eine Onlinebanking Session einlegen könnte.

Diese Woche Dienstag dann rufe ich wieder bei der Bankfrau an. Ratlosigkeit am anderen Ende. Frau Z., sagt sie, ich kann das gar nicht verstehen und überhaupt und sowieso und lassen Sie mich bitte prüfen und ich rufe Sie wieder zurück.
Genau das tat sie auch und dann stellte sich heraus, dass der Fehler nicht im System war, sondern schlicht und ergreifend davor sass. Die Gute hat vergessen, nach unserem Telefonat in Deutschland, die Bestellung abzuschicken und somit dümpelte die Anfrage unbearbeitet im System der Bank. Tja, so kann das natürlich nichts werden.

Wenn ich so drüber nachdenke, muss ich lachen, denn sie entschuldigte sich per Mail nochmals für das Versäumnis mit dem kleinen Hinweis, sie hätte nun wirklich keine internationale Finanzkrise lostreten wollen.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass das Kärtlein bald ankommt, die Pipeline in Good Old gut funktioniert und ich nächste Woche dann endlich meinen Finanzhaushalt wieder in Ordnung bringen und nicht noch drastische Sparmassnahmen ansetzen muss …

Gehabt euch wohl,

Eure Jana

Samstag, 7. Januar 2012

Du bist keine Schönheit, vor Arbeit ganz grau ...

… Du liebst Dich ohne Schminke, bist 'ne ehrliche Haut !



Nein, dies ist keine Hommage an Bochum. Doch beim Gedanken an diese „meine“ Stadt und den gestrigen Tag spukt mir diese Liedpassage im Kopf herum.

„Bist 'ne ehrliche Haut“ - tja, das hätte ich vor einigen Monaten sicherlich nicht blind unterschreiben wollen, hätte ich dies über, für und mit Sao Paulo tun sollen. Was ist passiert?

Also, das geht so:

Freitag, mein letzter Urlaubstag. Das Wetter – naja, etwas gräulich, hin und wieder ein bisschen Sonne. Am Abend zu vor Gewitter.
Ich halte es ein bisschen wie Nena (Auszug aus dem Lied: Na und):

Im Schlafanzug fühl ich mich so geborgen
Ich male mir die Zehennägel bunt
Waschen werd ich mich erst wieder morgen
Heute will ich gar nicht sauber sein - na und?
Na, na, na, na, na... na und?

Und ich guck im Fernsehen alle Serien
Die Werbung und den ganzen anderen Schund
Und ich fühle mich wie früher in den Ferien
Und ein kleines bisschen *urgh* - na und?

Eine Tüte Chips und dann die zweite
Und ich stopfe mir Pralinen in den Mund
Davon geht mein Hintern sicher in die Breite
Dann guck ich mich nur von vorne an - na und?

Na, na, na, na, na... na und?
Na, na, na, na, na... na und?

Irgendwann gehe ich dann wieder schlafen
Nichts ist für die Seele so gesund
Vielleicht werde ich ja morgen mal was schaffen
Und wenn nicht, dann eben nicht - na und?


Nach meiner zweiten Tiefschlafphase überkommt mich ein unglaubliches Hungergefühl. Hunger auf Joghurt! Fruchtjoghurt! Und da im Kühlschrank nichts aufzutreiben ist, mache ich mich dann doch noch auf den Weg zum Supermarkt. Schliesslich will ich bis 2000 wieder zurück sein, denn dann beginnt der Spielfilm.

Im Fahrstuhl noch schnell eine Nachricht an den peruanischen Freund, ob wir am Samstag ins Kino wollen und dann nichts wie auf zum Supermarkt.
Dort angekommen, steuere ich die Zielgerade in die Joghurtabteilung an, jedoch nicht ohne vorher noch für den Antsch ein Nasakissen abzugreifen. An der Kasse ist wenig los und ich bin recht schnell durch mit Zahlen und Smalltalken mit dem netten Herrn an der Kasse.

Die Einkäufe sind im Wagen verstaut und ich will schon losfahren, als mir einfällt, dass ich mein Händie seit der Nachricht an den peruanischen Freund nicht mehr gesehen habe.
Panik überfällt mich. Ich schalte das Auto wieder ab, öffne den Kofferraum und entleere den gesamten Rucksackinhalt. Was ich neben den Einkäufen finde ist mein Hausschlüssel, das Portemonnaie und NICHTS.
Verdammt. Wo ist das Händie????
Jetzt räume ich alles von Innen nach Aussen. Unter dem Sitz, hinter dem Sitz, auf dem Sitz, unter der Fussmatte, hinter dem Feuerlöscher (!), unter dem Fahrzeug …
Noch immer NICHTS !

Der Alptraum wird wahr, die leise Vermutung scheint Realität zu werden.
Das Händie muss mit mir ausgestiegen und auf dem Boden gelandet sein. Ich hab's nicht gemerkt und als dann endlich meine Hirnwindungen in die Gänge geraten sind, war's dann schlicht und ergreifen zu spät.

Was nun?
Soll ich bei der Supermarkt-Security nachfragen, ob denn jemand das Telefon gefunden und gar abgegeben hat? Lohnt das überhaupt?
Nein, ich glaube, das bringt nichts. Schliesslich bin ich in Sao Paulo. Die klauen einem ja schon die Schuhe von den Füssen, wenn es sein muss. Und wenn dann einer von „denen“ mein Händie findet, warum sollte er es denn ausgerechnet zurückgeben???
Doch man sollte nichts unversucht lassen und ich rufe einen dieser Parkplatzwächter zur Hilfe.
Ich erkläre, dass ich womöglich beim Aussteigen das Händie, bla bla bla, es könnte unter das Auto gefallen, bla bla bla, ob er denn nicht mal nachfragen kann, ob nicht einer, bla bla bla.

Walkie-Talkie Gesabbel, ein zweiter Wächter kommt. Wir kriechen auf allen Sechsen um das Auto herum, doch noch immer kein Telefon.
Ein dritter Wächter kommt, schaut mich ganz mitleidig an. Mir stehen die Tränen in den Augen und ich überlege schon, wie ich mich bei der brasilianischen Mobilfunk-Hotline durchtelefonieren soll, bis ich erklärt habe, dass ich die Nummer sperren lassen muss.
Der Dritte im Bunde hat sogar sein Telefon dabei und überlässt es mir, mich selbst anzurufen (in diesem Moment bin ich einfach nur froh, mir nach 8 Monaten meine Nummer endlich mal gemerkt zu haben). Es klingelt, leider nicht für mich hörbar und dann geht die Mailbox ran.
Super, das war's nun echt.

Völlig geknickt und ziemlich sauer auf mich selbst trete ich den Heimweg an.

Zu Hause angekommen, schleudere ich den blöden Joghurt in die Ecke, mach den Rechner an und googel mir erst mal die Hotline von dem Mobilfunkanbieter. Eine halbe Ewigkeit vergeht, bis ich endlich mal raffe, welche der angegebenen Nummern mit meinem Festnetztelefon anrufbar ist. Ich wähle und eine Stimme vom Band gibt mir verschiedene Auswahlmöglichkeiten, die ich allesamt nicht verstehe. Ich drücke die 1, nach der nächsten Ansage die 3 und dann warte ich. Während ich warte, klick ich mich durch die verschiedenen Firefox-Reiter, als mir eine rote „1“ aus dem Gesichtsbuch entgegenblinkt.

Neugierig wie ich bin, schau ich gleich mal rein und entdecke eine Mitteilung von Dani, die mir folgendes schreibt:

„Mariiii me ligaram falando q encontraram seu celular... Anotei o endereco e segunda vamos buscar, ok!!! Besos saudades!!!“

Sinngemäss heisst das: Sie wurde informiert, dass man mein Telefon gefunden hat und dass ich es am kommenden Montag abholen könne.

Ich beende mein Nichtgespräch mit dem Mobilfunkanbieter und rufe Dani an. Ich muss lachen, als sie mir erzählt, dass sie mit dem Anrufer, von dem sie ausging, dass ich es bin, zunächst deutsch gesprochen hat. Erst als sich klärte, dass ich es gar nicht bin, erzählte Bruno (so heisst der Sohn des Finders), dass er sich erst mal durch die vielen Gringos durchsuchen musste, bis er endlich einen Namen fand, der brasilienerisch klang. So landete er bei Dani. Und dann erzählte er, dass sein Vater das Telefon im Supermarkt fand, es allerdings nicht bei der Security lassen wollte (obwohl die ihm sagten, dass sich eine Gringa bereits danach erkundigte), weil er ihnen nicht traute. Stattdessen fuhr der Vater zur Arbeitsstelle des Sohnes, übergab das Händie dort und bat den Sohn, den Eigentümer des Telefons ausfindig zu machen …
Tja, und dann erfuhr ich über Facebook, dass mein Telefon etc. Den Rest kennt ihr ja.

Allerdings beschloss ich, Bruno selbst anzurufen und genau das tat ich, als ich das Gespräch mit Dani beendete. Wir reden, rekonstruieren und lachen und vereinbaren, dass ich mich am nächsten Tag – also heute – nach 1000 nochmal melden soll, damit er mir dann seine Adresse gibt und ich das Händie dann vor Montag schon abholen kann.
Dani begleitet mich, denn trotz allem muss man sehr vorsichtig sein.

Das Ziel ist bald erreicht, wir parken etwas abseits, ich rufe Bruno an und teile ihm mit, dass wir da sind und während ich mich zur Haustür begebe, bleibt Dani im Auto sitzen und beobachtet. Da ich nichts anderes im Hause hatte, habe ich die guten Doce de Leche „Havanets“ mitgenommen. Als kleines Dankeschön. Bruno ist freundlich und sehr sympathisch. Er übergibt mir das Handy, wir reden kurz, zum Abschied umarmen wir uns (wie das eben unter Brasilianern so üblich ist) und dann überreiche ich im den Süssstoff. Er freut sich. Und ich mich erst …

Dezent möchte ich behaupten, ich habe tierisches Glück gehabt. Und nicht, dass ich daran glaube, doch Bruno's Telefonnummer endet auf die Ziffern: 2401 … Es ist bestimmt nur ein Zufall …
Lange Rede kurz, wenn das Jahr SO beginnt … dann bleibt es hoffentlich auch so …

Gehabt euch wohl !!!
Und ein dicker BEIJO geht heute einfach mal an Bruno.

Eure Jana

Donnerstag, 5. Januar 2012

Die Kunst des Wartens besteht darin ...

… inzwischen etwas anderes zu tun. (Heinrich Spoerl)



2012.
Der erste Blog des neuen Jahres und ich weiss nicht so recht, wie und wo ich beginnen soll. Zuviel dessen, was da auf mich einprasselte, zuviel dessen, was noch verarbeitet werden will und vor allem zuviel dessen, was viel zu schnell passierte.

Doch fange ich noch in 2011 und dem Weihnachtsfest an, welches sich für mich ganz neu und ganz ungewohnt gestaltete.
Sommer im Weihnachten …
Künstliche Tannen schmücken nicht nur die Strassen und Shopping-Mall Vorplätze, nein, sie schmücken auch die brasilianischen Wohnzimmer. An den Zweigen hängen Gingerbrotmänner und rot-weisse Stocklollies.
 Aus den Lautsprechern des Radio schmettert uns Sinatra „A Merry Little Christmas“ entgegen, Wham trauert zum millionsten Mal dem „Last Christmas“ nach und Band Aid fragt wie immer „Do They Know it's Christmas?“ Ziemlich komisch, wenn ihr mich fragt, wenn es draussen 40 Grad und Windstille hat.
Doch dies zunächst mal die Rahmenbedingungen zum Fest der Liebe, Besinnlichkeit und Geburt Jesu.

Es ist der 23. Dezember als wir bei meiner brasilianischen Gastfamilie ankommen. Der Planet brennt auch abends um 22 h noch und in einer kleinen schnuckeligen Bar suchen wir bei einem kühlen Blonden etwas Abkühlung. Während ich mich noch frage, wie ich bei dieser Hitze überhaupt ein Auge zutun soll, werde ich schon darüber informiert, dass wir bei der Tante des Hauses nächtigen werden, deren Sohn eine Klimaanlage im Zimmer installiert hat. Und so nächtigen wir zu viert auf knappen 14 qm …

Der Heilige Abend beginnt für mich noch immer ganz und gar ohne Weihnachtsstimmung, dafür aber in einer unglaublichen Langsamkeit, wie ich sie nicht kenne. Um 1400 ist das Frühstück beendet und die Pläne, welche Geschenke noch zu besorgen sind, sind in vollem Gange. Und so begibt sich die gesamte Familie zum Shopping. Der Vater kauft noch für die Mutter. Mutter für eine Tochter. Tochter für Vater. Tochter für Tante. Mutter für Mutter. Ich blick nicht mehr durch und bin froh, nur Aussenstehender bzw. -stehende zu sein. Die Tüten sind gross, schwer und nehmen ganz arg viel Platz im Kofferraum weg.

Was so genau die Weihnachtstradition in Brasilenien ist, habe ich nicht erkannt. Es scheint wohl so zu sein, dass der Brasilianer an sich an Weihnachten Schweinefleisch (!) zubereitet. Hühnchen gibt’s auch. Das gute Rindfleisch ist für den Alltag vorgesehen. Nicht aber für Weihnachten.
Der „Tender“ ist mager, ohne Fett, wird im Backofen zubereitet und schaut aus wie Kassler. Dazu gibt es Ananas und „Fios de Ovos“ (Eierfäden).
Das Hühnchen ist traditionell, wie wir das auch kennen. Der Salat ist bunt mit ganz vielen Gemüsen und ganz lustigen kleinen Kartoffeln (ich glaube, das sind Süsskartoffeln). Zum Nachtisch gibt es eine Art „Brigadeiro“ und Obst in allen Variationen. Eine Neuheit für mich war jedoch der „Batida de vinho“. Super einfach und super lekker … Hier die Kurzversion – man nehme:
1 Liter Weisswein
1 Dose Kondensmilch
eine handvoll gemahlene Walnüsse
alles in den Mixer und gut vermischen. Eiswürfel dazugeben.
Wäre da nicht meine Laktoseintoleranz hätte ich vermutlich den Liter allein ausgetrunken.

Gegessen und getrunken wird bis ca. Mitternacht und dann folgt die Bescherung. Um 0200 ist alles vorbei und wir gehen wieder in die Klimaanlage zum Schlafen.

Wenn ich es mir so recht überlege, dann war das gar nicht mal so verkehrt, ganz ohne Weihnachtsstimmung Weihnachten zu feiern. Das Vermissen war nicht so präsent und ich konnte die Feiertage völlig relaxed über mich ergehen lassen.
Doch wenn ich es mir das nächste mal aussuchen kann, dann ist mir Weihnachten im Winter definitiv lieber. Lebkuchen, Gewürzmandeln, Glühmarkt, Glühwein, echte Tannen, vielleicht sogar Schnee, Heizung an, Weihnachtsbeleuchtung und und und … All das gehört zu Weihnachten dazu. Ohne ist das einfach nix. Also zumindest nix für mich. Schliesslich und endlich aber bin ich dankbar für die Erfahrung, die ich habe machen dürfen… die vielen Lekkereiein, die ich habe kosten dürfen … und Gast der ich bei der brasilienischen Familie habe sein dürfen. All das und noch viel mehr möchte ich ganz bestimmt nicht mehr missen …

So, Weihnachten war vorbei – für uns zumindest – und ich mache mich mit den brasilianischen Schwestern auf den Weg zum Flughafen. Knappe 200 km haben wir an dem Abend zurück zu legen, ehe wir in Guarulhos ankommen. Eine dritte Brasilianerin wartet bereits und die Vierte sollte in San Andres dazu kommen.
Am 26.12. sollte das Quintett vollständig sein: 3,5 Diven und eine Gringa. Das kann ja heiter werden.

Nach einer Odyssee durch mehrere Klimazonen (6 Stunden Aufenthalt im kalten Bogota) kommen wir endlich in San Andres an. Nachdem die Zimmer bezogen und die Koffer grösstenteils ausgepackt sind, führt mich mein Weg direkt zum Pool,
jedoch nicht ohne vorher das Zimmer und das Bad genau unter die Lupe genommen zu haben. Schlimmste Befürchtungen hegte ich im Vorfeld schon, da Holiday-Check kein gutes Haar am Hotel in den Bewertungen gelassen hat. Doch ich sollte mich eines besseren belehren lassen und für mich setzte ich im Geiste den Haken dran und beschloss mit dem sich mir Dargebotenen ganz und gar super klar zu kommen.

Der Pool ist sauber, die Sonne strahlt und das Meer liegt in unzähligen Türkisfarben vor mir. Ein Traum in Karibik. Rasta. Reggae. Check.
Am nächsten Morgen ist bereits um 0900 Aufbruch. Eine Inselrundfahrt steht auf dem Programm.
Geoffrey, der Guide ist gut drauf und Manoel, der Fahrer ebenfalls. Es gibt viel zu sehen, die Einheimischen führen Tänze auf, wir probieren uns durch lokale Gerichte und an Board (im Bus) gibt es sogar Getränke inklusive.
Und so befreien wir mehrfach Kuba und manch einer schiebt noch ein lekkeres „Aguila“nach …

Wir halten sogar am Aquarium, in welchem wir sogar schwimmen gehen können … Das Wasser ist so klar, dass man bestimmt die 100 Meter bis auf den Grund sehen und den Fischen beim Futtern zusehen kann.

Ich bin begeistert, um nicht zu sagen sprachlos.

Der nächste Tag beginnt leider schon wieder vor dem Aufstehen, denn wir haben einen weiteren Ausflug gebucht. Die Reise geht diesmal auf die Inseln „Johny Cay“, „Rose Cay“ und ein weiteres „Aquarium“ in welchem wir sogar Mantas sehen und mit ihnen schwimmen können.
 Verdammt, das sieht da echt aus wie in der Bakardi Werbung. Nur die Hängematten fehlen und die Mädels mit den richtig, richtig knackigen Hintern
(unsere und jene, die bereits auf der Insel vorzufinden sind, sind es jedenfalls nicht).
Ich krieg den Mund vor Staunen mal wieder nicht zu und während ich mich noch auf Flora und Fauna konzetriere, verpenne ich sogar fast, dass mir ein Rastaman etwas nah auf die Pelle rückt. Und da bestätigt sich das, was ich im Vorfeld schon gesagt bekam. Die Jungs wollen gleich alles und am liebsten wollen sie auch auch gleich mitgehen. Schlussendlich hatte ich so meine Mühe, mir den „Papi“ vom Hals zu halten und ihn auf eine andere anzusetzen …
Die Typen sind echt lästig …

Ein anderer Ausflug ist dann leider ins Wasser gefallen, da das Boot einen Motorschaden hatte und Ersatz nicht aufzutreiben war. Und so verbrachte ich die letzten Tage bzw. Stunden am Pool oder beim Spaziergang durch das kleine Städtchen.

Alles in allem ein sehr ruhiger und beschaulicher Urlaub auf der Karibikinsel.

Mein persönliches Fazit:
  1. Weihnachten nur noch im Winter
  2. Silvester gerne wieder in der Karibik
  3. Nie mehr wieder mit brasilianischen Mädels und schon gar nicht mehr zu 5.

Jetzt nur noch 19 Tage und dann hab ich Geburtstag !!!!

Gehabt euch wohl,
Eure Jana

PS: Hier noch ein paar Eindrücke von der Insel:








Donnerstag, 22. Dezember 2011

Das Leben lässt sich nur rückwärts verstehen ...

... muss aber vorwärts gelebt werden. (Sören Kierkegaard)



Auch wenn sich hierzulande mal so gar keine Weihnachtsstimmung einstellen mag, so kann ich es mir doch nicht ganz verkneifen, doch ein bisschen zurückzublicken auf die vergangenen Brasilenienmonate. Irgendwie liegen diese Monate, wie ein ganzes kleines Leben hinter mir und genauso wie ein ganzes kleines Leben vor mir ...
Verwirrend und spannend und so normal ... Alles drei auf einmal ...

Ein grosses Land, eine grosse Stadt und ziemlich grosse Gegensätze. April war’s, als ich zum dritten mal in meinem Leben brasilienischen Boden betrat. 2 Dienstreisen führten mich bis dato in das Land der Flip-Flöpper. Immerhin kurz genug, um mir nichts ansehen zu können, dennoch lang genug, um meine Zusage zu erteilen, dieses Land, diese Stadt, für ein Jahr meine Heimat schimpfen zu wollen.
Neben unzähligen Kilogrämmern an Gepäck, hatte ich natürlich noch unzählige gute Ratschläge mit dabei, die mir ganz wild im Kopf umherflatterten und mich schlussendlich daran hinderten, entspannt meinen Aufenthalt zu beginnen.
Es ist gefährlich. Du musst aufpassen. Lauf nicht allein auf der Strasse. Nimm immer ein Taxi ... etc.

Es ist, als ob es gestern war ... Rotz und Wasser heule ich am Flughafen und will gar nicht mehr. Im Flieger will ich gar nicht aussteigen. Will gleich wieder zurück nach Hause. Doch nix da. Leben, ich zeig Dir mal, wo der Frosch die Locken hat. Die Suppe hab ich mir eingebrockt, die löffel ich jetzt auch aus. Komme was wolle. Und dann beschliesse ich erst einmal, das Hotelzimmer nicht mehr zu verlassen.
Allerdings führt kein Weg daran vorbei und ich muss raus. Es geht gar nicht anders und so wage ich die ersten Baby-Steps auf Paulistanischen Strassen. Ganz behutsam setze ich einen Fuss vor den anderen, versuche jeden und alles im Auge zu behalten, bis mir eine Shopping-Mall sicheren Unterschlupf gewährt.

Damals und Heute. All das, was mir zu Beginn Angst, Probleme, Unbehagen, bescherte, geht mir heute relativ leicht von der Hand. Ein klein wenig erschreckend, wie schnell sich das gelegt hat und wie normal das geworden ist. So, als hätte ich niemals was anderes getan. So, als wäre es nie anders gewesen.

So fremd die Menschen mir damals vorkamen, so vertraut sind mir ihre Gesichter heute.
So fremd die Sprache in meinem Ohr klang, so spreche ich sie heute selbst und ertappe mich hin und wieder dabei, sogar in ihr zu denken.
So allein ich damals auch war, so habe ich inzwischen Freunde gefunden, auf die ich mich verlassen und auf die ich zählen kann.
So sehr mir vor der brasilianischen Bürokratie auch graute und so schwer sich das gestaltete, so lernte ich durchzublicken, zu verstehen und mich allein durch den Bürokratie-Dschungel zu navigieren.
So chaotisch mir der Verkehr auf St. Pauli’s Strassen vorkam, so stürze ich mich heute allein mit einem Auto bewaffnet hinein. Selbst das Navigationsgerät habe ich in den letzten Wochen nicht mehr benötigt.

Schlussendlich ist es so, dass, ganz gleich wo man auf der Welt ist, nach einer gewissen Zeit, der Alltag Einzug hält. Es kommt mir vor, als hätte ich den Alltag zu Hause gelassen, weil im Gepäck kein Platz mehr war und dann geht der Alltag hin, kauft sich einfach ein Ticket nach Brasilenien, ohne mir bescheid zu geben, und schleicht sich einfach in das neue Leben ein. Noch nicht mal vom Flughafen wollte er abgeholt werden. Er findet einen auch ohne Auto und ohne GPS.
So ist das wohl.
Und dennoch, es ist anders, als zu Hause. Also in Good Old. Denn St. Pauli ist auch irgendwie Zuhause. So ein bisschen ist es das geworden. Der Dunstkreis, in dem man sich in der Stadt bewegt, ist vertrauter. Neues geht man viel lokkerer an, als noch zu Beginn. Es jagt einem eben nicht mehr so schnell Angst ein.

Neben all den sichtbaren Veränderungen, und ich bin mir sicher, noch lange nicht alle aufgezählt zu haben, stellt man dann in einer ruhigen Minute fest, dass man sich selbst auch verändert hat. Und so stelle ich fest, dass ich die ein oder andere Gewohnheit abgelegt, dafür aber eine neue dazu bekommen habe. So ein klein bisschen mehr „Mädchen“ bin ich wohl auch geworden (unlängst fragte mich ein Freund: „Du sag mal, seit wann wackelst Du denn mit dem Po?“. Mal ganz davon abgesehen, dass ich nicht mit dem Po wackle, so habe ich mich als Gringa, wie ich hier liebevoll genannt werde, belehren lassen, dass ich mit meinem europäischen Bikini NICHT an den Strand gehen darf und mich den lokalen Gepflogenheiten anzupassen habe. Lange Rede kurz, die „Zahnseide“ konnte ich den Mädels ausreden, dennoch ist das Stück Bikini-Stoff einiges knapper ausgefallen, als jenes Modell, was ich zu tragen pflegte (und da dachte ich schon, es sei knapp).
Kurzum, ich merke, ich komme bei und in mir an. Eine Gelassenheit von ganz tief drin macht sich in mir breit und ich fühle mich wohl. Die brasilianische Gelassenheit tut gut, um in bestimmten Momenten, nicht gleich aus der Haut zu fahren. Manchmal verpenne ich sogar, dass es evtl. ein Moment zum in die Luft gehen gewesen sein könnte. Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird und wenn, dann ist der Brasilianer nicht nachtragend, das Brandbläslein auf der Zunge ist vergessen und ein kühles Blondes hilft, Linderung zu verschaffen.

Meinen Koffer habe ich auch oft gepackt – ich glaube, nur die Kofferpackzeit in der Schweiz habe ich noch nicht ganz getoppt.
Ich packte meinen Koffer nach:
- Ubatuba
- Manaus
- Foz do Iguacu
- Deutschland
- Zagreb
- Rio de Janeiro
- nochmal Deutschland
- Puerto Madryn – El Calafate – Ushuaia – Buenos Aires
- Deutschland
- heute packe ich meinen Koffer wieder
Tja, viel gesehen und viel erlebt habe ich – haben wir. Freunde aus Deutschland habe ich hier empfangen und Zeit mit ihnen verbringen dürfen.

Doch wie alles im Leben, hat auch dies hier seinen Preis.
Viele traurige Momente habe ich hier überstehen müssen. Allein. Weit weg von der Heimat. Den Freunden. Der Familie. Das Internet oftmals der einzige Zugang zur Aussenwelt. Das Heimweh war zuweilen schon sehr heftig und es gab Momente, in denen ich am liebsten alles hingeworfen und die Koffer nach Hause gepackt hätte.
Viele Froschpokermomente musste ich überstehen, bis auch für mich die Sonne wieder schien. Und nicht selten die Frage, warum das alles. Zweifel, an dem, was man tut und tat. Selbstzweifel. Angst, vor dem was kommt und Angst vorm Aufwachen und feststellen, dass es doch nicht das gewesen ist, was man sich für sich selbst so vorgestellt hat.

Diese grosse Reise hat Grosses in mir losgetreten. Jetzt gilt es, alles zu ordnen und die Weichen neu zu stellen. Für den Moment aber begebe ich mich zunächst in die Verlängerung und habe so mit dem heutigen Tag sowas ähnliches, wie ein Bergfest. Das was zeitlich nun hinter mir liegt, liegt, so sich nichts ändert, noch vor mir. Und ich glaube mit Fug und Recht behaupten zu können, dass die bevorstehenden Tage, Wochen, Monate sicherlich nicht minder spannend und ereignisreich werden werden, wie jene, die bereits vergangen sind.

Und dann war und ist da noch der „Boyfriend“ Schavier, der so ziemlich alle Berg- und Talfahrten mitgemacht hat. Ein treuer Freund und Begleiter, Zuhörer und Ratgeber. Ohne ihn wäre es ungleich schwieriger gewesen. Er wird seinen Abschluss machen, indem er seine liebe Freundin Karime in Kolumbien heiraten wird und ich werde meinen Abschluss machen, indem ich mit meinen „brasilianischen Schwestern“ am kolumbianischen Strand feiern werde ... Zumindest werden wir im gleichen Land feiern, wenn ich nicht schon bei der Hochzeit dabei sein kann ...

Nun bleibt mir nur euch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr zu wünschen !
Kommt gut raus und vor allem gut rein, passt auf euch auf. Und mit ca. 6stündiger Verspätung werde dann auch ich auf euch, auf mich, auf uns anstossen können !!!

Gehabt euch wohl !!!

Eure Jana

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Brasilenien ...

... und was mich sonst noch anstrengt!





Dinge passieren, ohne dass man wirklich Einfluss darauf nehmen kann. So kam mir mein letzter Good-Old Aufenthalt extrem kurz vor, die Rückkehr nach St. Pauli fühlte sich allerdings eher danach an, als sei ich eine halbe Ewigkeit weg gewesen.
Vielleicht lag es aber auch einfach nur am immensen Temperaturunterschied. Meine Schneefallgrenze ist um mindestens 30 Grad gesunken, das Atmen fällt am Nachmittag unter freiem Himmel zunehmend schwerer und diese dauerhafte Schwüle trägt nicht unbedingt zum allgemeinen Superwohlbefinden bei.

Doch wer jammert, kommt ins Heim und so schleppe ich meinen Körper direkt nach Landung vergangene Woche zum Lauftraining in den Park. Alles ist unverändert, bis auf die Tatsache, dass selbst im Park Weihnachten Einzug gehalten hat. Wie alles in St. Pauli, sind auch hier die Weinnachtsglocken, -kugeln und –lichter überdimensioniert. Während ich so meine Runden drehe, begutachte ich die Parkdeko und erwische mich dabei, wie ich mich schon darauf freue, demnächst mal bei Nacht laufen zu gehen, damit ich das Spektakel dann auch mal in Betrieb ansehen kann.

Ich schnaufe wie ein Walross, als ich den Park in Richtung Wohnung verlasse, als mich mitten auf der Strasse jemand „anhaut“. Zweimal musste ich hinsehen, bis ich kapiere, dass es sich um meinen Mitläufer im Park handelt, mit welchem ich bislang immer nur Blicke tauschen konnte und der mein heimlicher Motivator war, immer noch eine Runde mehr zu laufen. Wow, 18 Melonen Menschen in dieser Stadt und ich werde auf der Strasse erkannt bzw. kenne selbst jemanden. Marcio lässt mich wissen, er hätte mich in den letzten Wochen „vermisst“ und ein Blick auf seine Uhr entlockt ihm, dass ich an jenem Tag wohl viel zu früh zum Laufen dran war.
Wir verabschieden uns, denn schliesslich muss ich in Bewegung bleiben und er will auch noch loslaufen. Allerdings steht der Plan, dass wir uns freitags (zur gewohnten Uhrzeit) im Park zum Laufen treffen wollen.

Lange Rede kurz. Wir kommen an jenem Freitag nicht zusammen. Gestern erst hat es wieder geklappt. Eine Stunde lang drehen wir gemeinsam unsere Runden, sprechen eine lustige Sprache, die wir selbst nicht so recht definieren können und dann geht wieder jeder seiner Wege ...


Dieses Klima ist im wahrsten Sinne des Wortes anstrengend. Auf auf die Gefahr hin, dass ich meinen Lauffreund im Park nicht mehr sehen werde, testete ich diese Woche mal aus, wie es denn ist, am Morgen zu laufen. Schwül isses am Morgen auch, vielleicht sogar noch mehr, als am Abend, doch es ist nicht ganz so drückend heiss. Ich verspreche mir davon, meine allmorgendliche Schwitzkur während des Laufens hinter mich zu bringen, um mich nach dem Duschen damit rumärgern zu müssen.
Doch weit gefehlt. Ich lasse mir Zeit, führe all meine Bewegungen in Slow-Mo aus und dennoch, jede noch so kleine Bewegung treibt mir die Schweissperlen auf die Stirn. Inzwischen bin ich schon soweit, dass ich morgens mindestens 30 Minuten einplanen muss, denn zwischen den einzelnen Arbeitsschritten muss ich weitere Ruhepausen einplanen ...

Leider bewahrte mich das vorgestern Morgen nicht davor, nachdem ich schon fix und fertig angezogen und mit dem Fahrstuhl nach unten gefahren war, mich nach einer weiteren Ruhepause von der Ruhepause doch wieder nach oben zu begeben, um mir wieder trockene Klamotten anzuziehen. Unglaublich dieses Klima hier (und ich bin mir sicher, es ist das Klima und nicht ich!!!). Wissentlich, dass ein 1,5 km Fussmarsch vor mir liegt, packe ich vorsorglich noch ein frisches T-Shirt ein und begebe mich auf die Strasse ...
Keiner will wissen, in welchem Zustand ich bei der Arbeit ankam. Ich ehrlich gesagt auch nicht mehr ...
Einmal mehr denke ich mir, wie schön es doch in Deutschland wäre. Wenn es kalt ist, ist es kalt und wenn es warm ist (bzw. sein sollte), ist es auch kalt. Da weiss man, was man hat und man weiss auch immer, wie man sich richtig anzuziehen hat ...

... und es war noch nicht mal richtig Sommer ...


Inzwischen treibt mir noch eine weitere Tatsache (Angst)Schweissperlen auf die Stirn. Es ist das 17. Stockwerk, auf oder in welchem ich lebe. Also, nicht das Stockwerk selbst, vielmehr die Tatsache, dass dieses Stockwerk ohne Fahrstuhl nur unter Aufbietung der letzten Kräfte erreichbar wäre. Kurzum, ich glaub, ich bin in 120 % aller Fälle auf das mobile Gefährt angewiesen.
An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass ich mich in kleinen, engen Räumen generell nicht so wohl fühle, in kleinen, engen Räumen mit vielen Menschen noch viel weniger. Auch ist mir immer wieder blümerant, wenn ich mit dem Fahrstuhl fahren muss und jedesmal bin ich erleichtert, wenn das Ziel erreicht ist und ich endlich wieder aussteigen darf.

Es war Montag. Diese Woche. Ich beschliesse noch vor dem Aufstehen joggen zu gehen. Meine Nachbarin dachte sich das gleiche und so standen wir kurz nach 0600 gemeinsam im Fahrstuhl. In „Null“ wollen wir aussteigen, doch kurz vorher bleibt der Fahrstuhl stehen. Oder stecken. Oder was auch immer.
Normalerweise zeigt meine Pulsuhr im Ruhezustand noch nicht mal die 50 an und jetzt schnellt der Pulsschlag binnen weniger Sekunden auf über 100 ... Shit. Ich – wir – stecken fest. Auf das Klingeln reagiert keiner und dann geht das Licht ein weiteres mal aus. Als es wieder angeht, zeigt das Display des Fahrstuhls die 28 an und die Kabine setzt die Fahrt in entgegengesetzer Richtung fort. In -3 dürfen wir aussteigen. Die Treppe nehmen können wir nicht, da das Treppenhaus stockdunkel ist und so arbeiten wir uns die Tiefgaragenausfahrt nach oben, bis wir endlich wieder Tageslicht sehen.
Mit meinem Puls bin ich längst schon „out of Comfortzone“ und ich überlege, ob ich überhaupt noch laufen soll, denn in den letzten 20 Minuten habe ich vermutlich schon 7,8 g Fett und 1.334 kcal verbrannt ...

Schlussendlich entscheide ich mich dann doch für den Parklauf und als ich zurück bin, verdonnere ich einen meiner Türwächter, mich mit dem Fahrstuhl nach oben zu fahren, denn jetzt trau ich mich nicht mehr allein ...


So, und zu allem „Elend“ gibt’s dann morgen abend noch: „Amigo Secreto“. Den Krabbelsack oder das Wichteln kenn ich schon, doch einen „geheimen Freund“ kenn ich nicht. Während man mir Gringa erklärt, dass es noch einen Subnamen gibt, sowas wie: „Ich klau mir mein Geschenk“, bin ich etwas schlauer.
Und das geht so:
Der Betrag von BRL 30,00 wurde festgelegt. Man sollte sich daran halten. Eingeladen werden ALLE. Männlein und Weiblein. Kreativ soll das Geschenk sein.
Soviel zu den Rahmenbedingungen.
Wenn wir uns morgen dann in der Location einfinden, warten wir erst mal ab, essen, trinken und erzählen und wenn dann klar ist, dass keiner mehr kommt, werden die Namen der Anwesenden auf Zettel geschrieben.
Derjenige, der sein Geschenk verschenken soll, muss einen Zettel ziehen und demjenigen sein Geschenk schenken. Der Beschenkte kann dann, wenn ihm sein Geschenk nicht gefällt, einem anderen das Geschenk „klauen“ (also tauschen). Der, der zuerst dran ist, wird dazu wenig Möglichkeiten haben, doch je später man beschenkt wird, umso grösser die Auswahl, sich ein schöneres Geschenk auszusuchen.

Da ich jetzt allerdings nicht weiss, ob jemand meiner „geheimen Freunde“ hier mitliest, werde ich nicht veröffentlichen, was ich mir habe einfallen lassen ... Das mach ich zu einem späteren Zeitpunkt ...

Und hier noch mein Elf für dieses Jahr (auch eine ziemlich anstrengende Performance :-))


Gehabt euch wohl,
Eure Ma

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Fast Forward ...

… Wo ist die „Pause-Taste“?



Kann mal bitte jemand mein kleines beschissenes Leben kurz anhalten? Ich kann's offensichtlich nicht … Die Zeit rinnt mir durch die Finger, es scheint, als erlebe ich Dinge in 14 Tagen, für die andere mal lokker, wenn nicht sogar noch mehr Zeit brauchen …
Ich komm selbst nicht mehr nach … Überrolle mich selbst und schau dem vorbeirauschenden Zug einfach nur noch nach und weiss gar nicht so recht, was da gerade so passiert ist.

Wie gut, dass ich's aufschreiben kann, denn dann kann ich's irgendwann, wenn ich mal raste, nachlesen und mich selbst wieder aufgleisen und abholen.

Das Ende meines Abschlussberichtes macht nun hier den Anfang, denn das ist das, was mich schon recht beschäftigt hielt …
Unverhofft fragte ER, ob er mich denn am Tag meiner Ankunft in Frankfurt am Flughafen abholen solle. Ich lehne ab, wobei ich mich heute schon frage, ob es nicht vielleicht besser gewesen wäre, das Angebot anzunehmen …
Warum hab ich eigentlich abgelehnt? Ganz einfach. Wir haben uns sage und schreibe 21 Jahre nicht mehr gesehen. Es ist viel passiert in diesen Jahren und in knapp 2 Wochen lässt sich das weder per Mail, noch per Telefon nach- und aufholen.
Die Vorfreude ist gross. Erwartungen habe ich keine. Es ist einfach nur schön, einen „alten“ Bekannten nach einer halben Ewigkeit wieder zu treffen.
Während wir uns auf unser Wiedersehen warten, vertreiben wir uns die Zeit mit Reden und Schreiben. Ich bin gespannt. Weiss nicht so recht, was mich erwarten wird.

Er bestimmt das Tempo. Er bestimmte es die ganze Zeit. Pläne hat er gemacht. Termine hat er umgelegt. Zeit hat er sich genommen.
Dann das erste Treffen nach gefühlten 100 Jahren. Schön war's. So fremd und doch so vertraut. Er hat sich verändert. Ich mich wohl auch. Wir reden. Wir lachen. Noch immer bestimmt er das Tempo. Alles ist fein und ich? Ich mag gar nicht denken … Ich lass es einfach und verlass mich auf meinen Kopfbauch.
Und nach dem Treffen fragt er mich, ob ich nicht zu einem seiner Termine mitkommen möchte. Er würde sich freuen, täte ich ihn begleiten. Zugegeben, wohl war mir dabei nicht. So ne halbe Familiensache, die mir schon recht schwer im Magen lag … Ich zeige mich solidarisch, zumal er mich ja auch zu einem Geburtstag begleiten wollte. Augen zu und durch. Wird schon werden. Alles ist fein. So auch der Abend. Wir lachen. Wir reden.

Der Geburtstagssamstag beginnt entspannt. Ich tu das, was ich tun muss und selbstverständlich will ich wieder alles und das am besten auf einmal. Und so hat dann auch noch Tuti Zeit. Cool. Nach einer halben Ewigkeit will ich sie auch noch in den Arm nehmen und nicht noch einen Tag länger warten. Es muss noch vor dem Geburtstag sein. In der Zwischenzeit vermeldet er, er würde sich verspäten. Mein Vorschlag lautet: Er solle sich Zeit lassen, ich führe unterdessen zur Tuti und wir könnten uns ja dann völlig entspannt eine Stunde später treffen, um auf den Geburtstag zu gehen.
Doch dann kommt es doch ganz anders. Er möchte mit und bittet mich, zu warten. Ich tu, wie ich gebeten.

Noch immer ist alles furchtbar entspannt. Bei Tuti gibt es viel zu reden, viel zu sehen und vor allem viel zu berichten. Schön isses und dann müssen wir aber auch schon los, da das Geburtstagskind eben auch noch wartet.
Auf der Party angekommen, begrüssen wir hier, reden dort und überhaupt ist alles ziemlich tippi-toppi.
Ca. 2 Stunden später lässt er mich wissen, dass ihm alles zu schnell ginge.
Hääää?
Wie jetzt?
Ja, es ginge ihm zu schnell. Wir hätten uns keine Zeit gelassen … bla bla bla …
Aha.
Zum Glück war ich diesmal nicht diejenige, die das Gaspedal mit dem Bremspedal verwechselt hat …
Ich versteh' mal wieder so rein gar nichts … Muss ich aber auch nicht.

Dennoch kann ich es nicht unterlassen, meiner Enttäuschung Luft zu machen und halte mit keinem meiner Worte hinterm Berg. Bedrückendes Schweigen. Ich steige aus dem Auto, wünsche eine angenehme Heimfahrt und suche Schutz in der Casa.
Ich denke nach. Sicher bin ich mir nicht mehr, ob es immer so geschickt ist, die Wahrheit und das, was man so denkt, frei auszusprechen. Das geschnalzte Wort eben. Doch der verletzte Stolz, die Enttäsuchung liessen einfach keine andere Wahl. Was folgt, ist ein Treffen auf dem Glühmarkt, eine Erklärung dessen, warum es war, wie es war und vor allem aber das zum Ausdruckbringen, dass das, was er vorher tat, sagte und unternahm, so gar nicht zum Zuschnellgehen passten.
Und einmal mehr lasse ich mich von ihm auf's Glatteis führen … Der Abschied sprach eine andere Sprache.

2 Tage später dann die Offenbarung, er müsse nun doch ehrlich sein …
Er wählt die non-verbale Kommunikation.
Feige ist das. Ein Griff zum Telefon wäre das Mindeste gewesen.
Doch das ist eben nicht Jedermann's Sache.
Ich wünsche noch „ein schönes Leben“ und hake die Sache für mich ab.

Was ist nur los?
Ist es zuviel verlangt, von zwölf bis Mittag zu denken?
Stimmt mit mir was nicht?

So, das Abholen vom Flughafen überlasse ich zukünftig auch nur noch denen, die sich damit auskennen …

Gehabt euch mal wohl.