Mittwoch, 2. November 2011

Die Reise ...

… geht weiter !



So, wo war ich stehen geblieben?
Ach ja, die Tage in Puerto Madryn vergingen völlig unaufgeregt. Gundula machte sich am Regenurlaubstag, als es dann doch noch aufhörte zu regnen auf den Weg zum Eco-Centro, während ich dachte, meine Erkältung sei soweit überstanden, dass ich wieder joggen gehen kann. Das hab ich dann auch getan. Und zwar gleiche ne ganze Stunde lang und dann auch noch am Meer. Kalt war's aber schön.

Schon in Puerto Madryn war meine Freundin besessen vom Kofferpacken. Vielleicht nicht gerade besessen, doch es beschäftigte sie. Einerseits war sie der Meinung, sie hätte nicht genug Klamotten dabei (dabei war ihr Koffer auch schwerer als 20 kg) und dann war ihr irgendwie nie so klar, wie sie alles wieder in den Koffer kriegen soll. Und so begann in Puerto Madryn ihr Ritual. Erst den Koffer auspacken, um ihn dann wieder neu zu packen. Ich kann an dieser Stelle schon vorwegnehmen, sie hat nirgendwo was liegen lassen müssen …

Und so werden wir am 13.10. gegen 1000 h im Hotel abgeholt. Wir staunen nicht schlecht, als da ein kleiner PKW vor der Tür steht, der neben uns beiden noch 2 weitere Hotelgäste zum Flughafen befördern soll. Völlig überrascht bin ich, als es der Fahrer schafft, alles bis auf einen kleinen Trolley im Kofferraum zu verstauen. Und los geht die Fahrt.

Diesmal klappt das mit dem Check-In viel besser und Verspätungen gibt es keine. Auf dem Flug nach El Calafate werden uns wieder Lunch-Boxen mit den gleichen Knatsch-Sandwiches, diesmal ein anderes süsses Teilchen, dafür aber wieder das gleiche Karamellbonbon serviert.
Grandioser Sonnenschein – allerdings auch ein wenig Wind – empfangen uns in El Calafate. Noch habe ich nicht viel gesehen, doch es gefällt mir jetzt schon. Hier will ich bleiben. Hier will ich so schnell nicht mehr weg.
Das Hotel ist ebenfalls schön gelegen, direkt am Lago Argentino, das Zimmer gemütlich, irgendwie süss und ein sensationeller Ausbilck vom Balkon.

Schnell ist wieder klar, wer welche Schlafstätte bezieht und so widmen wir uns wieder dem Auspacken. Nach getaner Arbeit machen wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum. Der Planet brennt, wir haben einfach nur gute Laune und freuen uns auf die bevorstehenden Erlebnisse. Auf den Perito Moreno freuen wir uns schon seit Beginn der Reise. Doch dazu später mehr.
Verlaufen können wir uns nicht in El Calafate, da es nur eine Strasse gibt, die ins Zentrum führt. Und auf dem Weg dahin kommen wir an einem kleinen Musikladen vorbei. Spontan grätschen wir ein, denn ich weiss schon, was ich kaufen möchte. In Puerto Madryn hab ich nämlich Bekanntschaft mit El Dragon gemacht und von dem wollte ich mir unbedingt die CD kaufen. Der hat nämlich den Rhythmus, bei dem man mit muss …
Auch nach 4 Tagen fällt es mir noch immer schwer, meine Spanischkenntnisse zu reaktivieren, doch ich geb alles und trau' mich einfach und spreche den Verkäufer einfach mal an. Schon als wir ihn gesehen haben, waren Gundula und ich uns einig, dass er gut neben Nestor auf's Sofa passen würde. Argentinier sehen einfach nur gut aus … Soviel ist sicher !
Wie dem auch sei, während ich mir Musiktipps von dem hübschen Verkäufer geben lasse, naja, vielleicht haben wir auch ein wenig geflirtet, beobachtet Gundula von der Seite das Geschehen und grinst sich nen Wolf. Wir hören in verschiedene Musikstücke und am Ende erstehen wir beide je 3 CDs. Wir verabschieden uns nach einer gefühlten Ewigkeit von dem Verkäufer. Ach, das war schön. Wir kommen wieder. So der Plan.

Das Zentrum von El Calafate erinnert ein wenig an einen schweizer Skiort. Holzhütten, Cafés, Bars, Restaurant und mörder viele Touristen. Ja, es war schon sehr überlaufen, doch irgendwie auch recht angenehm. In der Librobar gönnen wir uns unser Willkommensbier und auf dem Weg nach Hause gönnen wir uns mal ne Pizza. Im Supermarkt sind danach schnell die Kleinigkeiten eingekauft, die man so zum Leben braucht und mit den Hühnern gehen wir dann auch schon schlafen.

Das Frühstücksbuffet ist ordentlich. Käse, Schinken, die Eier fehlen, ein bisschen Obst, der Kaffee ist trinkbar, Brot und Media Lunas. Wir schlagen zu, wer weiss, wann wir wieder was bekommen und dann stehen wir auch schon parat, denn wir sollten abgeholt werden, damit wir in den Nationalpark kommen. Der Perito Moreno wartet schliesslich. Im Park selbst tauschen wir irgendwann den Bus gegen ein Boot und schon schippern wir auf dem Lago Argentino los.
Plötzlich ist er da. Der Gletscher erstrahlt in gewaltiger Pracht vor uns. Einmal mehr scheitere ich beim Versuch auch nur im Ansatz beschreiben zu wollen, wie und was das war.
Gewaltig. Gewaltiger. Gletscher. Ich so klein, er so gross. So blau. So mächtig. Aus der Ferne betrachtet meint man fast, man könne auf ihm laufen. Doch schaut man genauer hin, öffnen sich Gletscherspalten die wohl grösser kaum sein können.
 Die Kamera halte ich nur drauf und schiesse ein Foto nach dem anderen. Vorher noch erzählt mir Gundula, sie würde gerne mal den Gletscher kalben sehen und dann passiert es. Es kracht, es ist laut, es hallt. Und dann bricht der Gletscherbrocken ab und rauscht mit voller Wucht in den See. Sensationell und ich hab's im Kasten … Check.
 Nach der Bootsfahrt haben wir noch die Möglichkeit, einen Wanderweg durch den Wald und entlang des Gletschers zu laufen. 
Einmal mehr bin ich überwältigt von dem Anblick, der sich mir bietet. Und nicht nur das. Der Gletscher spricht mit uns. Immer wieder kracht und hallt es. Doch es ist nicht zu erkennen, woher es kommt.
Nach diesem Ausflug wissen wir, dass wir uns in jedem Fall noch die Nordseite des Perito Moreno, den Spegazzini und den Upsala Gletscher anschauen wollen. Und so ist die Bootstour für den nächsten Tag schon gebucht.

Unsere Enttäuschung am nächsten Tag ist nicht zu übersehen, als wir am Hafen ankommen und erfahren, dass es kein kleines Boot, sondern ein Katamaran mit einer kleinen Million Menschen darauf sein wird. Wär der Trip nicht verhältnismässig teuer gewesen, wären wir bestimmt wieder umgekehrt und nicht mitgefahren. Naja, man soll ja nicht schon vor den Schlägen schreien und somit lassen wir es doch mal mehr oder minder gelassen auf uns zukommen. Wir beobachten Menschen und schon wieder haben wir jemanden gefunden, der auch auf's Sofa passen würde. Wir erfahren, dass es Federico ist und dass er der Boardfotograf ist.
Die Landschaft, die sich da so offenbart, ist sensationell. Berge. Schnee. Eis. Alles ist so gewaltig gross. Beim Spegazzini hat man das Gefühl, dass er sich einfach so in den See ergiesst … 
Den Mund krieg ich vor Staunen schon wieder nicht zu. Auf Federico's Tipp hin, bleiben wir auf der hinteren Seite des Katamaran's stehen, denn da sind wir windgeschützt und können zu gegebener Zeit dann doch alles sehen, was wir sehen müssen. Unsere Position ist strategisch gar nicht so ungeschickt, denn da wir auf dem oberen Deck sind, können wir die Menschen auf dem unteren beobachten. Schon da fängt mein „Fotoduell“ mit einem jungen Mann auf dem unteren Deck an.

Nach einer Weile findet sich der junge Mann dann auch auf dem oberen Deck ein und fragt einen weiteren Mitreisenden, ob dieser nicht ein Foto von ihm und dem Gletscher im Hintergrund machen könne. Allerdings nicht mit der Kamera, sondern mit dem iPhone. Der Gefragte bekommt noch eine kurze Einweisung von David (das haben wir dann später erfahren) und dann sollte das Foto geschossen werden. Ich stehe in unmittelbarer Nähe und kann vor Lachen kaum noch an mich halten, da der Gefragte ein etwas älterer Herr war, der versuchte mit aller Macht, den Auslöser auf dem Touchscreen zu drücken und total überfordert war mit der Technik.
David verstand meinen Hinweis, überreichte mir das Telefon und dann hab ich das Foto gemacht.

So ne Seefahrt ist nicht nur lustig, sondern sie macht auch durstig und wir organisieren uns mal wieder unser Lieblingsgetränk, welches wir draussen zu uns nehmen. David reist mit seinem Freund Hector und die beiden gönnen sich einen Whiskey on the rocks – selbstverständlich Gletscher-Rocks. Ich stelle fest, die Kamera um den Hals ist ein guter Kommunikator und schon bin ich im Gespräch mit Hector, der sich auch gleich mal die Fotos anschauen möchte. Schnell sind wir alle vier im Gespräch und versuchen eine uns allen entgegenkommende Sprache zu finden. Es ist lustig, denn wir erfahren, dass die beiden aus Madrid und Arbeitskollegen sind. Spanische Krankenschwestern oder -brüder. Also die beiden betreuen Säuglinge auf der Intensivstation. David verschwindet kurz, kommt dann aber mit vier mal Nachschub zurück und so stehen wir da, reden und trinken unser Bier. Gundula und ich hatten ein paar Kräcker eingepackt und diese steuere ich als Erdnussersatz einfach mal bei. Wie auf Kommando legen Hector und David, Brot, Wurst, Käse dazu. Wir packen noch einen Apfel und ein paar Kekse aus und ratz-fatz ist das Picknick fertig.
 Als wir beim Upsala Gletscher ankommen, sind wir fertig mit essen und können uns wieder voll und ganz der Fotografie widmen. Und dann steht Federico da und überreicht mir einen Gletscherbrocken. Er hätte ihn unter Einsatz seines Lebens für mich geholt … Ja, ja, schon klar.
Gundula mutiert mal zur Fotografin und hält fest, wir wir beide am Gletscher schlotzen …
Federico erzählt mir, dass er eigentlich aus Buenos Aires ist, jedoch schon seit 7 Jahren fast am Ende der Welt lebt und dort munter Touristen fotografiert, die sich fotografieren lassen möchten.

David und Hector begegnen uns am Ausgang wieder und so verabreden wir uns zum Abendessen. Wir essen und trinken und reden über Gott und die Welt und landen am Ende in der „Loca Marimbabar“, die Gundula und ich bereits am Vorabend entdeckt haben. Picadas und Getränke zu Spottpreisen. Es läuft lässige Reggea Musik, wir machen's uns auf Sitzkissen gemütlich und lassen den Tag einfach ausklingen.
 Für uns heisst es am nächsten Tag Abschied von El Calafate und den Gletschern zu nehmen …
Schade, schön war's hier …

Am 16.10.2011 geht die Reise weiter.

Gehabt euch wohl,
Eure Jana

Wenn einer ...

… eine Reise tut !



Long time – no write …
Bevor ich mich selbst nicht mehr daran erinnere, wie und was ich die letzten drei Wochen – oder gar vier – gemacht habe, nutze ich heute mal die Gelegenheit, um all das Erlebte und Nichterlebte niederzuschreiben.

Nach 6 Monaten in der Ferne, nehme ich am 09.10.2011 meinen dritten Besucher, der eigentlich eine Besucherin ist, am Flughafen Guarulhos in Empfang. Während mir Tuti's Ankunft seinerzeit eine schlaflose Nacht bescherte, da ich nicht wusste, ob ich den Weg zum Flughafen finde werde, bin ich nun bei Gundula's Ankuft ziemlich gelassen. Vermutlich lag es aber auch daran, dass mich die Erkältung noch immer plagte und ich aus diesem Grund ganz ohne Umwege in den Tiefschlaf sinken konnte. Allerdings war die Nacht schon vor dem Aufstehen zu Ende, da ich mich bereits um 0400 (!!!) auf den Weg zum Flughafen begeben musste ...

Morgens, kurz vor 0600 in Sao Paulo. Wir fallen uns um den Hals und freuen uns erst mal, dass alles soweit ganz gut geklappt hat, denn später sollten wir noch vom Gegenteil überzeugt werden. Gut nur, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts davon wussten.
Damit Gundula zunächst mal ankommen kann, also zumindest soweit, wie es die Zeit zulässt, fahren wir in die internationale Brasilenien-Casa, um uns dort erst mal wieder auf Stand bringen. Zu Hause angekommen, packt Gundula zunächst mal die virtuelle Mitteilungsliste aus: Hier ein Gruß vom Griechen, dazu muss dann auch standesgemäss umarmt werden, Christof lässt schön grüssen, Benedikt hat sich erkundigt, wie und ob alles gut sei, Kerstin bestellt auch schöne Grüße. Kurzum, eigentlich wünschen sie uns nur das Beste und vor allem ganz viel Spass …

Murphy sagt, immer wenn Besuch kommt – also mein Besuch – dann muss es in Sao Paulo regnen. Überraschenderweise bleibt der Regen an diesem Tag aus (wenn Engel reisen) und ich hege die leise Hoffnung, dass wir noch ein paar Sonnenstrahlen ergattern können. Nach dem Kaffee und ausführlichem Update über die Heimat, schwingen wir die Luxuskörper in das Badeoutfit und begeben uns mit Sonnencreme, Wasser und Buch by the Pool. Immer wieder zieht es sich zu, dann reisst es wieder auf, doch schlussendlich tut das nichts zur Sache, wir liegen am Pool und ruhen uns erst mal aus. Gundula von ihrer langen Reise und ich mich vom frühe Aufstehen und von der vermeintlich überstandenen Grippe.

Murphy ist doof.
Gerade als ich eine gemütliche Chilling-Position gefunden habe, treffen mich die ersten Regentropfen aus heiterem Himmel direkt auf den Bauch, die Beine, die Schulter, den Kopf.
Mist. Wir packen zusammen und gehen wieder nach oben und überlegen, was wir mit dem angebrochenen Tag anfangen können. Die Stunden vergehen, wir tun dies und das und jenes und am Abend sind wir mit Dada und Fran beim Mexikaner zum Essen verabredet.

Es ist Montag Morgen (10.10.) und der Wecker klingt am ersten Urlaubstag zu einer unchristlichen Zeit. Die Koffer sind gepackt (meiner hat mehr als der erlaubten 20 kg) und wir begeben wieder auf den Weg zum Flughafen, an welchem wir in Rekordzeit ankommen (ich glaube, es waren gerade mal knappe 40 Minuten bis zur Mietwagenrückbringstation). Am Terminal sind wir auch recht schnell und dann beginnt auch schon der Horror und wir beide stellen uns einstimmig die Frage: „Wer hat eigentlich diesen Scheiss-Trip gebucht?“
Mehrere Stunden verbringen wir in der Check-In Schlange der Fluggesellschaft Aerolineas Argentina und warten darauf, dass wir endlich unseren Boarding Pass bekommen, das Gepäck aufgeben und endlich losfliegen können. Doch das geht nicht, da die Maschine, die uns zunächst nach Buenos Aires bringen soll, noch immer in Buenos Aires steht und sich noch nicht mal auf den Weg nach Sao Paulo gemacht hat. Etwas mehr als 2 Stunden ist der Flieger verspätet. Grundsätzlich wäre das kein Problem, wenn wir nicht um 1900 auf den Anschlussflug nach Trelew gebucht gewesen wären.

Wir sind froh, als wir dann doch pünktlich verspätet im Flieger nach Buenos Aires sitzen – wohlgemerkt noch immer guter Dinge, dass wir den Anschlussflieger erwischen können.

Es dauert nicht lange, da serviert uns Aerolineas dann auch unser Mittagessen … Eine Lunchbox mit Knatsch-Sandwich, etwas Süssem und ein Karamellbonbon.  
Nach 2,5 Stunden kommen wir gestärkt in Buenos Aires an, hechten zur Gepäckausgabe, schnappen unsere Koffer und springen damit weiter zum nächsten Check-In, denn noch besteht die Chance, den Flug zu kriegen. Die Schlange ist kurz, es geht verhältnismässig schnell vorwärts und dann, gerade als wir alles aufgegeben haben, erfahren wir, dass auch der Weiterflug 2 Stunden verspätet ist. Einmal mehr stellen wir uns an diesem Tag die Frage, wer eigentlich für die Buchung dieses blöden Trips zuständig ist.
ICH war's nicht !!! ;-)

Da alles Jammern, Motzen und Ärgern nichts nutzt, gönnen wir uns unser erstes argentinisches Bier, während wir warten. Langsam wird es dunkel und langsam aber sicher nervt die Warterei dann doch. Im Ansatz kann ich jetzt mal nachempfinden, wie es sich denn anfühlen muss, wenn man am Flughafen „gefangen“ ist, weil nichts mehr geht …

Lange Rede kurz: Gegen Mitternacht kommen wir endlich inmitten der patagonischen Steppe – in Puerto Madryn – an. Entschädigt werden wir durch ein sensationell schönes und sehr modernes Hotel, ein grosses Zimmer, ein super gemütliches Bett (das gemüchtlichste auf der ganzen Reise) und überhaupt – wir sind erst mal da.

Puerto Madryn macht so ziemlich alles wett, was in den letzten Stunden schief gelaufen ist. Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen, warten wir geschniegelt und gestriegelt auf unsere Abholung, denn es ist ein Ausflug zur Peninsula Valdes geplant. Im Ausflugsbus sitzen wir in der letzten Reihe, was uns einen unverbauten Blick auf den Guide beschert.
Nestor. Lange lockige Haare, schöne braune Augen, weiche – vielleicht sogar leicht feminine – Gesichtszüge, ein schöner, voller Mund, schöne Zähne. Irgendwie war alles schön an ihm. An diesem Tag wollte ich einfach nur sitzen bleiben, und ihn anschauen, ihm beim Reden zuhören. Ich wollte noch nicht mal alles verstehen, was er zu sagen hatte – einfach nur schauen und zuhören ohne zu verstehen.
Gundula kann den Blick auch kaum von ihm lassen und mir entfährt es: „Weisst Du, ihn würde ich mir gerne auf meine Couch setzten. Er sollte einfach nur da sitzen, ich würde ihn anschauen können und ihm ab und an mal eine Locke aus dem Gesicht streichen.“ Zum ersten Mal bin ich allerdings auch froh, dass man meine Sprache nicht versteht und ich zwinge mich weiterhin immer wieder dazu, ihn nicht anzustarren.
Nestor weiss viel über die Patagonische Steppe, die angeschmuddelten Schafe, die Wale, die See-Elefanten und die Pinguine zu berichten. Er tut dies mit einer Begeisterungs, dass jedem seiner Wörter pure Begeisterung und Liebe zu seinem Beruf zu spüren ist.
Auf unserer kleine Expedition begegnen wir unzähligen Magellan-Pinguinen, die sich teilweise am Wasser tummeln, oder in ihren Nestern brüten oder auch gerade dabei sind, sich zu vermehren. Nestor kommentierte nur: „Pinguinos Pornograficos“.
Die See-Elefanten beeindrucken mich schon sehr. Sie liegen einfach so reglos am „Strand“, sehen schmutzig aus und irgendwie fällt es mir schwer zu glauben, dass diese Tiere noch leben. Gerne hätte ich einen See-Elefanten angefasst, doch leider durfte ich dies nicht. 
 

Ein wunderbarer Tag mit Nestor und den Pinguinen geht zu Ende und wir gönnen uns ein lekkeres Abendessen in einem super gemütlichen Restaurant in der Stadt.

Die restlichen Tage in Puerto Madryn wollten wir ganz gemütlich gestalten, uns die kleine Stadt anschauen, ein bisschen die Seele baumeln lassen usw. Damit konnten wir direkt am nächsten Tag beginnen, denn der Tag erwacht grau in grau und es regnet und so gönnen wir uns zur Feier des Regenurlaubstages ein Sektfrühstück …

Am 13.10.2011 ging die Reise weiter …

Gehabt euch,
Eure Jana

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Haloooooo????

Geht’s eigentlich noch?



Kurz nach 1000 in Sao Paulo.
Ich verarzte gerade noch telefonisch meine Nachwehen der vorhergehenden Besprechung, als plötzlich lautes Sirenengebrüll, Blitzlichtgewitter und allgemeiner Trubel losgehen.

In Lu ertönt es dann immer aus den Lautsprechern: „Achtung, Achtung, es erfolgt die wöchentliche Überprüfung der Lautsprecheranlage. Bitte melden Sie Störungen …“ – Jeden Freitag um Punkt 1100.
Heute ist weder Freitag, noch ist es Punkt 1100, doch Manoel hat sich den quietschorangen Kittel angezogen und scheucht die vor sich hinarbeitende Meute auf.
Mein Gespräch beende ich abrupt und schwimme mal ausnahmsweise nicht gegen den Strom.

Das Gebäude hat 15 Stockwerke, wobei es Nummer 13 nicht gibt, da es angeblich Unglück bringen soll. Ergo kann das Feuer schon mal nicht im 13. Stock ausgebrochen sein. Die Menge drängt inzwischen schon zum Ausgang, während ich noch schnell mein Hab und Gut in den Rucksack verstaue. Die Smartphones nehme ich mit, das Softphone bleibt liegen und während ich mich schon auf dem Weg zum Ausgang befinde, fällt mir ein, dass ich die Jacke nicht mitgenommen habe. Ergo, ich spring noch schnell zurück, um mich dann in Windeseile der hinunterströmenden Menge anzuschliessen.

Sao Paulo und das vorherrschende Verkehrsproblem. Zur besten Spielfilmzeit, kommt der Verkehr auf den paulistanischen Strassen zum Erliegen, Sonntags stehen sich die Radfahrer ihre Pedalen in den Bauch und jetzt steh ich im Fussgängerstau im Treppenhaus zwischen Stockwerk 12 und 11. Es bewegt sich nichts.
Wir werden angehalten, zwar keine Gasse freizuhalten, doch müssen wir uns alle rechts einordnen. Das muss sein, denn wenn der Bombeiro mit dem Wasserschlauch hoch muss, dann muss er das auf der anderen Treppenseite tun können. Wertvolle Minuten vergehen und ich ertappe mich dabei, wie ich die Lüftungsschlitze beobachte, ob nicht Rauchschwaden aufsteigen. Auch fällt mir auf, dass ich mich durch den vorhandenen Gesprächslärm – es hallt verdammt laut nach – nicht auf meinen Geruchssinn konzentrieren kann. Riecht es evtl. schon verkohlt oder so?
Nichts kann ich erriechen oder gar erkennen.

Weitere Minuten vergehen und es wird immer wärmer, immer lauter, immer …
Und dann ist’s vorbei mit meiner Contenance … Langsam steigt Panik in mir auf. Die Menschen von hinten drängen sich mir ins Kreuz, die Luft wird immer dünner und meine Knie immer weicher. Bevor ich zum „Stagediver“ werde, setze ich mich vorsichtshalber mal auf die Treppe. Während ich so da sitze, versuche ich die aufkeimende Panik unter Kontrolle zu halten, indem ich tief und langsam weiteratme. Innerhalb weniger Minuten fragen mich allerdings eine kleine Million Menschen, ob denn alles gut sei … Offenischtlich nicht, denn was ich nicht sehen kann ist, dass ich meine Gesichtsfarbe, der des Treppenhauses (weiss) angepasst habe und dass mir inzwischen die (Angst)Schweissperlen von Stirn und Nase tropfen.

Eine Kollegin mit grünem Signalfarbenkittel schnappt mich bei der Hand, eine andere trägt hinter mir meinen Rucksack und wir begeben uns auf dem Bombeiro-Treppenweg nach unten. Es kommt mir vor, wie eine Ewigkeit. Immer mal wieder setze ich mich, da ich glaube Karussell zu fahren. Eine ganze Ewigkeit später kommen wir draussen an. Ich folge nur noch, allein geht gar nichts mehr.
Ich sitze. Draussen. Im Freien.
Zum Glück hab ich den Rucksack dabei, denn der hat Wasser.

Und dann kommt auch schon der japanesische Doktor und misst mir den Blutdruck, der jenseits von gut und böse zu sein scheint. Allmählich lässt die Panik nach, mein blutleerer Körper füllt sich wieder mit Leben.

Es war ein Test. Ein Probelauf.
In 20 Minuten wurden insgesamt 2.600 Personen aus dem Gebäude befördert.

Jetzt bin ich nicht nur die „Gringa“, sondern auch noch das Mimöschen …

Gehabt euch wohl.
Ich.

Montag, 3. Oktober 2011

Fim de semana ...

… em Sao Paulo !



Was tut Frau in Sao Paulo, wenn alle verfügbaren Gesprächs- und Ausgehpartner gerade mal nicht verfügbar sind? Dada weilt samt Schwesterlein in Buenos Aires, Da schlägt vor, Schuhe shoppen zu gehen, kann es allerdings noch nicht fest zusagen, Daniel hat sich für ein paar Monate nach NYC abgesetzt, der Boyfriend ist mit seinem Girlfriend über’s Wochenende nach Campos do Jordao gefahren und Rodrigo muss sich um „family affairs“ kümmern.

Da stand ich nun mit meinen nicht vorhandenen Problemen und beschliesse zunächst das Wochenende mit ausgiebigem Ausschlafen zu beginnen.
Und wenn ich ausgiebig sage, dann meine ich auch ausgiebig und nicht, dass ich um 0700 ungrad das Licht des Tages erblicke. Und so beschliesse ich erneut, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen und erwache ein zweites Mal um kurz vor 1000. Tschakka!

Ein Blick aus dem Fenster: Strahlender Sonnenschein … ! Lange brauche ich nicht zu überlegen und weiss, wie ich in meinen brasilienischen Tag starten werde. Kaffee, Buch und Sonne by the Pool. Noch bin ich neu auf diesem Gebiet und wage mich zunächst mit Shorts und Trägertop 17 Stockwerke nach unten. Der Planet brennt und ich frage mich, was mich geritten hat, nicht den Bikini anzuziehen. Ergo lass ich Kaffee, Buch und Handtuch liegen, spring zurück in den Fahrstuhl, tausche Shorts gegen Bikini und 2 Minuten später liege ich glänzend, wie ein in Öl gebadeter Hering auf der Sonnenliege.

Mein Sonnenbad wird allerdins jäh durch aufziehenden Schatten unterbrochen. Ich öffne mein linkes Auge und stelle fest, dass ich eines meiner drei Hochhäuser direkt vor die Sonne geschoben hat … Ja nu, ich kann auch anders und suche mir mit Sack und Pack eine andere Ecke auf dem Poolareal. Zwischen 2 Palmen fühle ich mich wohl und kann mich hier meinem Sonnenbad weiter hingeben. Ja, so schmeckt der Sommer … ! Und das ist erst der Anfang …
Naja, eigentlich schon wieder der Anfang vom Ende, denn jetzt hat sich der zweite Turm meines Wohnkomplexes auch noch vor die Sonne geschoben.
Ich fühle mich wie ein Nomade, als ich ein weiteres mal meine Sachen packe und zur nächsten freien Sonnenliege wandere …

2,5 Stunden später habe ich genug gebadet – sowohl in der Sonne, als auch im Schatten - und trete gut erholt den Weg nach oben an. Nach ausgiebigem Bad schiebe ich den frisch gebräunten Körper ins Shopping-Center. People-Watching, Kaffee trinken, Eis essen – eigentlich überhaupt erst mal was essen.
Den Abschluss des Tages bildet ein 9 km Lauf durch den Park, eine heisse Dusche und ein Spielfilm.

Auf das Sonntag-Programm hatte ich mir den Zoo geschrieben. Meines Erachtens der ideale Ort, um das neue Objektiv auszuprobieren und zu erkunden, ob denn hier im Zoo andere Tiere wohnen, als bei uns zu Hause. Schavier gab mir mit auf den Weg, ich solle zeitig dort sein, denn womöglich sei ziemlich viel los.
Um 0900 macht der Zoo auf, ich bin schon 20 Minuten vor 9 da und warte in einer Schlange mit vielen anderen Brasileiros.

Die meisten schleppen grosse Kühlboxen mit, in welchen, wie ich feststellen kann, belegte Brote, Obst, Säfte und vor allem ganz arg viel Bier gekühlt werden. Aus allen Richtungen hört man das Zischen, wenn Dosen geöffnet werden. Zwischen den vielen Erwachsenen und halb erwachsenen tummeln sich jede Menge kleiner Kinder, die teilweise unsicher auf ihren Beinchen laufen. Kleine Mädchen in rosa Kleidchen und Blümchen im Haar äffen die grossen Mädchen nach, während die kleinen Jungs eher auf harte Schale – weicher Kern machen und sich nichts gefallen lassen. Lustig ist es jedenfalls, dem Treiben vor verschlossenem Gitter zuzusehen. Vor allem ist es lustig zu beobachten, wie die Erwachsenen ihren Filiussen die neu erstandenen Hüte in Form von gefährlichen Krokodilen, grunzenden Schweinen, krähenden Hähnen und brüllenden Löwen, vom Kopf „klauen“, um sich selbst für die Nachwelt verewigen zu lassen …

Punkt 0900 geht das Tor auf und die Masse strömt mit all der tierischen Kopfbedeckung, den mobilen Kühlschränken und den aufgedrehten Kindern in Richtung Kasse. Ich bin mittendrin, statt nur dabei. Mein Ticket hab ich bald gekauft, erstehe noch einen Zooplan und mach mich auf die Suche nach all den wilden und gefährlichen Tieren.
Schnabel- und Federtiere sind die ersten, die meinen Weg kreuzen, die Krokodile schlafen noch oder wollen sich nicht zeigen. Mir fällt auf, dass es in dem Zoo extrem viele Schildkröten gibt. Zu Lande, zu Wasser – in der Luft wäre gelogen. Schildkröten in allen Formen, Farben, Grössen. Alte, junge. Schön.
2 Nashörner schlafen in der Vormittagssonne und ein ziemlich runzeliger und faltiger und extrem rötlicher Elefant zieht eine coole Show ab, indem er sich in dem roten Sand wälzt – von rechts nach links und retour – und so tut, als könne er nicht aufstehen.
Natürlich steht er auf und zum Gruss an alle streckt er seinen grossen – ebenfalls runzligen – Hintern entgegen. Er wedelt mit dem Schwanz, stellt die Ohren und geht zurück ins Gehege. Obrigada.

Das Flusspferd regt sich nicht. Man sieht nur Teile des Tieres. Die Giraffen futtern, ein nasenbärähnliches Tier reibt seinen Rüssel an der Gehegemauer, das Kamel macht auch keine spektakulären Kunststücke und dann gibt’s noch Flamingos.
Am Ende meiner Tour durch den Zoo schau ich mir noch Kröten an …
Knappe 4 Stunden hat meine Tour gedauert und ich trete den Rückweg wieder an …

Mein Wochenende geht damit zu Ende, dass ich beim Joggen im Park vom Regen überrascht werde und da ich eh schon binnen Sekunden nass bis auf die Haut war, beschloss ich, die mir noch bevorstehenden 3 Runden zu laufen. Nach Runde 2 schwappe das Wasser bei jedem Schritt aus meinem Schuh, sehen konnte ich kaum noch was, weil mir ständig das Wasser in die Augen lief …

Heute sind wieder alle da und alle haben sie Zeit … Und ich bin froh, wieder arbeiten gehen zu dürfen …

Gehabt euch wohl!

Eure Jana

Dienstag, 27. September 2011

Man hat's nicht leicht ...

… aber leicht hat’s einen !



Das dauerhafte Verdingsen meiner Jacken habe ich zum Glück eingestellt. Wirklich zum Glück, denn auf Dauer wäre das ganz schön ins Geld gegangen …

Apropos Geld. Meine Bankgeschäfte laufen inzwischen ganz und gar ohne Probleme. Durch das portugiesische Online-Banking-Portal kann ich mich schon geradeaus navigieren, inzwischen landen auch die Überweisungen auf den Konten, auf denen sie landen sollen (ich hatte Schwierigkeiten zu unterscheiden, wer Empfänger und wer Auftraggeber ist – im Zweifelsfall war ich’s immer).

Tja, doch nun stehe ich vor meiner nächsten Herausforderung. Kaum zu glauben, doch es sind fast schon 6 Monate um, seit ich im Land der Zahnseide und der FlipFlops weile. 6 Monate, in denen wirklich viel passiert ist … Eine Sache davon ist, dass ich mich doch recht früh an den Paulistanischen Verkehr (ich meine den Strassenverkehr) gewagt habe. Zwischen all den verdunkelscheibten Autowagen und Motoboys und Fussgänger und Radfahrern habe auch ich in meinem kleinen Autowagen meine Daseinsberechtigung gefunden. Ich navigiere mich, zugegebenen mit Nüvi, durch die Strassen, komme an, wohin ich will und schaffe es inzwischen auch, für manche Strecken das Nüvi gar nicht erst auszupacken.

Damit ich das auch ordnungsgemäss vollziehen kann und konnte, musste ich meinen Internationalen Führerschein amtlich beglaubigen und authorisieren lassen. Allerdings bin ich in der Nutzung etwas eingeschränkt, denn der iFührerschein ist in der Kombi mit dem Deutschen nur 6 Monate gültig. Und so habe ich ab dem 18.10. keine gültige Fahrerlaubnis mehr – also zumindest keine, mit welcher ich authorisiert wäre, Kraftfahrzeuge auf diesem Teil der Erde zu steuern.

Da es ja bekanntlich Hilfe für arme „Gringas“ wie mich gibt, wende ich mich vertrauensvoll an die mir bestens bekannte Agentur.
Gabriela erklärt mir haarklein, wie und was ich zu tun habe und das schaut im Details folgendermassen aus:

„It will be necessary to do a medical exam at the clinic accredited by DETRAN (The Public Department responsible for Sao Paulo Transport)”.

Und dafür muss ich folgende Unterlagen im Original mitbringen:
- RNE/RNE Protokoll (jeder eingewanderte Gringo hat so was)
- CPF (meine Steuernummer)
- deutscher Führerschein
- Blue Card (so was hab ich gar nicht)
- 1 Photo mit weissem Hintergrund 3 x 4 (nicht kleiner/grösser)
- Meldebescheinigung (wahlweise auch Mietvertrag)
- Passport

Die Adresse der Klinik ist mir inzwischen auch bekannt und folgende Details ebenfalls:

- Geöffnet Mo-Fr 0800 – 1700
- Ich darf NICHT ohne Termin hinkommen
- Das Ding dauert 2 Stunden
- Das Ergebnis wird mir umgehend mitgeteilt

Was genau ich dort vollbringen muss, weiss ich nicht. Wenn ich mich einer theoretischen Prüfung unterziehen muss, oder im Fahrsimulator durch Sao Paulo’s Strassen düsen muss, werde ich wohl den Test nicht bestehen … Es gibt einfach keine Regeln hier … nur eine: Achte gut auf Dich selbst und darauf, dass Du nicht einen dieser wilden Motorboys vom Zweirad haust.

Wenn all das erledigt ist, dann geht Gabriela, meine Brasilienhilfe zur DETRAN und lässt all meine Unterlagen dort, damit ich dann einen Brasiliotenführerschein bekomme.

Ich bin jedenfalls SEHR gespannt, was da alles auf mich zukommen wird und auf welche Hürden ich noch so stossen werde …

Jetzt erst mal auf den Termin warten und dann ….

Gehabt euch wohl,

Eure Jana

Samstag, 24. September 2011

Me no like ...

… Immer ist irgendwas !






Manch einer wird sich fragen:
Na, was ist denn JETZT schon wieder ???



Hey, und heute hab ich dem Flughafen mal gezeigt, wo der Frosch die Locken hat. MIT Jacke bin ich durch Check-In, Passkontrolle UND Nacktscanner gekommen. Aus den Augen habe ich das gute Stück nicht gelassen und dann, als mich der Mann vom Röntgen rief, ich solle den Backpack öffnen, hab ich erst mal die Jacke gesichert.
Dem geneigten Leser kann ich an dieser Stelle bestätigen, dass ich auch nichts anderes anstelle der Jacke habe liegen lassen …
Doch bekanntlich soll man ja den Tag nicht vor dem Abend loben und noch steht mir der Einstieg in den Flieger bevor …



Bis es aber soweit ist, gönne ich mir mal noch ein kühles Blondes und lass den Tag noch mal Paroli laufen.
1000 sharp treffe ich mich mit Heike zum Frühstückskaffee. Das Wetter ist sensationell und lädt dazu ein, draussen zu sitzen, Leute zu beobachten, zu reden und den Tag einfach entspannt zu beginnen. Check. So muss es sein.



Die Koffer sind gepackt und da da noch genug Platz drin ist, beschliesse ich ganz spontan, noch mal beim Lieblingsdesigner vorbeizuschauen …
Mein Weg führt mich weiter zum Elektrogrosshandel und fast schon bin ich versucht, mir eine neue Handtaschen-Cam zuzulegen, als dann doch die Vernunft siegt und ich mich nur für eine neue 8GB SD Karte entscheide, um alle neuen Ein- und Ausdrücke darauf festhalten zu können.



Das Ende meiner Shopping-Tour sollte dann der Schokoladeneinkauf für die brasilianischen Kollegen samt eines Waschstrassen-Ausflugs mit dem Autowagen sein. Das Wetter ist noch immer sensationell, das Dach ist offen, die Musik ist an und jede Zelle meines Körpers verkündet: Das Leben ist toll! Zugegeben, es ist viel los auf Deutschland’s Strassen. Die einen wollen zum Baumarkt Drive-In, die anderen aus der Tanke raus, die anderen da rein und ich stehe und warte, bis es sich mal wieder vorwärts bewegt.  Ooooh, es läuft und ich lass schon mal die Kupplung ganz langsam kommen.



Tja, und dann war’s halt auch schon passiert. Mein Hintermann sitzt mir auf, ich „hüpfe“ nen Zentimeter nach vorne und ich frag mich, ob denn das jetzt der Zeitpunkt ist, an welchem ich mir das Schleudertrauma eingehandelt habe …
Was nun? Erst mal den „Aus-Knopf“ betätigen und aussteigen. Mein Hintermann steigt auch aus und ich schaue in ein lustig blaues Augenpaar eines ganz jungen Mannes. Der arme tut mir irgendwie leid, als er da völlig aufgelöst vor mir steht und mich mit weit aufgerissenen Augen fragt: „Bin ich Ihnen hinten drauf gefahren? Ich hab das gar nicht gemerkt und die Musik war so laut.“
Ja, Du bist mir drauf gefahren und meine Musik war nicht laut …



Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Wir rufen unsere Freunde und Helfer und lassen den Schaden aufnehmen. Es ist fast nicht der Rede wert, doch der hintere Stossfänger hat nun ne Macke. Philipp (so heisst der junge blauäugige Mann) ist am Ende gottfroh, dass er sich keinen Punkt eingehandelt hat und auch keine Strafe zahlen muss und vor allem seine Probezeit nicht noch mal verlängert wird.
Der herbeigerufene Philipp-Papa bitte nur höflich darum, bevor ich den Schaden regulieren lasse, ihm doch bescheid zu geben, und das nicht direkt über die Versicherung laufen zu lassen …
Die Personalien sind ausgetauscht, wir sind uns einig und alles ist noch mal gut gelaufen …



Und Papa bedankt sich für’s freundliche und kollegiale Verhalten, da der Filius offensichtlich etwas überfordert war.
Danach grätsche ich doch noch im Supermercado ein, erwerbe käuflich noch ein paar Tafeln Schokolade, lass den Autowagen waschen und begebe mich direkt nach Hause …



Um den entstandenen Schade werde ich mich beim nächsten Besuch kümmern müssen …



Aktenzeichen vorhanden …



Gehabt euch wohl,
Eure Jana



Freitag, 23. September 2011

Offtopic ...

Also.
Gelacht hab ich. Ja, sogar Tränen sind geflossen …
Herrlich, einfach herrlich und ich hatte das so nicht mehr auf dem Schirm …
Danke an alle für’s Wecken sensationeller Erinnerungen.



Angefangen damit:



Bin mal gespannt, wenn du dies liest:
Egal ob wir wenig oder viel miteinander kommunizieren,
hinterlasse mir hier unten im Kommentar eine Erinnerung, die Du mit uns
beiden verbindest. Nur ein Stichwort!
Danach kopiere dieses kleine Experiment in Deinen eigenen Status. Du wirst
erstaunt sein, welche Erinnerungen die Menschen an Dich haben.




A. antwortete: Wien.
Sie hatte Crocs an … Grau waren sie und ich wollte unbedingt auch welche haben. Und dann hat sich die Arme noch das Zimmer mit „Darth Vader“ und dem Franz’l teilen müssen … ;-) Aber schöööön war’s.



N. kam mit: Feldbett.
Wir hatten ein Treffen in Darmstadt und ich hab Schlafstätten angeboten. Ich glaub, die beiden haben um den Schaumstoffwürfel und ums Feldbett gezockt. N. hat das Feldbett gewonnen … ;-) Sie war auch die erste (und auch letzte), die auf dem Feldbett geschlafen hat.



A. meint: Hintereingang.
Darauf möchte ich nun wirklich nicht eingehen. Es war ein sehr lustiger und kurzweiliger Abend in Speyer … Seither haben wir es leider nicht mehr wieder geschafft …



S. bringt: Einschweissen mit mir in Verbindung.
Es war das Sommerfest des Jahres ich kann mich nicht mehr erinnern. Oh Mann, was hatten wir Breitseite … Und dann haben wir uns auf die Palette gestellt und uns mit der Schrumpffolie einschweissen lassen. Zu späterer Stunde prangten dann jedoch grosse Etiketten auf unserer Stirn, die verkündeten: „Abgefüllt durch …!“ Sehr genial. Die besten Feste EVER.



R. verkündet seriös: BBS II in Lu’hafen.
Ja, die Abendschule. Trotz aller Lernerei hatten wir jede Menge Spass und wenn man bedenkt, dass es nun schon auch über 10 Jahre her ist, ist das gar nicht mal so verkehrt gewesen …



O. erinnert an die leckende Bohrinsel: Ölkatastrophe.
Ach, das waren Zeiten, als wir mit dem roten Gummiboot im ölverseuchten Gebiet unterwegs waren …



T. : Fussboden in Ulm.
Ein Schelm, der was böses dabei denkt. Gefroren hab ich wie ein Schneider in jener Nacht … Es war T’s Abschiedsparty und ich hatte Prämiere in meinem Schlafsack. Als Camping-Laie wusste ich natürlich nicht, dass ich mir ne Isomatte unterlegen sollte … Die Nieren waren kalt und ich glaub, ich hatte nen Schnupfen …
Die Abschiedsparty war dennoch sehr lustig.



V. erinnert sich an die: Rheingalerie.
Eine gefühlte Ewigkeit sind wir uns nicht mehr begegnet und dann laufen wir uns in der Apotheke über’n Weg. Im Nachhinein betrachtet ist’s ein bisschen wie Klatschweiber, die es schaffen, sich in wenigen Minuten 3,54 Jahre zu erzählen … Jedenfalls war V. gut im Bilde … ;-)



Und dann kommt C. mit: Zimmer.
Nein, nicht irgendein Zimmer. DAS Zimmer. Wir beschliessen auszugehen und versacken so übel im Zimmer. Details möchte ich dem werten Leser an dieser Stelle ersparen … Für ne Wiederholung hat es leider nie gereicht … Tine, das machen wir aber noch … ;-)



A. erinnert an: Hafenrundfahrt.
Und wenn ich daran denke, habe ich die blaue Flens Flasche im Kopf, A.’s Kamera, die den Hamburger Hafen in sensationellem Licht eingefangen hat. Die Rickmer Reimers im Rücken und das Containerschiff. Hamburg – ich sollte Dir mal wieder einen Besuch abstatten … Ari, ich lass es Dich wissen, wenn ich da bin :-)



G. macht nen mentalen Ausflug nach Wien: Julschka.
Damals, über Pfingsten, hab ich ne 12 Stunden-Zugfahrt aus der Schweiz auf mich genommen. Im Gepäck: eine Tonne schweizer Schokolade und aus dem Kroatien Urlaub mitgebrachten Sljivovic und Kruskovac. Was haben wir das Zeug zur Julischka gemischt und gezwirbelt … Junge, Junge … Keiner wollte mehr was davon wissen … (was ich allerdings gut verstehen kann) …



T. und: Sommerfest BBH.
Wenn ich an T. denke, habe ich die Frauen aus Zagreb im Kopf. Sommerfeste, die ziemlich heftig gefeiert wurden. Wie bei S. schon erwähnt: Die besten Feste EVER.



Ich bin mir sicher, es wäre noch einiges mehr zusammen gekommen … ;-)
Doch DANKE an dieser Stelle für all die tollen Erinnerungen …



Gehabt euch wohl.



Eure Jana.