Dienstag, 27. September 2011

Man hat's nicht leicht ...

… aber leicht hat’s einen !



Das dauerhafte Verdingsen meiner Jacken habe ich zum Glück eingestellt. Wirklich zum Glück, denn auf Dauer wäre das ganz schön ins Geld gegangen …

Apropos Geld. Meine Bankgeschäfte laufen inzwischen ganz und gar ohne Probleme. Durch das portugiesische Online-Banking-Portal kann ich mich schon geradeaus navigieren, inzwischen landen auch die Überweisungen auf den Konten, auf denen sie landen sollen (ich hatte Schwierigkeiten zu unterscheiden, wer Empfänger und wer Auftraggeber ist – im Zweifelsfall war ich’s immer).

Tja, doch nun stehe ich vor meiner nächsten Herausforderung. Kaum zu glauben, doch es sind fast schon 6 Monate um, seit ich im Land der Zahnseide und der FlipFlops weile. 6 Monate, in denen wirklich viel passiert ist … Eine Sache davon ist, dass ich mich doch recht früh an den Paulistanischen Verkehr (ich meine den Strassenverkehr) gewagt habe. Zwischen all den verdunkelscheibten Autowagen und Motoboys und Fussgänger und Radfahrern habe auch ich in meinem kleinen Autowagen meine Daseinsberechtigung gefunden. Ich navigiere mich, zugegebenen mit Nüvi, durch die Strassen, komme an, wohin ich will und schaffe es inzwischen auch, für manche Strecken das Nüvi gar nicht erst auszupacken.

Damit ich das auch ordnungsgemäss vollziehen kann und konnte, musste ich meinen Internationalen Führerschein amtlich beglaubigen und authorisieren lassen. Allerdings bin ich in der Nutzung etwas eingeschränkt, denn der iFührerschein ist in der Kombi mit dem Deutschen nur 6 Monate gültig. Und so habe ich ab dem 18.10. keine gültige Fahrerlaubnis mehr – also zumindest keine, mit welcher ich authorisiert wäre, Kraftfahrzeuge auf diesem Teil der Erde zu steuern.

Da es ja bekanntlich Hilfe für arme „Gringas“ wie mich gibt, wende ich mich vertrauensvoll an die mir bestens bekannte Agentur.
Gabriela erklärt mir haarklein, wie und was ich zu tun habe und das schaut im Details folgendermassen aus:

„It will be necessary to do a medical exam at the clinic accredited by DETRAN (The Public Department responsible for Sao Paulo Transport)”.

Und dafür muss ich folgende Unterlagen im Original mitbringen:
- RNE/RNE Protokoll (jeder eingewanderte Gringo hat so was)
- CPF (meine Steuernummer)
- deutscher Führerschein
- Blue Card (so was hab ich gar nicht)
- 1 Photo mit weissem Hintergrund 3 x 4 (nicht kleiner/grösser)
- Meldebescheinigung (wahlweise auch Mietvertrag)
- Passport

Die Adresse der Klinik ist mir inzwischen auch bekannt und folgende Details ebenfalls:

- Geöffnet Mo-Fr 0800 – 1700
- Ich darf NICHT ohne Termin hinkommen
- Das Ding dauert 2 Stunden
- Das Ergebnis wird mir umgehend mitgeteilt

Was genau ich dort vollbringen muss, weiss ich nicht. Wenn ich mich einer theoretischen Prüfung unterziehen muss, oder im Fahrsimulator durch Sao Paulo’s Strassen düsen muss, werde ich wohl den Test nicht bestehen … Es gibt einfach keine Regeln hier … nur eine: Achte gut auf Dich selbst und darauf, dass Du nicht einen dieser wilden Motorboys vom Zweirad haust.

Wenn all das erledigt ist, dann geht Gabriela, meine Brasilienhilfe zur DETRAN und lässt all meine Unterlagen dort, damit ich dann einen Brasiliotenführerschein bekomme.

Ich bin jedenfalls SEHR gespannt, was da alles auf mich zukommen wird und auf welche Hürden ich noch so stossen werde …

Jetzt erst mal auf den Termin warten und dann ….

Gehabt euch wohl,

Eure Jana

Samstag, 24. September 2011

Me no like ...

… Immer ist irgendwas !






Manch einer wird sich fragen:
Na, was ist denn JETZT schon wieder ???



Hey, und heute hab ich dem Flughafen mal gezeigt, wo der Frosch die Locken hat. MIT Jacke bin ich durch Check-In, Passkontrolle UND Nacktscanner gekommen. Aus den Augen habe ich das gute Stück nicht gelassen und dann, als mich der Mann vom Röntgen rief, ich solle den Backpack öffnen, hab ich erst mal die Jacke gesichert.
Dem geneigten Leser kann ich an dieser Stelle bestätigen, dass ich auch nichts anderes anstelle der Jacke habe liegen lassen …
Doch bekanntlich soll man ja den Tag nicht vor dem Abend loben und noch steht mir der Einstieg in den Flieger bevor …



Bis es aber soweit ist, gönne ich mir mal noch ein kühles Blondes und lass den Tag noch mal Paroli laufen.
1000 sharp treffe ich mich mit Heike zum Frühstückskaffee. Das Wetter ist sensationell und lädt dazu ein, draussen zu sitzen, Leute zu beobachten, zu reden und den Tag einfach entspannt zu beginnen. Check. So muss es sein.



Die Koffer sind gepackt und da da noch genug Platz drin ist, beschliesse ich ganz spontan, noch mal beim Lieblingsdesigner vorbeizuschauen …
Mein Weg führt mich weiter zum Elektrogrosshandel und fast schon bin ich versucht, mir eine neue Handtaschen-Cam zuzulegen, als dann doch die Vernunft siegt und ich mich nur für eine neue 8GB SD Karte entscheide, um alle neuen Ein- und Ausdrücke darauf festhalten zu können.



Das Ende meiner Shopping-Tour sollte dann der Schokoladeneinkauf für die brasilianischen Kollegen samt eines Waschstrassen-Ausflugs mit dem Autowagen sein. Das Wetter ist noch immer sensationell, das Dach ist offen, die Musik ist an und jede Zelle meines Körpers verkündet: Das Leben ist toll! Zugegeben, es ist viel los auf Deutschland’s Strassen. Die einen wollen zum Baumarkt Drive-In, die anderen aus der Tanke raus, die anderen da rein und ich stehe und warte, bis es sich mal wieder vorwärts bewegt.  Ooooh, es läuft und ich lass schon mal die Kupplung ganz langsam kommen.



Tja, und dann war’s halt auch schon passiert. Mein Hintermann sitzt mir auf, ich „hüpfe“ nen Zentimeter nach vorne und ich frag mich, ob denn das jetzt der Zeitpunkt ist, an welchem ich mir das Schleudertrauma eingehandelt habe …
Was nun? Erst mal den „Aus-Knopf“ betätigen und aussteigen. Mein Hintermann steigt auch aus und ich schaue in ein lustig blaues Augenpaar eines ganz jungen Mannes. Der arme tut mir irgendwie leid, als er da völlig aufgelöst vor mir steht und mich mit weit aufgerissenen Augen fragt: „Bin ich Ihnen hinten drauf gefahren? Ich hab das gar nicht gemerkt und die Musik war so laut.“
Ja, Du bist mir drauf gefahren und meine Musik war nicht laut …



Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Wir rufen unsere Freunde und Helfer und lassen den Schaden aufnehmen. Es ist fast nicht der Rede wert, doch der hintere Stossfänger hat nun ne Macke. Philipp (so heisst der junge blauäugige Mann) ist am Ende gottfroh, dass er sich keinen Punkt eingehandelt hat und auch keine Strafe zahlen muss und vor allem seine Probezeit nicht noch mal verlängert wird.
Der herbeigerufene Philipp-Papa bitte nur höflich darum, bevor ich den Schaden regulieren lasse, ihm doch bescheid zu geben, und das nicht direkt über die Versicherung laufen zu lassen …
Die Personalien sind ausgetauscht, wir sind uns einig und alles ist noch mal gut gelaufen …



Und Papa bedankt sich für’s freundliche und kollegiale Verhalten, da der Filius offensichtlich etwas überfordert war.
Danach grätsche ich doch noch im Supermercado ein, erwerbe käuflich noch ein paar Tafeln Schokolade, lass den Autowagen waschen und begebe mich direkt nach Hause …



Um den entstandenen Schade werde ich mich beim nächsten Besuch kümmern müssen …



Aktenzeichen vorhanden …



Gehabt euch wohl,
Eure Jana



Freitag, 23. September 2011

Offtopic ...

Also.
Gelacht hab ich. Ja, sogar Tränen sind geflossen …
Herrlich, einfach herrlich und ich hatte das so nicht mehr auf dem Schirm …
Danke an alle für’s Wecken sensationeller Erinnerungen.



Angefangen damit:



Bin mal gespannt, wenn du dies liest:
Egal ob wir wenig oder viel miteinander kommunizieren,
hinterlasse mir hier unten im Kommentar eine Erinnerung, die Du mit uns
beiden verbindest. Nur ein Stichwort!
Danach kopiere dieses kleine Experiment in Deinen eigenen Status. Du wirst
erstaunt sein, welche Erinnerungen die Menschen an Dich haben.




A. antwortete: Wien.
Sie hatte Crocs an … Grau waren sie und ich wollte unbedingt auch welche haben. Und dann hat sich die Arme noch das Zimmer mit „Darth Vader“ und dem Franz’l teilen müssen … ;-) Aber schöööön war’s.



N. kam mit: Feldbett.
Wir hatten ein Treffen in Darmstadt und ich hab Schlafstätten angeboten. Ich glaub, die beiden haben um den Schaumstoffwürfel und ums Feldbett gezockt. N. hat das Feldbett gewonnen … ;-) Sie war auch die erste (und auch letzte), die auf dem Feldbett geschlafen hat.



A. meint: Hintereingang.
Darauf möchte ich nun wirklich nicht eingehen. Es war ein sehr lustiger und kurzweiliger Abend in Speyer … Seither haben wir es leider nicht mehr wieder geschafft …



S. bringt: Einschweissen mit mir in Verbindung.
Es war das Sommerfest des Jahres ich kann mich nicht mehr erinnern. Oh Mann, was hatten wir Breitseite … Und dann haben wir uns auf die Palette gestellt und uns mit der Schrumpffolie einschweissen lassen. Zu späterer Stunde prangten dann jedoch grosse Etiketten auf unserer Stirn, die verkündeten: „Abgefüllt durch …!“ Sehr genial. Die besten Feste EVER.



R. verkündet seriös: BBS II in Lu’hafen.
Ja, die Abendschule. Trotz aller Lernerei hatten wir jede Menge Spass und wenn man bedenkt, dass es nun schon auch über 10 Jahre her ist, ist das gar nicht mal so verkehrt gewesen …



O. erinnert an die leckende Bohrinsel: Ölkatastrophe.
Ach, das waren Zeiten, als wir mit dem roten Gummiboot im ölverseuchten Gebiet unterwegs waren …



T. : Fussboden in Ulm.
Ein Schelm, der was böses dabei denkt. Gefroren hab ich wie ein Schneider in jener Nacht … Es war T’s Abschiedsparty und ich hatte Prämiere in meinem Schlafsack. Als Camping-Laie wusste ich natürlich nicht, dass ich mir ne Isomatte unterlegen sollte … Die Nieren waren kalt und ich glaub, ich hatte nen Schnupfen …
Die Abschiedsparty war dennoch sehr lustig.



V. erinnert sich an die: Rheingalerie.
Eine gefühlte Ewigkeit sind wir uns nicht mehr begegnet und dann laufen wir uns in der Apotheke über’n Weg. Im Nachhinein betrachtet ist’s ein bisschen wie Klatschweiber, die es schaffen, sich in wenigen Minuten 3,54 Jahre zu erzählen … Jedenfalls war V. gut im Bilde … ;-)



Und dann kommt C. mit: Zimmer.
Nein, nicht irgendein Zimmer. DAS Zimmer. Wir beschliessen auszugehen und versacken so übel im Zimmer. Details möchte ich dem werten Leser an dieser Stelle ersparen … Für ne Wiederholung hat es leider nie gereicht … Tine, das machen wir aber noch … ;-)



A. erinnert an: Hafenrundfahrt.
Und wenn ich daran denke, habe ich die blaue Flens Flasche im Kopf, A.’s Kamera, die den Hamburger Hafen in sensationellem Licht eingefangen hat. Die Rickmer Reimers im Rücken und das Containerschiff. Hamburg – ich sollte Dir mal wieder einen Besuch abstatten … Ari, ich lass es Dich wissen, wenn ich da bin :-)



G. macht nen mentalen Ausflug nach Wien: Julschka.
Damals, über Pfingsten, hab ich ne 12 Stunden-Zugfahrt aus der Schweiz auf mich genommen. Im Gepäck: eine Tonne schweizer Schokolade und aus dem Kroatien Urlaub mitgebrachten Sljivovic und Kruskovac. Was haben wir das Zeug zur Julischka gemischt und gezwirbelt … Junge, Junge … Keiner wollte mehr was davon wissen … (was ich allerdings gut verstehen kann) …



T. und: Sommerfest BBH.
Wenn ich an T. denke, habe ich die Frauen aus Zagreb im Kopf. Sommerfeste, die ziemlich heftig gefeiert wurden. Wie bei S. schon erwähnt: Die besten Feste EVER.



Ich bin mir sicher, es wäre noch einiges mehr zusammen gekommen … ;-)
Doch DANKE an dieser Stelle für all die tollen Erinnerungen …



Gehabt euch wohl.



Eure Jana.

Dienstag, 20. September 2011

Verdingst ...

… und was ich sonst noch liegen lasse !









Der dauerhafte Jetlag samt der Vielfliegerei durch die Galaxis tut mir nicht gut. Latente Müdigkeit bestimmt meinen Alltag, das Denken und Konzentrieren unter erschwerten Bedingungen fällt zunehmend schwerer.
Dies, und nichts anderes, scheint mir derzeit dafür verantwortlich, dass all die Dinge passieren, die passieren.



Diese eine Woche vor wenigen Wochen.
Diese eine Woche hat mein kleines beschissenes Leben total auf den Kopf gestellt. Seither ist nichts, wie es mal war … Domino-Effekt. Ich hab das erste Steinchen umgeworfen und jetzt ist das alles nicht mehr aufzuhalten …



Die Arbeit lenkt mich ab, hält mich beschäftigt. So denke ich nicht zuviel an ihn und an ihn. Ab und an denke ich an Zuhause und ertappe mich dabei, wie sehr ich mich freue, bald wieder nach Hause fliegen zu können …
Ab und an vergesse ich aber auch an Bestimmtes zu denken … Der Kopf ist voll – der Kopf ist leer … Wie dem auch sei …



Es ist 2 Wochen her, da finde ich mich am Flughafen Guarulhos ein, um meinen Weg nach Good Old anzutreten. Wir reden, lachen, weinen und verabschieden uns … Ich muss zum Terminal 2. Ein Glas Wein und „Hochgefickt“ (Nathalie Bergdoll) leisten mir Gesellschaft. Die Klimaanlage brummt, mich fröstelt es … Mein Griff führt ins Leere. Verdammt, wo ist meine Jacke. Nein, nicht irgendeine Jacke, meine Lieblingsjacke. Jene Jacke, die schon überall war, die seit Jahren mein treuer Begleiter ist – ähm, war. Wo ich sie habe liegen lassen, weiss ich nicht. Mein Kopf kann das nicht mehr rekonstruieren. Da ist der Mietwagen, der Transferwagen zum Flughafen, Pizza-Hut, Check-in Schalter, etc.
„Jetzt ist sie weg …“ – und ich bin wieder allein …



Letzte Woche. Ich erlöse mich vom Alleinsein und kaufe mir ein neues Jackenkleidungsstück. Selbstverständlich eines, mit hoch ausgeprägtem Potential im Laufe der Zeit ebenfalls zu einer Lieblingsjacke zu mutieren. Die Neue ist mit der Alten nicht zu vergleichen. Das ist auch gut so, denn ich möchte ja keine Wunden aufreissen und Salz reinstreuen … Es hat nicht lange gedauert und wir haben uns aneinander gewöhnt …



Verflixter Sonntag. Ich weiss, warum ich Sonntage nicht mag. Der Flughafen scheint ein jackenverschlingendes Loch zu sein. Unergründliche Tiefen, in welchen Jacken einfach so verschwinden. Diesmal leistet mir nur das Buch Gesellschaft, den Wein hab ich nicht, aber die Klimaanlage brummt, als es mich wieder fröstelt. Ein déjà-vu. Der Mini-Alptraum beginnt ein zweite mal … Dabei standen wir gerade am Anfang einer wundervollen Beziehung.



Manic Monday. Die Mittagspause ein geeigneter Zeitpunkt, um zum Laden zu eilen und das Kleidungsstück noch mal zu kaufen. Nur kein Risiko eingehen, kein neues Modell. Verdammt, meine Grösse ist nicht mehr da. Nach einem geschulten Blick ins Bestandsystem kommt es dann doch raus: Meine Grösse sollte noch da sein. Ist sie auch – und zwar an der Puppe.
Jetzt ist die Puppe nackt, mir ist wieder warm und seither überlege ich, was ich tun kann, damit mir der Flughafen dieses Modell nicht wieder entwendet …



Und dann war da noch ein Trekkingjackenkleidungsstück. Neu erworben für den bevorstehenden Urlaub. Funktionswäsche in schön. Schön praktisch. Schön teuer. Mehrere kritische Blicke in den Spiegel hat’s inzwischen gekostet. Ist es das, was ich will? Ist sie zu kurz? Zu dünn? Zu ichweissnichtwas?
Gestern fasse ich den Beschluss, wir trennen uns. Als ich die Jacke zum Fachhandel zurück bringe, bin ich noch immer felsenfest davon überzeugt, ein vergleichbares Modell, gleichen Herstellers, nur etwas länger und vor allem in „Übergangsqualität“ zu finden. Das Leid des Äquators. Andernorts fängt der Sommer an, während hier der Winter bald sein Unwesen treiben wird.
Mein eingeschränktes Reaktionsvermögen lässt es nicht zu, die Fachkraft am Ausfüllen des Retourenscheins zu hindern. Die Gutschrift über etliche Euronen halte ich in Händen. Die Jacke bin ich auf ordentlichem Wege los geworden.



Google verrät, wo es weitere Modelle gleichen Herstellers gibt. Ich bin überzeugt, hier fündig zu werden. Zugegeben, ein wenig unter Druck stehe ich schon, denn bis Freitag will das Trekkingteil gekauft sein. Ansonsten wird die Reise wenig spassig … (aber nur im Hinblick auf das nicht vorhandene Kleidungsstück).
Was folgt ist ein ganz und gar nicht zufriedenstellendes Telefonat und die Erkenntnis, dass die Jacke eigentlich gar nicht so verkehrt war. Ich sollte öfter mal Mut zu Neuem beweisen … Ein weiteres Telefonat folgt. Um die Sache abzukürzen: Heute werde ich nun meine Jacke zum zweiten mal kaufen … Sie ist bereits auf meinen Namen reserviert …



Jetzt kann ich wieder nach Hause fliegen …



Und was lass ich sonst noch liegen?
Ein paar Sorgen und unnötigen Ballast … Schliesslich kann ich ja nicht beliebig viele Kilos mitnehmen …
Es will wohl überlegt sein, was ich einpacke …



Ich wünschte, manch unliebsamer Gedanke oder unliebsame Erfahrung würde anstelle meiner Jacke in den dunklen Tiefen des Flughafens verschwinden …



Gehabt euch wohl.
Datt Lisa

Montag, 19. September 2011

Wer bin ich ...

… und wenn ja, darf’s auch ein bisschen mehr davon sein?









Mein kleines Leben mag einerseits besch%&%%en sein, doch langweilig ist es ganz bestimmt nicht.
Also, zumindest ist es nicht immer langweilig, aber wenn es dann doch mal langweilig ist, dann muss das so sein … Doch gerade jetzt ist es ganz bestimmt nicht langweilig.



Oooooh, ich könnte jetzt über ganz verrückte Brasilien-Besuche schreiben, über all die verrückten Dinge, die in nur einer einzigen Woche passieren können und über – oh welch Überraschung – Sonnenbränder an der Copacabana.
Doch nein, darüber schreibe ich heute nicht.



Ich glaube, ich erfinde Geocaching neu. Das ist es nämlich, was mich derzeit ziemlich beschäftigt. Also, nicht das Cachen an sich, vielmehr die dazugehörigen Koordinaten, die bislang in enger Verbindung zu mir standen.
Auf 45°48’53.7 N 15°58’42.6 E erblickte ich das Licht der Welt, den ersten pubertären Pickel hatte ich auf 49°19’2.2 N 8°25’51.6 E, den Berufsalltag lernte ich auf 49° 28’50.6 N 8°26’28.6 E kennen. Seit ich auf 46°6’9.3 N 7°4’37.4 E war, weiss ich, wie gut der Wein dort schmeckt und wie toll das Leben dort sein kann. Im April führte mich mein Weg dann auf 23°32’56.2 S 46°38’19.8 W und das ist derzeit der Status Quo.



Am vergangenen Freitag „erdreistet“ sich dann ein kroatischer Holländer amerikanisch-kanadischer Abstammung in kroaglisch zu fragen, woher ich denn komme.
Nicht genug dessen, dass ich just in diesem Moment nicht weiss, in welcher Sprache ich dem jungen Mann antworten soll (ich sass kurz zuvor mit meinem brasilianischen Kollegen in der Lounge am Flughafen und betrieb portugiesische Konversation), nein, es will mir nun so schnell gar nicht einfallen, woher ich denn komme.



Ja, woher denn eigentlich?
Ich entscheide mich für die Sparvariante und behaupte in der Unversalsprache: Lounge.
Wir lachen, ich fange mich und überlege, was denn die richtige gewesen wäre. Weder das eine, noch das andere … Home is, where your heart is …



Inzwischen ist mein Herz überall ein klein wenig. Ergo, ich bin überall ein klein wenig Zuhause. Ein bisschen Speyer, ein bissen Lu, ein wenig Zagreb/Kasina/Blagusa und ein wenig Sao Paulo.



Doch nicht nur mein Herz ist überall ein bisschen, nein, meine Jacken verteile ich auch schon taktisch klug auf dem Erdball. Ich bin gespannt, wann mir die erste wieder über den Weg läuft … Zugegeben, ich bin aber auch ein selten blöder Dummkopf …



Nun leg ich mich erst mal wieder hin und überlege ganz entspannt, ob ich mir nun die gleiche Jacke noch mal kaufe oder ob ich mich dann doch für ne andere entscheide …



Gehabt ihr euch einstweilen mal wohl!



Ich.

Dienstag, 23. August 2011

Silicon free ...

Silicon free …

… und wer schön sein will, muss leiden!




Ja was soll ich sagen.
Es war / ist nur eine Frage der Zeit gewesen, bis ich hier dem ein oder anderen Schönheitswahn selbst unterliegen sollte. Dabei war / ist das doch schon immer so eine Sache gewesen, die mehr Anstrengung, als Entspannung für mich bedeutete …

Hier allerdings ist man von so vielen Beauties umgeben, dass man sich den Beauty-Salon-Gesprächen beim Frühstückskaffee kaum entziehen kann. Immer wieder muss der Blick über ein frisch gepimptes Dekolletee schweifen oder aber man wird unweigerlich Zeuge dessen, wie Botox-unterspritzte Stirne in Falten gelegt werden wollen. Erfolglos, versteht sich.

Und so wurde ich kürzlich Zeugin und unmittelbare Komplizin des Wimpernverdichtungsvorhabens einer Kollegin. Diese schleppte mich – zugegeben NICHT gegen meinen Willen – in einen der angesagtesten Salons der Stadt. Novela-Sternchen geben sich dort quasi die Klinke in die Hand. Und so mag an jenem Abend ganz sicher die ein oder andere Celebrety meinen Weg gekreuzt haben, doch ich hab’s schlicht und ergreifend nicht mitbekommen.
Wie dem auch sei. Das mir bekannte Mädchen nimmt auf einem Stuhl, ähnlich dem, wie er beim Zahnarzt vorzufinden ist, Platz. Ich sitze daneben und schau gebannt zu, was da so gleich passieren wird.

Nun gut, ich würde lügen, würde ich behaupten, dass das Ergebnis, welches sich mir nach gut und gerne 45 Minuten präsentierte, nicht toll ausgesehen hätte. Offensichtlich hat mich mein Blick verraten und ratz-fatz lag ich selbst auf dem Stuhl, hatte die Augen geschlossen und schon befestigte die Dame mit geschulten Handgriffen unechte Wimpernhärchen zwischen den meinen.
Nach genau 45 Minuten hält sie mir den Spiegel vor die Nase und alles was ich sehe, sind grosse Kullertränen, die mir die Wangen runterlaufen. Das Zeug, was auch immer es war, brennt höllisch in den Augen und so bringe ich es nicht zustande, mir die Pracht an jenem Abend ordentlich anzusehen.
Erst mal ne Nacht drüber schlafen.

Der Morgen danach.
Es fühlt sich komisch an. Gleichwohl es ganz und gar nicht unecht aussieht und es jenen, die es nicht wissen, sowieso nicht auffällt, stört es mich irgendwie. Fremdkörper halt.
Ständig reibe ich mal am rechten, mal am linken Auge. Im Kopf nur: Was hab ich denn jetzt schon wieder getan?!?
Ich sollte es inzwischen gelernt haben und vor allem sollte ich es besser wissen. Schliesslich haben mich vergleichbare Aktionen schon ein kleines Vermögen gekostet.

Da war vor langer Zeit mal die Sache, dass sich meine Freundin ganz tolle Nägel hat machen lassen. Das sah einfach schön aus. Und da es bei mir so mit ohne ganz und gar nicht schön aussah, ich aber wollte, dass es schön aussieht, bin ich da halt auch mal hin.
Und so hat mir die Fachfrau Tips und Zeugs und so weiter auf die Finger geklebt, mit dem Gel und so aufgefüllt, dann unter Sonnenlicht getrocknet und ich wurde mit der Pracht entlassen.
Schön sah es aus.
Mich hat’s aber auch schön gezwickt und es hat vor allem auch schön gespannt. Am „schönsten“ aber war, es war ein Fremdkörper.
Wie wir alle wissen, „fer umme“ gibt’s nichts, kann sich der geneigte Leser denken, dass ich dafür nicht gerade wenig Geld bezahlt habe.  Am nächsten Tag hab ich allerdings nicht mehr ganz so viel Geld bezahlt, um das, was am Tag zuvor aufgetragen wurde, wieder wegmachen zu lassen.
Das Ergebnis: Es sah noch schlimmer aus, als es ganz vorher ausgesehen hat …

Und auch folgende Aktion hätte mir eine Lehre sein sollen.
In jüngster Vergangenheit – lassen wir’s mal ca. 1,5 Jahre her sein – habe ich mir in den Kopf gesetzt, mir auffällige Farbakzente auf den Kopf setzen zu lassen. Mit Chemie allein geht zwar vieles, aber eben nicht alles und so fiel meine Wahl auf stahlblaue und ziemlich lilafarbene Echthaar-Extensions. Wohl überlegt sollten diese Strähnchen in meinem Haupthaar platziert werden.
Sensationell das Ergebnis. Sensationell auch der Preis.
Egal. Das musste sein.

Die erste Nacht, der erste Schlaf. Es zieht, es drückt. Es tut weh.
Der nächste Tag, die erste Haarwäsche, das erste Bürsten. Es zieht, es drückt. Es tut weh.
Meine Hände wandern völlig automatisch immer wieder an den Kopf … Ich will das nicht mehr haben … Es muss weg. Es muss weg und zwar JETZT, GLEICH und vor allem SOFORT.
Ich ruf dort an, wo ich’s hab machen lassen, der Termin ist gleich ausgemacht und 2 Stunden später bin ich erlöst. Vom Ziehen. Vom Drücken. Vom Aua.
Und von meinem Geld.
Egal, ich war wieder im Ursprungszustand und das war gut so.

Man sagt ja immer: Aller guten Dinge sind drei … Jetzt sind’s die Wimpern. Und sie sind fast schon wieder so, wie sie es unlängst waren. Ganz ohne Fremdkörper.
Ich hab lang genug dran rumgemacht, bis ich sie fast alle wieder ab hatte.
Das Gute diesmal ist: Ich hab für’s Entfernen nichts mehr berappen müssen … Das hab ich ganz allein gemacht …

Und somit bestätigt sich die Aussage: Wer schön sein will (wobei das im Auge des Betrachters liegt), muss leiden …
Manche müssen sogar doppelt „leiden“ …

Da ich allerdings lernfähig bin, werde ich zukünftig solche Vorhaben von vornherein ablehnen, wissentlich, wie das Ende aussehen wird, gebe ich dem ganzen nach …

Gehabt euch wohl.

Ich tu’s mal.
Eure Jana

Dienstag, 16. August 2011

Alles wird gut ...


... Wie GUT wird ALLES?


Hin und wieder behaupten wir alle gerne mal: ALLES wird GUT.
Das habe ich vor einiger Zeit auch mal behauptet und dazu dann diesen Text verfasst, weil ich mir über „Alles wird Gut“ Gedanken gemacht habe.



Ist ALLES alles?
Oder muss man bei ALLES Abstriche machen?
Ist ALLES am Ende dann doch nicht alles?



Wenn ALLES wirklich nicht alles ist, dann kann man auch nicht mehr sagen: ALLES wird gut.
Weil eben nicht ALLES gut wird.
Es wird nur ein Teil von ALLES gut.



Und was aber ist, wenn genau der Teil von ALLES gut wird, den man so gut gar nicht haben wollte?
Dann ist der „falsche“ Teil von ALLES gut, während der „richtige“ Teil von ALLES nicht gut ist.

Folglich hiesse es doch dann richtig: ALLES wird teilweise gut.
Und dann hab ich ne 50:50 Chance, dass genau der „richtige“ Teil von ALLES gut wird.



Und wie verhält es sich mit GUT?
Wie gut ist GUT?
Ist GUT gut genug?
Geht GUT noch besser?



Wenn nun der „falsche“ Teil von ALLES GUT wird, dann ist das GUT doch nicht mehr GUT sondern SCHLECHT.
Oder nicht?
Wird nun aber der „richtige“ Teil von ALLES gut, dann ist GUT nicht mehr gut genug.
Dafür braucht man dann einen guten Superlativ, um das GUTE ALLES richtig GUT darzustellen.
 In diesem Falle wäre dann das „richtige“ ALLES am GUTSTEN.

So, und wie heisst denn der Satz nun richtig?

Das „richtige“ ALLES wird am GUTSTEN, wenn das „falsche“ ALLES SCHLECHT geworden ist?
Oder:
ALLES wird richtig GUT, wenn ALLES andere nicht mehr schlimmer geht?



Wie auch immer, heute ist ein neuer Tag und der wird definitiv besser, als der gestrige …



Happy Dienstag!



Eure Jana.