Mittwoch, 23. Mai 2012

Von Vertrauensverhältnissen ...


… und Offline-Verfügungen !


Es ist mal wieder soweit. Neues von der argentinischen Finanzfront. Der jüngste Kassensturz ergab, dass ich im Besitz mehrer Währungen bin, was mich allerdings noch immer daran hindert, den Grossteil meines Lebensunterhaltes hier am Ende der Welt zu bestreiten …

Die Krallen des Konsumrausches  hielten mich in den vergangen Wochen gefangen. Hier Bares, dort Wahres und am Ende ging doch alles auf die Karte. Vorzugsweise auf meine DKB Karte, bei welcher ich ja immer im Vorfeld Sorge tragen muss, dass genug Limit zum Verfügen vorhanden ist.

Meiner Fehlkalkulation und der Überweisungsfreudigkeit der Freundin sei Dank, konnte Schlimmeres verhindert werden und ich konnte die unbewusst verursachten Schulden bei der Freundin rechtzeitig wieder beheben. Alles im Lot. Ich schreibe schwarze Zahlen und kann ruhigen Gewissens weitere Kleininvestitionen planen.

So zum Beispiel letzten Samstag, als die Freundin und ich und bei „Buquebus“, der hiessigen Fähr- und Schifffahrtsgesellschaft, einfinden, um einen Kurztrip über den Rio Plata und das offene Meer nach Montevideo einzutüten. Termine gecheckt, Preise auch, kurze Besprechung und Abstimmung und dann sollte der Zahlvorgang getätigt werden. Ich reiche die prall gefüllte DKB Karte über den Schalter, halte schon voller Vorfreude den Kugelschreiber zum Signieren in der Hand, als mich der langhaarige Argentinier durch die Scheibe anschaut und mich trocken wissen lässt, dass meine Karte NICHT akzeptiert wurde !!!!

Hä? Wie jetzt????
Passt doch alles.
Die Situation überfordert mich und ich behelfe mir mal wieder mit der anderen Karte.
Bevor ich nun auch nur einen Fuss aus der Buquebus Station setze, hänge ich mich ans Telefon und ruf die DKB mal an.

Tach auch Herr Melzner. Ich hätte da gern mal ein Problem. Noch bevor der Herr M. auch nur eine Frage stellen kann, schleuder ich ihm die Kontonummer, die Telefon-PIN und dann noch zum Abgleich vollständigen Vor- und Nachnamen, die Rechnungsanschrift sowie das Geburtsdatum entgegen.  Eine Rückfrage bei Visa ist erforderlich und dann erfahre ich folgendes:

„Frau Z., bei der Zahlung an einem Offline-Automaten erfolgt eine Prüfung des Offline-Limits der Karte. Es wird quasi das Vertrauensverhältnis zwischen dem Offline-Automaten und der Kreditkarte geprüft. In ihrem Fall scheint das Vertrauen nicht gross genug zu sein.“
Aha, der Automat hat kein Vertrauen zu meiner Karte … Der sich auf der Karte befindende Geldbetrag, der mal lokker 100 Reisen nach Montevideo hätte decken können, zählt wohl nix, oder wie????
„Nein Frau Z., in diesem Fall wird das Guthaben auf der Karte nicht geprüft! Doch ich kann Ihnen nochmals bestätigen, dass die Karte nicht gesperrt ist.“

Vertrauen hin oder her … Schwätz deutsch mit mir und sag mir, ich hab auf der DKB keinen Kreditrahmen zur Verfügung. Das versteh ich, aber nix von Vertrauen zwischen Automat und Karte und überhaupt und so …

Sei es, wie es ist … Ich verfüge derzeit über einen extrem grossen Schnupf- und Halsweh-Kredit und wäre froh, wenn ich davon per Kartenzahlung einiges loswerden könnte …

Hatschi.

Eure Jana.

Dienstag, 15. Mai 2012

Hopital Aleman.





Servicio de Oftalmologia.

Ein leichter Anflug von Panik überkam mich am heutigen Morgen, als ich feststellte, dass ich auf dem linken Auge nur noch verschwommen sehe. Was ist, wenn es was anderes ist und wenn ich mir hier seit Tagen die falschen Tropfen in die Augen träufele? Nix, ich beschliese, am heutigen Tage, nach meinen Terminen, das hiesige Krankenhaus aufzusuchen. Ein Kollege ist so nett anzurufen und sich zu erkundigen, wie so der Prozess der Aufnahme zwecks Besuches eine Ophtalmologen ist … Bald ist klar, was zu tun ist, ein Taxi ist bald bestellt und ich lass mich dorthin fahren.

Ich folge den Anweisungen des Krankenhauspersonals, werde am Schalter vorstellig, reiche meinen Pass durch den Schlitz, meine Personalien werden aufgenommen und ich bekomm einen Zettel, ähnlich einem Boardingpass, gereicht. C37 (der Raum), Nummer 166. Und so sitze und warte ich vor der Tür.

Zugegeben, ein bisschen mulmig ist mir schon. Ich seh nicht gut auf dem linken Auge. Reicht mein Spanisch aus, um zu erklären, was ich hab? Was ist, wenn es was Ernstes ist? Wird mir der Arzt diese komischen Tropfen in die Augen träufeln, nach denen man für 6 Stunden blind wie ein Fisch ist? Wie komm ich nach Hause? Wen soll ich anrufen? Wer wird mir helfen? Werde ich ich Baires vor die Hunde gehen?
Oh Gott, ich phantasiere.

Tief durchatmen und mich darauf konzentrieren, herauszufinden, warum manchmal die Nummer zu blinken beginnt und dann einer ins Behandlungszimmer eintritt und warum machmal Leute einfach nur aufgerufen werden. Und wenn dann eine neue Nummer aufleuchtet, warum ist die dann nicht eins höher, als die vorhergehende. Und so sehe ich Menschen ein- und austreten. Verschiede Ärzte stecken ihre Köpfe kurz ins Wartezimmer. Berührungsängste hat hier definitiv keiner, denn die Patienten werden mit Küsschen begrüsst und mit Küsschen verabschiedet.

Ein junger Arzt kommt durch die Tür, ein Zettel in der Hand, ein suchender Blick über die wartenden Köpfe, dann schliesst er die Tür wieder. Von innen. Kurz darauf blinkt die 166 auf.
Aha, erwischt. Er wollte mich aufrufen, wusste aber weder, wie er Marijana richtig aussprechen soll, noch wie man Zezelj am ehesten ausspricht, dass es einigermassen verständlich ist. 166 ist eindeutig.

Ich nehme, wie geheissen Platz, kurzer Smalltalk: Woher? Wie lange hier? Was machen? Warum? Wieso? Weshalb? Wo drückt der Schuh?
Brav gebe ich alles wieder, erzähle, wie das so war in den vergangenen Tagen und als ich fertig bin mit meiner Krankengeschichte, lässt er mich wissen, dass er auch der deutschen Sprache mächtig ist (mit einem zuckersüssen Akzent) … (Wer von euch kann sich noch an den patagonischen Guide Nestor mit den tollen Locken erinnern, den ich mir auf die Couch setzen wollte? Ja, direkt daneben würde ich den Augendoc setzen wollen).

Er schaut durch sein Gerät und ich ein bisschen „arriba“, „abajo“ und dann wieder geradeaus.
Und so lautete die Diagnose:

Blepharokonjunktivitis

Vereinfacht und meiner Sprache ausgedrückt heisst das: Ich bin allergisch gegen mich selbst. Ich selbst mach mein Auge krank. Wie das? Ganz einfach. Ich leide an einer Übersekretion der Liddrüsen. Diese sondern ein öliges Sekret ab, welches mir zum Teil ins Auge läuft und zum Teil in der Nacht meine Augen verklebt. Trockene Flugzeugluft, Staub und andere Partikel tun ihr Übriges dazu. Und da ich diese Sache die ganze Zeit falsch behandelt habe (also nicht die richtigen Tropfen hatte), hat sich nun noch eine beginnende Bindehautentzündung dazugesellt.

Eine weitere Nebenwirkung dieser doofen Geschichte ist, dass mir nun noch von den wenigen Wimpern, die ich hatte, bestimmt die Hälfte noch ausgefallen ist …

Ach, was soll’s … Ich werd nun meine Augen drei mal täglich baden müssen, 2 verschiedene Augentropfen über die nächsten Wochen nehmen und hoffen, dass der Mist wieder verschwindet. Auf’s Schminken muss ich verzichten … Ist aber auch nicht weiter tragisch, denn schliesslich hab ich ja nix mehr um die Augen rum, was angepinselt werden könnte …

Gehabt euch wohl !

Eure Jana

Dienstag, 8. Mai 2012

These boots are made vor walking ...


… and that’s just what they’ll do !




(one of these days these boots are gonna walk on over you) …
Vielleicht entscheide ich mich auch für’s Fliegen …

Mein Jahr und ich in Brasilenien.
Wir waren wahrlich viel und oft und hoch und weit unterwegs. Irgendwie beschäftigt mich das und irgendwie würd ich gerne mal wissen wollen, wie viele dieser Luftkilometer in diesem einen Jahr zusammen gekommen sind und wie viele es werden werden, bis ich mit meinem Gepäck dann wieder Zuhause gelandet bin.

Und so habe ich mir nur mal die Welt im Internet angeschaut, mir die Kilometer ausrechnen lassen und ziehe hier und heute, am 08.05.2012 mal vorläufig Bilanz … Hier nun die Aufstellung  in chronologischer Reihenfolge:

April 2011:
Frankfurt – Sao Paulo à 9.840 km

Juni 2011:
Sao Paulo – Manaus à 2.693 km
Manaus – Sao Paulo à 2.693 km
Sao Paulo – Foz do Iguacu à834 km
Foz do Iguacu – Curritiba à 534 km
Curritiba – Sao Paulo à 339 km

Juli 2011:
Sao Paulo – Frankfurt à 9.840 km
Frankfurt – Sao Paulo à 9.840 km

September 2011:
Sao Paulo – Rio de Janeiro à 358 km
Rio de Janeiro – Sao Paulo à 358 km
Sao Paulo – Frankfurt à 9.840 km
Frankfurt – Sao Paulo à 9.840 km

Oktober 2011:
Sao Paulo – Buenos Aires à 1.676 km
Buenos Aires – Puerto Madryn à 1.075 km
Puerto Madryn – El Calafate à 1.008 km
El Calafate – Ushuaia à 566 km
Ushuaia – Buenos Aires à 2.376 km
Buenos Aires – Sao Paulo à 1.676 km

November 2011:
Sao Paulo – Frankfurt à 9.840 km

Dezember 2011:
Frankfurt – Sao Paulo à 9.840 km
Sao Paulo – Bogota à 4.324 km
Bogota – San Andres à 1.218 km

Januar 2012:
San Andres – Bogota à 1.218 km
Bogota – Sao Paulo à 4.324 km
Sao Paulo – Frankfurt à 9.840 km
Frankfurt – Sao Paulo à 9.840 km

Februar 2012:
Sao Paulo – Buenos Aires à 1.676 km
Buenos Aires – Sao Paulo à 1.676 km

März 2012:
Sao Paulo – Buenos Aires à 1.676 km

April 2012:
Buenos Aires – Santiago de Chile à 1.132 km
Santiago de Chile – Buenos Aires à 1.132 km
Buenos Aires – Santiago de Chile à 1.132 km
Santiago de Chile – Buenos Aires à 1.132 km

Noch ausstehend (für’s Erste):
Buenos Aires – Sao Paulo à 1.676 km
Sao Paulo – Frankfurt à 9.840 km

Macht eine bislang geflogene Summe von

125.386 km
12.538.600.000 cm
77.911,22 Meilen

(die ausstehenden Reisen nicht eingerechnet)


Gehabt euch mal wohl und ich bereite mich schon mal auf die nächsten zu fliegenden Meilen vor …

Eure Jana

Mittwoch, 2. Mai 2012

Alles wird schwerer ...


… ich allerdings auch …


Und schon wieder ist ein Monat um.
Verdammt, die Zeit rennt aber auch ... Dabei bin ich doch erst gestern hier in Baires angekommen … Ja nu, so ist das nun mal !

Doch jetzt erst mal was anderes.
Ich war mal wieder unterwegs. Unterwegs in Südamerika und meine Reise führte mich diesmal nach Chile. Trotz der vielen Reiserei, trotz der vielen Aufenthaltsorte – immer wieder überkommt mich Panik, dass irgendwas nicht klappen könnte, ich irgendwo irgendwie unter die Räder und nicht zurecht komme. Jedes mal frage ich mich auf’s Neue, ob ich denn genug zu sehen bekomme, ohne dass mir langweilig wird. Immer dieser Pre-Stress …
Und dann war ich – noch bevor es überhaupt los ging – erleichtert, statt der geplanten 4 Tage, eben nur 3 Tage zur Verfügung zu haben (dass ich schlussletztlich dann hätte auch ein ganzes Leben draus machen wollen, konnte ich zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht wissen).

Ich lande sanft auf chilenischem Boden und suche, nachdem auch mein Gepäck angekommen ist, meinen gebuchten Transport. Gefunden ist auch dieser gleich und während ich mit einem anderen Ehepaar auf den Fahrer warte, kommen wir ins Gespräch. Es wiederholt sich die so oft gestellte Frage: „De donde eres?“ Brav antworte ich, dass ich Kroatin bin, allerdings normalerweise in Deutschland wohne etc. Kurz darauf spricht die Frau deutsch mit mir und scheint sichtlich erfreut, wieder deutsch sprechen zu können. Sie entschuldigt sich für ihre „schlechte“ Aussprache und ich kann es nicht glauben, wäre ich doch froh, wäre mein Spansich nur halb so gut, wie ihr deutsch. Wir tauschen ein paar Formalitäten aus und schon ist sie in ihr Privatleben eingetaucht. Ich erfahren, dass es die Grosseltern waren, die aus Deutschland stammen, doch seit sie verstorben sind, hätte sie keine Gelegenheit mehr zur sprechen. Ihr Vater lebe nun auch nicht mehr und somit spricht sie nur noch selten. Sie selbst allerdings ist Brasilianerin (aus Florianopolis) und eröffnet mir dann ganz stolz, dass sie nun in Chile sesshaft wurde. Sie hätten letztes Jahr im September in Brasilien geheiratet. Nun dreht sich der Mann noch nach hinten und nickt, als wolle er dem ganzen noch mehr Nachdruck verleihen. Ich erfahre, dass sich die beiden vor drei (!) Jahren im Internet kennenlernten und nachdem nun diese Beziehung mehr auf Flughäfen stattfand, als sonst wo, beschlossen sie, Nägel mit Köpfen zu machen … Die Kinder sind nun aus dem Haus, die Enkel auch schon grösser und somit ist alles in trockenen Tüchern.

Wir erreichen „mein“ Hostel.
Bevor ich jedoch aussteige, hält mich Jutta fest, drückt mir einen Zettel mit ihrer Telefonnummer in die Hand, ich solle mich auf jeden Fall melden, wenn ich Hilfe bräuchte. Sie seien da und könnten helfen. Ach wie nett. Ein ziemlich sanfter Start in Santiago, wie ich finde.

Das Hostel ist ein Ort, an welchem man sich schon beim Betreten wohlfühlt.


Es herrscht eine familiäre Atmosphäre vor, welcher man sich nicht entziehen kann. Caro’s Lockenkopf drängt sich in den Vordergrund. Sie wirbelt umher, das Zimmer ist gleich hergerichtet und schon hat sie den Plan in der Hand und gibt mir eine kleine Million Insider-Tipps an die Hand. Es gibt wahrlich viel zu tun. Die Eckpunkte sind auch bald geklärt … Zur Metro geht’s raus aus dem Gebäude, nach links und kurz nach der argentinischen Botschaft kommt auch schon die Station. Bevor ich jedoch in den Untergrund verschwinde, solle ich doch zu San Cristoba hinauffahren und die Aussicht geniessen, denn noch hätte ich klare Sicht auf Santiago und die Anden, bevor in den nächsten Tagen das winterliche Smogproblem sichtbar würde.

Gesagt, getan.
Während ich in der Schlange stehe und warte, beschliesse ich, die Dame des Hauses mal startklar zu machen. Ich hole die Kamera aus dem Rucksack und erstarre erst mal vor Schreck. Die Schutzkappe auf dem Objektiv sieht ziemlich verbogen und ungesund aus. Unter Anwendung von ein wenig Gewalt, kann ich sie vom Objektiv nehmen und schon bröseln mir eine Million Glasteile auf die Schuhe. Das darf doch nicht wahr sein …. Ich hatte den Rucksack nicht aus der Hand gegeben … (bis auf das eine Mal, als er mir bei der Passkontrolle in Buenos Aires vor die Füsse fiel). Ich säubere den Rahmen des zerbrochenen UV Filters von Scherben, schau mir das Objektiv an und drücke den Auslöser. Funktionieren tut sie noch … Wie allerdings, ist die andere Frage, welche sich auf die Schnelle nicht beantworten lässt.
Noch immer bin ich mit mir und der Kamera beschäftigt, als mich der kleine Mann hinter mir immer lustig in die Seite stupst. Er kichtert und ich komme mit den Grosseltern ins Gespräch. Sie sind aus Kalifornien, die Mutter der Kinder eine angesehene  Eventmanagerin, die im Sheraton Santiago einen Preis verliehen bekommt. Alexis und ihr Bruder Keyton finden das nicht spannend und wollen was erleben.








Wir reden, geniessen gemeinsam die Aussicht, reden über’s Geschäft und so vergeht der Nachmittag. Bevor’s dunkel wird, will ich noch was sehen und mach mich schon mal auf den Weg zur Sightseeing-Tour zu fuss.

Interessante Gebäude, Skulputen und Statuen bekomme ich zu sehen. Selbst das Botero-Pferd erkenne ich sofort und bin schon bisschen froh, dass ich zur Statue nun auch im Geiste noch das gemalte Pferd aus dem Botero Museum in Kolumbien zuordnen kann.








 Meine kleine Welt rückt immer mehr zusammen. Wie schön.

Es dämmert schon, als ich in die Strasse zum Hostel eingrätsche. Was mach ich nun mit dem Abend? Während ich noch die Möglichkeiten abwäge, entdecke ich ein Plakat, auf welchem eine keltische Tanzshow angepriesen wird. Das klingt schon mal nach einem Plan. Ein Foto vom Plakat, ab ins Hostel und Caro wird’s schon richten. Alle notwendigen Informationen habe ich in der Tasche, als ich mich ins Zimmer begebe, um mich schnell umzuziehen und wieder loszulaufen, denn die Show beginnt schon um 1900.
Noch habe ich nicht richtig aufgeschlossen, höre ich schon, wie das Telefon klingelt. Caro tönt mir entgegen: „Mari, tu amiga Lena esta aqui!“ Mi amiga Lena? Ach Gott ! Lena ! Da wir uns nicht mehr sprachen, ging ich davon aus, dass das mit dem Treffen in Santiago nicht klappen würde. Lena kenne ich von der Arbeit, sie hat mir das Hostel empfohlen, doch gesehen haben wir uns noch nie und ehrlich gesagt, auch nur einmal vorher telefonisch Kontakt gehabt. Auf dem Absatz mach ich kehrt und ein neuer Plan mit Lena und Mann ist schnell gemacht. Ich trinke an jenem Abend meinen ersten Glühwein. Vielleicht war’s ja ein keltischer Wein – wer weiss das schon.
Ach wie schööööön!

Das schöne am Hostel ist, man reist zwar allein, ist es aber doch nicht und so höre ich, wie mir beim Frühstück die gleiche Frage wieder gestellt wird. „De donde eres!“ Small talk und das Mädel, welches fragte erzählt mir zunächst, dass sie jemanden besucht, den sie auf San Andres kennenlernte, aber hier in Santiago wohnt. Ich hab ein Deja vu. In San Andres hab ich auch jemanden kennengelernt, der in Santiago wohnt (allerdings hatte Dario noch nichts von sich hören lassen). Sie kommt aus Baires, heisst Maria und auf dem Plan steht dann gleich auch ihre Mailadresse, samt Telefonnummer – wir sollten uns in Baires mal treffen.

Valparaiso heisst das Ziel meiner Begierde am Montag. Eine Kleine Hafenstadt mit vielen kleinen bunten Häuschen, Aufzügen und Treppen. Auf geht’s zur Metro, dann ein Ticket für den Bus kaufen. 1,5 Stunden später komme ich am Ziel an, Caro’s Plan in der Hand und laufe drauf los. Es ist so klein und überschaubar, dass man alles zu Fuss machen kann. Immer mal wieder lege ich eine kurze Rast ein und immer wieder findet sich jemand, mit dem man kurz sprechen kann, der interessiert ist an dem was man tut, woher man kommt und wie man Land und Leute so findet.















Die Zeit vergeht im Flug, ich mach mich auf den Heimweg und freu mich insgeheim auf die keltische Show am Abend.
Doch wieder kommt es anders, als ich denke. Dario ruft an und wir verabreden uns zum Essen, Trinken und Quatschen. Ach, und wieder ist alles so schööööön.
An diesem Abend spiele ich noch Klavier, Geige und Gitarre und beschliesse, wenn ich wieder zurück zu Hause bin, das Klavierspielen zu erlernen … So der Plan.

Es ist Dienstag. Ich sitze beim Frühstück und lass den Tag langsam beginnen. Komisch, Lene hatte auf meine letzten SMS nicht mehr reagiert. Nun denn, sie wir auch mal froh sein, das WE mit dem Mann verbringen zu können. Ich werde shoppen gehen. Mir fehlt noch ein Mitbringsel auch Chile … Gerade will ich los, als Lena vor dem Tisch steht. Sie hätte mir doch geschrieben, sie würde mich um halb 10 abholen … Mööööp. Das SMS Loch. Gräm Dich nicht über verschütte Milch. Wir ham’s ja noch geschafft, uns nicht verpasst und die Shopping Tour häng ich an den Nagel. Stattdessen kaufe ich mir eine handgemachte ecuadorianische Tischdecke und besuche mit Lena eines der Häuser von Pablo Neruda.



Wir reden und reden und reden. Was ein schöner und runder Abschluss meines Kurztrips nach Chile.
Schade, dass ich schon wieder gehen muss.
Wie gerne wäre ich doch noch geblieben …

Der Auftakt eines „Highlight-Mai“ …

Gehabt euch wohl,
Eure Jana

PS: Heute fange ich wieder mit dem Laufen an …