… in Brasilenien !
Tippi-toppi auszusehen – oder zumindest aussehen zu wollen – ist hier in Brasilenien fast schon eine „Volkskrankheit“. Da das Tippi-toppi-Aussehen nicht von allein kommt, müssen Mann und Frau schon einiges dafür tun, gleichwohl es auch noch andere gibt, die gerne auch mal den plastochirurgischen Fettsauger ansetzen oder aber das, was aus der Form, wahlweise auch in die Jahre gekommen scheint, straff ziehen lassen.
Doch zurück zu jenen, denen das nötige Kleingeld für Silikon-Valley nicht so lokker sitzt. Diese Spezies tummelt sich zuweilen im gleichen Park wie ich auch. Während mein Sportprogramm einen gut und gerne 50 minütigen Lauf durch das Stadtgrün plus Beinmuskulaturstärkung und Sitzups sowie ein ausgedehntes Dehnprogramm beinhaltet, scheint der Brasilianer es langsam angehen zu lassen.
Da die Runde im Park klein und überschaubar ist, laufe ich zwangsläufig den Menschen gerne 2-3 Mal über den Weg.
Da ist der ältere Herr, ich schätze ca. 60, der sich nach Runde 2 das Shirt ausgezogen hat. Die Hitze macht ihm schon zu schaffen, doch er läuft lokker weiter. Die Wasserflasche in seiner Linken ist noch unangetastet.
Die Frau im weissen Laufdress wirkt sehr athletisch, ist aber auch schon in die Jahre gekommen. Sie dreht verbissen ihre Runden. Ehrgeiz pur, denn immer wieder schaut sich auf die Pulsuhr und scheint mit dem Ergebnis in keiner Weise zufrieden zu sein.
Der Skater lässt sich zur Abwechslung mal vom Golden Retriever durch den Park ziehen und andere sind der Meinung, dass das Tragen von Multifunktionswäsche schon Sport genug ist.
Eine Gruppe „oben ohne“ Männer kommt mir entgegen. Wenn ich ganz ehrlich bin, möchte ich nicht immer alles sehen … Ein Shirt wäre mir in manch einem Fall wesentlich lieber gewesen … 6 Männer, 5 Onepacks, ein Twopack … Vom Sixpack keine Spur.
In der festinstallierten Sportgeräteabteilung des Parkes tummeln sich einige Frauen. Sie betreiben „Fofoka“ vom allerfeinsten, kichern und lachen und zupfen dabei immer wieder ihre Funktionswäsche gerade und versuchen die langen Mähnen zu bändigen. Aus Hosentaschen der Sportbekleidung ertönt immer wieder eine andere Melodie und so wird die Sporteinheit unterbrochen, während das wichtige Telefonat entgegengenommen wird.
Eine andere versucht sich im Inlineskaten, was ihr allerdings nicht so recht gelingen mag. Kurzerhand lässt sie sich von ihrem Herzallerliebsten durch den Park ziehen und während er sich abschuftet, holt sich mal eben kurz das Telefon raus und ruft mal an …
At the end of the day: Sie haben alle Sport gemacht … Mindestens 60 Minuten – denn so lange war ich im Park und während ich mir am Abend dann die Picanha reinzwirble und mir dazu einen Chopp oder eine Caipi gönne, wird vermutlich die ein oder andere Dame zum Salatblatt greifen …
Ich werde jedenfalls weiter beobachten … Vielleicht steckt ja ein System dahinter … Ich hab's nur noch nicht herausgefunden …
Ich bin gespannt …
… in vielerlei Hinsicht !!!
Gehabt Euch wohl!
Eure MJ
Na immerhin hatten die halb nackten Herren ja wenigstens ein Pack auf den Rippen. Bei anderen ist es mitunter nur eine Bowl statt ein Pack. Es lebe der Sport!
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