Sonntag, 3. Juli 2011

Girls night out ...

… Beobachtungen der anderen Art!



Geschichten und Erzählungen des Paulistanischen Nachtlebens sind mir hinreichend bekannt. Nach gut und gerne 3 Monaten bin nun endlich mal soweit, mich selbst unter's „Balada-Volk“ zu mischen. In den vergangenen Wochen und Monaten hatte ich genug Zeit, mich mit den lokalen Begebenheiten vertraut zu machen.

Und so fühle ich mich nun bereit, mich selbst in brasilianische Garderobe zu werfen und (an dieser Stelle darf ich mich der Worte eines Freundes bedienen) zu versuchen, das im Rahmen meiner Möglichkeiten „beste Ergebnis“ im Aufbrezeln zu erzielen.
Gesagt, getan. Um Punkt 2300 werde ich abgeholt und 4 Single-Mädels, die unterschiedlicher nicht sein könnten, machen sich auf den Weg in einen angesagten Country-Schuppen in der Stadt.

Unsere Namen stehen bereits auf der Gästeliste und so brauchen wir uns nicht in der elend langen Schlange linkerhand einzuordnen. Wir stehen im VIP Bereich und die drei brasilianischen Mädels übernehmen die Konversation mit dem Gorilla, der den Eingang bewacht. Ein Ausweisdokument hab ich nicht dabei. Man rät mir, einfach nur die Kreditkarte in die Hand zu nehmen, es soll ja nur so aussehen, als hätte ich ein Dokument dabei. Aha, interessant. Tja, und so schaffe ich die erste „Hürde“. Drin aber sind wir noch lange nicht. Ein weiterer Security Mann muss noch davon überzeugt werden, dass ich schon über 18 bin (*brüll*, als würde man das nicht sehen) und dann nehmen Da und ich den rechten Eingang, während Fra und Ma den linken nehmen. Unterwegs verpasst man uns noch gelbe Armbändchen, die uns ermächtigen, den VIP Bereich im oberen Teil des Etablissements zu nutzen - vermutlich sind die Preise dort oben auch wesentlich teurer, als im unteren Bereich. Dies jedoch tut nichts zur Sache, denn ein kleines Vermögen muss ich so oder so berappen, gleich ob ich was trinke oder nicht.

Jetzt erst mal was zu trinken ordern. Ich entscheide mich für einen Caipirinha mit roten Früchten und Cachaca und stelle im nächsten Moment fest, dass dies ein Fehler war. Der Club ist voll. Es rempelt und rumpelt von allen Seiten und ich bin die erste halbe Stunde nur damit beschäftigt, die roten Früchte von meinem weissen Top fern zu halten. Beim nächsten Mal, beschliesse ich schlauer zu sein und mich für ein farbloses Getränk zu entscheiden oder zumindest eines, dessen Hinterbleibsel auch wieder wegwaschbar sind …
Wohin ich auch blicke, ich sehe tief ausgeschnittene Dekolletés, kurze und noch kürzere Röcke. Die Damenwelt erscheint mir, als sei sie gerade einem Hochglanzmagazin entsprungen.

Stunde um Stunde vergeht und meine Beobachtungen gehen in die nächste Runde. Der Brasilianer jagt einfach nach allem. Hier schnappt er im Vorbeigehen eine Hand und so schnell kann die Geschnappte sich gar nicht wehren, wie er seine Lippen auf ihren Mund presst. Vermutlich kann sie noch nicht mal den Versuch einen Laut von sich zu geben unternehmen, da seine Zunge wohl tief in ihrem Hals steckt. Mehrfach ist die gleiche Szene zu beobachten.

Hartnäckige Exemplare gibt es jedoch auch auch. Eine Abfuhr zu kassieren ist schon hart genug, doch diese auch zu akzeptieren, ist eine ganz andere Sache. Und sehe ich Mädels, die wahrlich ihre Mühe haben, sich die Herren der Schöpfung aus dem Hals und auch vom Hals zu halten.
Ein klein wenig fassungslos bin ich schon ob der Szenen, die sich da so freizügig vor meinem Auge abspielen. Es gibt einfach Dinge, die muss ich nicht sehen … Die will ich einfach nicht sehen … Doch danach fragt keiner und der Brasilianer an sich, der stört sich daran gar nicht.
Ergo: Leben und leben lassen.

Abschliessend kann ich wohl sagen, dass das Küssen für den Brasilianer wie Händeschütteln ist …

Bis zur nächsten Balada wird’s wohl noch ne ganze Weile dauern …

Gehabt Euch wohl.
Ich.

1 Kommentar:

  1. Und wozu war das gelbe Armbändchen nun wirklich gut? Vielleicht ist das ja auch das Signal für den erfahrenen Brasiliero, dass man der Trägerin eines solchen Bändchens gerne mal die Zunge in den Rachen stecken darf.
    Ein wenig mehr Einblicke in den VIP-Bereich von St. Pauli hätten die interessierten Leser dann aber doch gern auch noch, wie ich glaube.

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